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Oppenau/Dornstetten Warum ist bewaffneter Yves R. so schwer zu finden?

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Die Suche nach dem Bewaffneten von Oppenau dauert an: Von dem 31-Jährigen fehlt auch nach fünf Tagen noch jede Spur. Foto: (dpa)

Oppenau/Dornstetten - Auch am Donnerstag waren bis zu 300 Kräfte im Einsatz, um nach dem flüchtigen Yves R. zu suchen. Höhlen, Bunker und verlassene Gebäude wurden durchsucht, bislang ohne Ergebnis. Warum der Bewaffnete so schwer zu finden ist? Der Frage sind wir in unserem (SB+)-Artikel nachgegangen.

Die Suche nach dem 31-jährigen Yves R. hält die Polizei im Ortenaukreis und darüber hinaus bereits seit fünf Tagen auf Trab. Im und um den Schwarzwaldort Oppenau sind weiterhin Beamte unterwegs, versuchen der Bevölkerung das Gefühl von Sicherheit zu vermitteln.

Derweil "laufen auch die Maßnahmen im Hintergrund auf Hochtouren", heißt es am Donnerstagmorgen aus dem Polizeipräsidium Offenburg. Mehr als 280 Hinweise seien mittlerweile eingegangen – viele davon auch aus dem Internet und den sozialen Netzwerken, erklärt Polizeisprecher Yannik Hilger. Sie betreffen potenzielle Unterschlupfe, mancher will R. auch selbst irgendwo gesehen haben. Zum Ziel – der Ergreifung des Mannes, der am Sonntag mit vorgehaltener Pistole vier Beamte entwaffnet hat – haben sie bisher nicht geführt. Auch am Donnerstag waren erneut bis zu 300 Kräfte im Einsatz.

Was macht die Suche nach dem 31-Jährigen im Wald so schwierig?

Das Gelände, in dem die Polizei den Gesuchten vermutet, ist groß und unwegsam: Auf 8,6 Quadratkilometer – etwa 1200 Fußballfelder – erstreckt sich rund um Oppenau teils dichter Wald, viele Steilhänge und wenige Wege prägen das Bild. Höhenunterschiede von bis zu 300 Metern gestalten die Suche für die Beamten schwierig. Hinzu kommt, dass R. sich im Wald extrem gut auskennt. Er hatte bereits im Herbst vergangenen Jahres seine Wohnung verloren, lebt seit dem wohl immer wieder im Wald. Auch müssten sich die Polizisten mit Vorsicht im Gelände bewegen, betonte Polizeipräsident Reinhard Renter bereits am Dienstag. R. sei nach wie vor bewaffnet, verfüge womöglich auch über Sprengstoff.

Wie läuft aktuell die Suche der Polizei?

Der Wald wird nicht mehr durchkämmt. Die Polizei geht nun gezielt Hinweisen nach – bis Donnerstag haben Einsatzkräfte bereits Höhlen, alte Bunkeranlagen und verlassene Gebäude durchsucht. Die Polizei setzt bei ihrer Suche nach dem geflüchteten Mann im Schwarzwald auch auf die Hilfe von Überlebensexperten, Polizeipsychologen und ortskundigen Förstern. Insbesondere die Psychologen sollen sich in den 31-Jährigen hineinversetzen, um Anhaltspunkte zu seinem Verbleib zu bekommen, sagte Polizeisprecher Hilger am Donnerstag.

Wohin führen die Hinweise aus der Bevölkerung?

Nach wie vor beziehen sich die meisten Hinweise auf Oppenau und Umgebung. Teilweise führen sie auch aus dem ­Renchtal heraus: Angeblich wurde der Gesuchte am Donnerstagvormittag bei Dornstetten im Kreis Freudenstadt gesichtet – ein größerer Polizeieinsatz im Ortsteil Hallwangen war die Folge. Von R. war jedoch keine Spur zu finden. "Vereinzelt gehen auch Hinweise über die Landesgrenzen hinweg ein", erläutert Hilger. Das hänge unter anderem mit der bundesweiten Berichterstattung zusammen – die aber auch im taktischen Interesse der Polizei liege. Denn "faktisch ausschließen, dass er mittlerweile nicht irgendwo anders ist, können wir nicht".

Hier geht's zur Fahndungsseite mit einem Foto des Gesuchten

Auf Fehlalarme und inwiefern diese die Polizei behindern, wollte Hilger am Donnerstag nicht näher eingehen. Nur so viel sagte er: "Die Hinweise, die bei uns eingehen, werden von erfahrenen Ermittlungsbeamten bewertet." Ausschließlich relevanten Spuren gehe man nach.

Weiß man mittlerweile mehr über den Gesuchten?

Bisher war die Rede davon, dass es bei R. keine Hinweise auf eine politische Gesinnung gebe. Am Donnerstag teilt die Staatsanwaltschaft Offenburg jedoch mit: R. wurde im Alter von ­­15 Jahren unter anderem wegen Volksverhetzung verurteilt. Er hat das Schild eines Jugendwerks so verändert, dass schließlich "Juden weg" zu lesen war. Auch habe er damals eine "Bombenattrappe" gebastelt, um seinen Erziehern im Jugendwerk Angst zu machen, heißt es in der Urteilsbegründung des Freiburger Amtsgerichts. Während seines Aufenthalts dort verwendete er Nazi-Symbole wie Hakenkreuze und SS-Zeichen, auch soll er sich judenfeindlich geäußert haben. Die verhängte Jugendstrafe von acht Monaten auf Bewährung wurde nach einer stabilen Phase erlassen. Seitdem sei R. nicht mehr im Zusammenhang mit politisch motivierten Straftaten aufgefallen.

Mehr über die Flucht von Yves R. und den Großeinsatz der Polizei auf unserer Themenseite.  

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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