Die Rheinfelder Sängerin Tanja Ariane Baumgartner hat Karriere auf den internationalen Opernbühnen gemacht. Die VHS fährt zu ihrem Auftritt bei den Osterfestspielen Baden-Baden.
Wenn die Volkshochschule Rheinfelden ins Festspielhaus Baden-Baden „pilgert“, muss das einen besonderen Grund haben. Und der heißt Tanja Ariane Baumgartner. Die in Rheinfelden aufgewachsene und inzwischen international bekannte Sängerin kennt man auf den großen, oft weit entfernten Opernbühnen. Dass die Mezzosopranistin bei den Osterfestspielen 2026 ihr Debüt in Baden-Baden gibt, nimmt die VHS als günstige Gelegenheit zum Anlass, eine Konzertfahrt dorthin zu veranstalten.
Erlesene Besetzung
Am 28. März wird eine Gruppe unter Leitung von Paul Schmidle mit dem Bus an die Oos reisen, um den Weltstar aus Rheinfelden als Ortrud in „Lohengrin“ von Richard Wagner zu erleben. Die gefeierte Wagner-Sängerin wird es sich nicht nehmen lassen, die Besucher aus ihrer Heimatstadt persönlich zu begrüßen. Im Festspielhaus, mit 2500 Plätzen dem größten Deutschlands, wird Baumgartner in einer Neuinszenierung zu sehen sein. In der anspruchsvollen Rolle der Ortrud verkörpert sie die Intrigantin, die Böse. „Aber die Bösen sind oft die schillernderen und reizvolleren Figuren“, sagt Baumgartner. Ihr zur Seite in der Titelrolle steht der berühmte Tenor Piotr Beczala, am Pult des Mahler Chamber Orchestra die Dirigentin Joana Mallwitz – eine erlesene Besetzung.
Gefragte Wagnerianerin
Mit ihrer voluminösen, großen, dramatischen Stimme ist die gebürtige Rheinfelderin, die in Basel lebt, wo sie als Professorin für Gesang an der Musikakademie unterrichtet, besonders im Wagner-Fach gefragt. Die Ortrud hat sie schon öfter gesungen. Mit solchen Partien tritt sie in die Fußstapfen der legendären Waltraud Meier.
Die Volkshochschule hat schon einige Konzertexkursionen nach Baden-Baden unternommen, darunter zur ebenfalls in Rheinfelden geborenen Stargeigerin Anne-Sophie Mutter. Das dortige Festspielhaus habe eine fantastische Akustik mit wunderbarer Sicht, egal, auf welchem Platz man sitze, schwärmt die VHS-Vereinsvorsitzende Gaby Dolabdjian, die auch mitfährt.
Sonst müssen die Opernfans sehr viel weiter reisen, um den Opernstar Tanja Ariane Baumgartner live zu erleben. So stand sie kürzlich an der San Francisco Opera, einem riesigen Haus mit 4000 Plätzen, als Kundry in Wagners Oper „Parsifal“ auf der Bühne.
In der Lyric Opera in Chicago hat sie zwei andere große Wagner-Partien gesungen: die Fricka in der „Walküre“ und dem „Rheingold“. Im Januar und Februar ist sie wieder in Chicago, dieses Mal in Richard Strauss’ Opernreißer „Salome“.
Doch nicht nur in den USA, auch in Europa ist Baumgartner zur Weltspitze der führenden Mezzosoprane aufgestiegen. Sie hat an den größten Häusern, bei den berühmtesten Festspielen, an allen „Hotspots“ der Opern- und Klassikszene gesungen: in Salzburg, Bayreuth, Glyndebourne, an der Mailänder Scala, im Royal Opera House in London, im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins und an der Wiener Staatsoper. Ein Glanzpunkt in ihrer Karriere war Baumgartners Debüt 2017 auf dem „Grünen Hügel“ in Bayreuth, der Pilgerstätte aller Wagner-Verehrer. In der Inszenierung von Starregisseur Frank Castorf war sie als Fricka im Ring des Nibelungen mit wilder dunkler Mähne und knallrotem Kleid aufgedonnert wie Joan Collins aus dem Denver Clan. Für sie ist es immer spannend, was Regisseure von ihrer Rollenverkörperung fordern. Am Theater Basel gab sie vor 13 Jahren eine umjubelte „Carmen“ unter dem Skandalregisseur Calixto Bieito. Die Kritiker sprachen von einer „Idealbesetzung“ und schwärmten von ihrem geschmeidigen Mezzosopran und ihrer lustvollen Darstellung dieser Femme fatale zwischen Liebe, Leidenschaft und Todesahnung. Diese Rolle war ihr internationaler Durchbruch.
Fast ständig unterwegs
In ihrer Zeit als festes Ensemblemitglied an der Frankfurter Oper brillierte sie in den unterschiedlichsten Rollen, auch im italienischen Fach. Furore in ihrer Laufbahn machte sie bei den Salzburger Festspielen in der Oper „Die Soldaten“ von Bernd Alois Zimmermann.
Die Mezzosopranistin arbeitet mit dem „Who is who“ der Klassikwelt zusammen. Mit den Wiener Philharmonikern führte sie Mahlers „Lied von der Erde“ auf, an der „Scala“ in Mailand war sie unter Kirill Petrenko, dem Chef der Berliner Philharmoniker, im „Rosenkavalier“ zu erleben. Tokio, Singapur, Wien, Berlin: Die Sängerin ist viel unterwegs. Im April führt sie ihr Weg nach Florenz zu einem Konzert mit Dirigentenlegende Zubin Mehta.
Gerne wieder in der Heimat
Die Rheinfelderin genießt es aber auch, immer mal wieder bei den Schlosskonzerten Beuggen einen Liederabend zu geben. Diese „Heimspiele“ sind für sie ein schöner Ausgleich zu den herausfordernden Opernauftritten.
VHS-Fahrt ins Festspielhaus Baden-Baden am 28. März. Zusteigemöglichkeiten in Schwörstadt, Rheinfelden (VHS), Wyhlen, Grenzach und Basel (Badischer Bahnhof). Anmeldungen bei der VHS Rheinfelden.