Inszenierten die Mozart-Oper „Cosi fan tutte“ (von links): Alexander Geladze am Flügel, Tenor und Sprecher Andreas Heideker, Sopranistin Blanca-Esther Moreno, Mezzosopranistin Carolin Neukamm, Tenor Luca Festner und Bariton Benedikt Heisinger. Foto: Buchta

Nach der „Zauberflöte“ vor drei Jahren wurde erneut eine Oper des österreichischen Musikgenies in Wolfach aufgeführt. Diesmal kam „Cosi fan tutte“ zur Entfaltung.

Am Ende wurden sie von ihrem großen Publikum im Blauen Salon stürmisch gefeiert: die fünf Mitglieder des Ensembles der Mozart-Oper „Cosi fan tutte“. Wieder und wieder mussten sie auf die Bühne, um die Ovationen der begeisterten Opernbesucher entgegenzunehmen. Es war übrigens bereits die zweite Oper, die im Blauen Salon über die Bühne ging: 2023 war dort Wolfgang Amadeus Mozarts „Zauberflöte“ zu sehen und zu hören.

 

Es war eine komplette Oper, wenn auch in abgespeckter Form, inszeniert von fünf Künstlern. Alexander Geladze, der am Flügel ein ganzes Orchester vertrat. Andreas Heideker fasste die ganze, so komplizierte wie frivole Handlung der Oper mit spitzen Kommentaren voller Witz zusammen und trat als Tenor nebenbei als Don Alfonso auf. Die aus Spanien stammende, so kokette wie ausdrucksstarke Sopranistin Blanca-Esther Moreno spielte und sang gleich zwei Rollen: Die der vornehmen Fiordiligi und der koketten Despina.

Quintett fasst gesamte Opernhandlung zusammen

Die Mezzosopranistin Carolin Neukamm konnte als Dorabella sichtlich ihre mühevoll zur Schau getragene Zurückhaltung kaum mehr durchhalten. Tenor Luca Festner und Bariton Benedikt Heisinger verkörperten abwechselnd geballte Männlichkeit und verschüchterte Liebesnot. Man wusste eigentlich nie, was man mehr bewundern sollte: Die großen Stimmen oder das schauspielerische Können, Heidekers erhellende Kommentare voller Witz oder Geladzes Orchester am Flügel. Das alles war vom Feinsten.

Bei Mozarts Oper „Così fan tutte“ (So machen es alle) handelt es sich um eine so romantische wie erotisch aufgeladene Farce, um eine Intrige um die Treue und ihre Beständigkeit vor dem Hintergrund von Täuschungen und Verwechslungen. Sie gehört wohl zum Glanzvollsten, was Mozart je geschaffen hat. Die Oper handelt von einer Wette, bei der Ferrando und Guglielmo ihre Verlobten Dorabella und Fiordiligi auf ihre Treue prüfen wollen. Das allerdings endet in einem Chaos der Gefühle.

„Ein interessantes und abgründiges Meisterwerk Mozarts“, erklärte Andreas Heideker gleich zu Beginn. Und ein Meisterwerk, das alle an der Nase herumführe – auch das verehrte Publikum. Das aber nahm all die Täuschungen mit Begeisterung entgegen. Wie hieß es doch auf dem Höhepunkt der Verwirrungen? Sind das Göttinnen? „No, sono donne.“ („Nein, es sind Frauen.“) Damit wird auch der Ausgang der Wette zugunsten der Frauen signalisiert. Die Oper begann mit einem hinreißenden Duett von Moreno und Neukamm als Fiordiligi und Dorabella, bei dem sie mühelos die Gunst des Publikums auf ihre Seite zogen.

Hinreißend auch das Duett Festner/Heisinger als Ferrando/Guglielmo, zunächst in ihrer geballten Männlichkeit, später dann in all ihrer Hilflosigkeit in Liebesnöten. Und genau an der richtigen, übermütigen Stelle der Geschichte zogen draußen die aus Furtwangen zurückgekehrten Narren mit Musik vorbei. Mühelos wurden sie in die Oper eingebaut.

Anstehendes Konzert

Das Trio Zénon setzt die Reihe der Konzerte im Blauen Salon mit „Die Alchemie des Klanges“ am Sonntag, 1. März, ab 18 Uhr im Rathaussaal Wolfach fort. Der Einlass beginnt ab 17.30 Uhr.