Mit „Nagold Alive“ und dem Festival „Nagold Double Stage“ stemmt der Förderverein Alte Seminarturnhalle bereits jetzt zahlreiche Open-Air-Veranstaltungen. Foto: Thomas Fritsch

Neue Entwicklungen rund um die Alte Seminarturnhalle bezeichnet Nagolds Oberbürgermeister Jürgen Großmann als „sehr crazy“. Darum geht es.

Die Alte Seminarturnhalle in Nagold ist seit vielen Jahren ein Aushängeschild des Nagolder Kulturbetriebs.

 

Nahezu jedes Wochenende stemmt der Förderverein eine Veranstaltung, manchmal sogar zwei. Dabei geben sich die Größen des deutschen Kleinkunstbetriebs die Klinke in die Hand.

Ein paar Namen aus der kommenden Spielzeit seien kurz erwähnt: Christoph Sieber kommt, Django Asül, auch Florian Schröder tritt in der Halle auf – und noch so einige mehr.

In Nagold wissen alle Verantwortlichen, was sie an dem Verein haben

Solch ein Betrieb verlangt professionelle Strukturen. Und die hat der Verein bereits heute – sei es in der Halle selbst, bei der Technik, mit seiner Außenbühne auf dem Hof – aber auch mit einem mit Herzblut arbeitenden ehrenamtlichen Team.

In Nagold wissen alle Verantwortlichen, was sie an dem Verein und seinem Kulturprogramm haben. Und so braucht es ab und an auch motivierende Unterstützung von der Stadt.

Am einstigen Posthof soll eine Lärmschutzwand entstehen

Das neueste Projekt ist kein reines Seminarturnhallenprojekt. In dem seit einigen Jahren im Sommer bespielten Hof zwischen der Halle und dem ehemaligen Postamt (heute VHS) soll eine Lärmschutzwand und eine feste Anlage für Freiluftevents entstehen.

Im Nagolder Gemeinderat wurden jüngst die Architekten- und Ingenieurleistungen vergeben. Nagolds OB sprach von einer „Planung für Freianlagen für den Posthof bei der Alten Seminarturnhalle“ und war ganz entzückt: „Das gibt ein sehr crazy Projekt.“

Im Haushalt sind 400 000 Euro für das Projekt eingeplant

Knapp 50 000 Euro kosten die Planungen für die Lärmschutzwand und die Freianlage. Zu den Gesamtkosten wurden noch keine Angaben gemacht, doch im Haushaltsplan für dieses Jahr ist eine Summe für das Projekt in Höhe von rund 400 000 Euro vorgesehen.

Im alten Posthof bei der Seminarturnhalle finden auch größere Besuchermengen Platz. Foto: Uwe Priestersbach

Dabei geht es um mehr als nur eine Freiluftanlage der Seminarturnhalle. Es soll eine voll funktionstüchtige Freilichtbühne entstehen und in Nagold etabliert werden. Diese Nagolder Freilichtbühne soll nicht nur dem Förderverein als Veranstalter zur Verfügung stehen. Explizit könnten damit weitere Veranstalter angelockt werden.

Auch externe Veranstalter können die Freilichtbühne nutzen

Auch „externe Veranstalter sollen die in der Region einmalige und voll eingerichtete Veranstaltungslocation nutzen können“, heißt es dazu in der Drucksache zur Auftragsvergabe.

Um das Vorhaben verwirklichen zu können, sind jedoch einige bauliche Veränderungen im Außenbereich des Hofs notwendig.

Zum Beispiel soll eine Lärmschutzwand errichtet werden. Ein „wirksamer Lärmschutz“ sei erforderlich wegen der Wohnbereiche, die sich in der Nähe der Halle befinden. Damit werde die Nutzung der Freilichtbühne für die Anwohner zumutbar gestaltet.

Auch ein zusätzlicher Rettungsweg zum Hof der Halle soll entstehen

Es geht aber auch um den Kulturgenuss. Die Lärmschutzwand wird auch störende Geräusche von der angrenzenden Straße im Hof der Seminarturnhalle verringern. Auch ein zusätzlicher Rettungsweg zum Hof der Halle soll entstehen.

In einem früheren Pressegespräch umriss der Vorsitzende des Fördervereins der Alten Seminarturnhalle, Wolfgang Schäfer wie wichtig für den Verein das Thema Lärmschutz sei. „Es muss anwohnerverträglich sein“, sei das Motto bei allen Veranstaltungen.

Wobei Schäfer zum Thema Lärmschutz auch an das Pflaster im Hof erinnert. „Auch das Kopfsteinpflaster im Hof ist laut“, sagte er im Juni gegenüber der Redaktion. Also sollten Wege eingezogen werden, auf denen geräuscharm Transporte stattfinden können – von Stühlen und Technik zum Beispiel.

Auf der Wunschliste des Vereins stehen auch Tulpenschirme

Zumindest auf der Wunschliste des Vereins steht auch das Thema Regensicherheit. Hier schwebt dem Verein der Aufbau von großen Tulpenschirmen vor Augen, die das Regenwasser nach innen ableiten. Auch optisch setzen solche Schirme Akzente.

Das Projekt Freilichtbühne Nagold fängt bekanntlich eh nicht bei Null an. So verfügt die Alte Seminarturnhalle bereits heute über zwei auch technisch voll ausgestattete Bühnen – eine in der Halle, die andere am Posthof. Zudem wird gemeinsam mit Partnern jeden Sommer zwischen Juni und September „Nagold Alive“ im Hof der Halle gestemmt.

Nagolds OB Jürgen Großmann bezeichnete das Projekt in der Sitzung des Technischen Ausschusses unterdessen nicht nur als crazy, er freue sich auch, dass das Projekt „mit jedem weiteren Beratungstermin“ umfangreicher werde. „Und das ist auch gut so!“

Von Heavysaurus bis Heinrich del Core – die ersten Acts stehen bereits fest

Unterdessen gibt der Förderverein Alte Seminarturnhalle bereits die ersten Top-Acts für sein nächstjähriges Nagold-Alive-Programm bekannt. Sämtliche Veranstaltungen sind auf dem Hof der Halle geplant.

Am 21. Juni tritt „Heavysaurus“ auf – eine Rockshow für die ganze Familie, die aktuell extrem angesagt ist. Die Coverband„My’tallica“ liefert am 4. Juli eine Metallica-Tribute-Show. Voll wird der Hof sicherlich beim Auftritt von Heinrich del Core am 11. Juli 2026. Eine Woche später steht Mirja Bös auf der Bühne mit dem Programm „Arschbombe Olé“ (19. Juli).

Das Double Stage Festival mit regionalen Künstlern geht vom 24. bis 26. Juli. Und für den 7. August wurde Fat Cat gebucht.