Zeigen die neue Herz-Lungen-Maschine: (von links) Sven Maier, Andreas Dietz, Ulrich Kallmann und Cora Galm. Foto: HFU

Eine neue Herz-Lungen-Maschine macht den OP-Unterricht an der HFU realitätsnah: Studierende trainieren an einem Simulator für Einsätze, bei denen jedes Detail zählt.

„Bei einer Operation am Herzen hängt das Leben der Patienten von der Herz-Lungen-Maschine ab, die die Lungen- und Herzfunktion übernimmt“, sagt der Professor Sven Maier von der Hochschule Furtwangen (HFU).

 

Seit wenigen Wochen steht im Kardiotechnik-Labor am Campus Schwenningen eine neue Herz-Lungen-Maschine. Damit kann Maier seinen Studierenden aus dem Studiengang „Medizintechnik – Klinische Technologien“ Vertiefungsrichtung OP-Ingenieur/Kardiotechnik den Ablauf von Herzoperationen vermitteln.

Damit der Einsatz in den Praktika möglichst realistisch geübt werden kann, liegt ein „künstlicher Patient“ bereit.

Ein künstlicher Blutkreislauf

Der selbstentwickelte Simulator verfügt über einen künstlichen Blutkreislauf, an den die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen werden kann.

Entwickelt und bedient wird der Simulator von Andreas Dietz, dem technischen Leiter des Kardiotechnik-Labors. „Die Herz-Lungen-Maschine übernimmt viele Aufgaben gleichzeitig und führt darüber Protokoll. Bei einer Operation am Herzen muss dieses stillgelegt und beim Einsetzen von Herzklappen sogar geöffnet werden. Außerdem reichert die künstliche Lunge, der Oxygenator, das Blut mit Sauerstoff an und eliminiert Kohlendioxid. Dadurch können Blutfluss, Sauerstoffgehalt, Bluttemperatur und weitere Werte genau eingestellt werden – das ist alles Aufgabe der Kardiotechnikerinnen und -techniker“, erläutert Maier.

Noch näher an der Realität

„Im vierten Semester lernen die Studierenden in zwei Praktika an der Hochschule den Ablauf einer Herz-OP und die Bedienung der Maschine kennen. Im anschließenden Praxissemester in Kliniken können sie das Gelernte unter Aufsicht bei echten Patienten einsetzen. Im sechsten Semester geht es dann um die Übung und den Umgang mit möglichen Zwischenfällen“, erklärt Cora Galm, Studiengangskoordinatorin für den Studiengang Medizintechnik – Klinische Technologien.

„Mit dem neuen Modell können wir unsere Studierenden noch besser auf die Realität im OP-Saal vorbereiten. Dennoch lehren wir auch an unseren älteren Maschinen, da diese weiterhin in Krankenhäusern zum Einsatz kommen“, erklärt Professor Maier.

Eine Dauerleihgabe

„In der Vertiefungsrichtung erhalten die Studierenden ein zusätzliches Zertifikat zum Abschluss, mit dem man europaweit als Kardiotechniker oder Kardiotechnikerin, die auch Perfusionisten genannt werden, arbeiten kann.“

Die Herz-Lungen-Maschine hat einen Wert von 350 000 Euro und wird der HFU als Dauerleihgabe von der Herstellerfirma Liva Nova aus München zur Verfügung gestellt. „Ich freue mich, dass über die intensiven Kooperationen der HFU mit Industriepartnern die Studierenden an der aktuellsten Technik lernen können“, sagt Ulrich Kallmann, Dekan der Fakultät II für Engineering & Technology.