Die Grundschule Dobel möchte einen Schulsozialarbeiter. Diesen Wunsch äußert das Kollegium, unterstützt wird er vom Elternbeirat. Vorsitzende Jessica Gall erklärt warum.
Mehr als 400 Unterschriften sind bereits zusammengekommen: So viele Personen unterstützen die Online-Petition des Elternbeirats der Grundschule Dobel in Sachen Schulsozialarbeit. Diese gibt es an der Schule bisher nicht. Geht es nach den Eltern, aber auch den Lehrern, soll sich das ändern. Die einen haben deshalb die Petition gestartet, die anderen für den Haushalt 2026 einen entsprechenden Mittelbedarf beim Schulträger, der Gemeinde, angemeldet.
Das bedeutet, dass sich der Dobler Gemeinderat ab Januar, im Zuge der Haushaltsberatungen, mit dem Thema auseinander setzen wird. Das bedeutet indes nicht, dass sich bis dahin nichts tut.
Initiatorin der Petition ist die Elternbeiratsvorsitzende Jessica Gall. „Die Petition habe ich gestartet, um zu unterstreichen, wie wichtig unserer gesamten Elternschaft das Thema Schulsozialarbeit ist“, erklärt sie. „Das Thema Gewalt an der Schule betrifft uns alle, und ein Schulsozialarbeiter würde jedem unserer Kinder zugute kommen.“
Immer mehr Situationen benötigen Problemlösung
Denn leider gebe es immer mehr Situationen in der Schule, die Problemlösungen benötigten. Die dafür nötige Kapazität kann ein einzelner Lehrer aus Sicht Galls gar nicht haben. „Oftmals brauchen Kinder, die versuchen ihre Probleme mit Gewalt zu lösen, einen Ansprechpartner, der viel Zeit hat zuzuhören, der vielleicht auch einzelne Situationen mit den Kindern reflektieren kann und Situationen eben auch miterlebt, um mit dem Kind daran arbeiten zu können.“
Jessica Gall ist überzeugt: Erhalten die betreffenden Kinder die nötige Aufmerksamkeit von einem Schulsozialarbeiter, wäre das viel wert für sie. Zugleich könnten Lehrer und Mitschüler „schnell und unkompliziert zu einem ruhigen Unterricht“ zurückkehren.
Mehr Ruhe und weniger Ängste, dazu mehr Unterricht: So lässt sich zusammenfassen, was sich die Eltern von einem Schulsozialarbeiter erhoffen.
Über das Thema hat sich Gall inzwischen auch mit Bürgermeister Christoph Schaack unterhalten. Der war von der Petition überrascht worden, wusste aber seitens der Schule vom Wunsch nach Schulsozialarbeit. Die Anfragen unserer Redaktion zum Thema ließ Jana Obert, die Leiterin der Grundschule Dobel, bisher unbeantwortet.
Land hat Förderprogramm für öffentliche Schulen
Aus dem Gespräch mit dem Schultes berichtet Jessica Gall derweil: „Wir haben über mögliche Lösungen gesprochen und wie es nun über einen gewissen Zeitraum weitergeht mit unserem Anliegen. Wir hoffen sehr, dass der Gemeinderat in unserem Sinne abstimmt, aber bis dahin vergeht noch ein wenig Zeit.“
Die nutzt die Gemeindeverwaltung, um mit möglichen externen Trägern, die Schulsozialarbeit anbieten, Kontakt aufzunehmen, wie Schaack erläutert.
Laut Bürgermeister gibt es ein Förderprogramm des Landes für Schulsozialarbeit. Seinen Angaben nach wird allerdings eine 100-Prozent-Sozialarbeiterstelle mit lediglich 16 000 Euro pro Jahr gefördert. Bei einer halben Stelle mit entsprechend weniger. Eine Ko-Förderung über den Landkreis sei möglich.
„Man kann alles ohne Förderung machen. Aber als finanzschwache Kommune sollte man gucken, dass man die Förderung kriegt“, erklärt der Rathaus-Chef. Dennoch dürfte ein guter Teil der Kosten, die für die Schulsozialarbeit entstünden, an der Gemeinde hängenbleiben.
Gerade wegen der Kosten tendiert Schaack eher zu einem freien Träger als zu der Möglichkeit, als Gemeinde selbst einen Schulsozialarbeiter anzustellen. Auch wenn der Gemeinderat das letzte Wort hat: Beim Bürgermeister ist der Wunsch der Eltern und Lehrer augenscheinlich angekommen: „Wenn die Pädagogen sagen, es ist absolut notwendig,, dann stell ich das für mich nicht in Zweifel. Dann glaub ich das.“