Die Würth-Konzernzentrale in Künzelsau Foto: dpa

Der Schraubenhersteller Würth setzt auf Digitalisierung: Die Schwaben wollen den Verkauf im Internet weiter ausbauen und damit die Umsatz-Schallgrenze von 10 Milliarden Euro knacken.

Der Schraubenhersteller Würth setzt auf Digitalisierung: Die Schwaben wollen den Verkauf im Internet weiter ausbauen und damit die Umsatz-Schallgrenze von 10 Milliarden Euro knacken.

Schwäbisch Hall - Der Handelskonzern Würth will mit dem Verkauf von Schrauben und Werkzeugen über das Internet weiter wachsen. „Die Digitalisierung ist für uns die Lösung“, sagte der Sprecher der Konzernführung, Robert Friedmann, am Dienstag in Schwäbisch Hall. Die Gruppe, die auf den Handel von Befestigungs- und Montagematerial spezialisiert ist, will beim Umsatz noch in diesem Jahr die Marke von 10 Milliarden Euro knacken, nachdem sie in den Vorjahren an dem Ziel gescheitert war.

„Der Vertrieb wird komplexer und die Aufgaben des Verkäufers ändern sich“, sagte Friedmann. Würth beschäftigt ihm zufolge rund 30.000 Verkäufer. Sie sollen demnächst mit Tablet-Computern ausgestattet werden, um Kunden vor Ort Produkte vorführen zu können, die sie dann direkt im Netz bestellen können.

Die Schrauben, Dübel und Werkzeuge der Gruppe werden derzeit über den Außendienst vorwiegend an Handwerksbetriebe und die Industrie verkauft. Der Anteil des elektronischen Handels, bei dem Handwerksbetriebe Produkte selbst über das Internet bestellen, soll in den kommenden fünf Jahren von 13 auf 30 Prozent steigen, kündigte Friedmann an.

Im vergangenen Jahr waren die Erlöse der Schwaben noch von 9,98 Milliarden Euro auf 9,75 Milliarden Euro gesunken. Als Grund nannten sie neben Währungseffekten und Problemen in Südeuropa auch den Verkauf ihres Solargeschäfts. Rechnet man die aufgegebenen Solaraktivitäten heraus, hätten die Erlöse im Vergleich zu 2012 nahezu stagniert.

Der Überschuss stieg dank Sparmaßnahmen um gut 3 Prozent auf rund 309 Millionen Euro. Die Gruppe hatte die Zahl ihrer Mitarbeiter 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Prozent auf 63 571 Menschen reduziert. Optimistisch stimmt den Konzern nun auch die bessere konjunkturelle Entwicklung. In den ersten drei Monaten des Jahres wuchs die Würth-Gruppe um knapp 5 Prozent.

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