Ein Ausschnitt des Panoramabilds von der Geroldseck: Die Gemeinde hat eine 360-Grad-Kamera installiert, deren Bilder jederzeit online betrachtet werden können. Foto: Gemeinde

Die Gemeinde Seelbach hat auf der Geroldseck eine 360-Grad-Kamera installiert. Diese liefert alle zehn Minuten Bilder von der Ruine, die sich Interessierte online anschauen können. Beschriftete Banner zeigen, was der Betrachter jeweils gerade sieht. Auch ein Rückblick auf die vergangenen 30 Tage ist möglich.

Gegen 15 Uhr am gestrigen Nachmittag ist der Himmel über der Ruine in allen vier Himmelsrichtungen bereits zugezogen. Dafür war die Fernsicht in das Kinzigtal, das Rheintal, zu Aussichtspunkten im Elsass und sogar bis zum Feldberg sehr gut, wie das Live-Bild zeigt. Ein Klick auf der Webseite der Gemeinde in die Panoramaansicht vergrößert das Bild, das sich im Kreis über alle vier Himmelsrichtungen dreht. Nach dem Klick erscheinen Banner, die zeigen, was wo zu sehen ist. Der Brandenkopf, der Hühnersedel, der Kandel, das Schauinsland, der Gipfel des Feldbergs und – wieder in der Nähe – der Große Grassert und Lützelhardt sind, neben vielen anderen Landmarken, beschriftet.

 

Die Idee, auf der Ruine eine 360-Grad-Kamera zu installieren, hatte Bürgermeister Thomas Schäfer schon eine geraume Zeit. „Der Turm und die Landschaft bieten viele Impressionen.“ Die Kamera, die etwas abseits der Aussichtsplattform montiert ist, liefert rund um die Uhr Bilder. Diese sind auch nachträglich abrufbar. Wer will, kann sich eine beliebige Uhrzeit in den vergangenen 30 Tagen aussuchen und den Blick genießen, wie Schäfer und Hauptamtsleiterin Amelie Rosewich beim Pressegespräch vorführten.

Gemeinde verspricht sich Werbung

Schäfer zeigte sich sicher, dass diese Idee gut ankommen wird. So könnten Besucher, die länger nicht mehr in Seelbach waren, einen Blick samt den Erinnerungen der Geroldseck auf der Webseite einfangen. Er freute sich, dass die Daten auch in verschiedenen Fernsehkanälen auftauchen könnten. Eine Ansicht, wie sie jetzt von der Ruine der Geroldseck geboten wird, würde es, laut Schäfer, bisher so nirgendwo geben.

Die Gemeinde – speziell die Touristinfo im Rathaus – verspricht sich von der Aussicht Werbung für die Urlaubsregion und die Ruine Hohengeroldseck, das Wahrzeichen des „Geroldsecker Landes“.

Link, Kosten und Technik

Unter https://feed.yellow.camera/seelbach lassen sich die Bilder betrachten. Die Schweizer Firma Avisec benutzt eine spiegellose Nikon Z6 mit einem Spezialobjektiv. Für die Wartung und den Unterhalt ist die Firma zuständig. Anlage und Aufbau haben zusammen etwa 15 000 Euro gekostet, die Anschlüsse etwa 4000 Euro.