Viele Singles nutzen heutzutage Online-Datingplattformen für die Partnersuche. Foto: gonabo/ Shutterstock

Im Januar hatten Onlinedating-Portale Hochkonjunktur. Wir haben bei einem Dating-Portal nachgefragt, warum das so ist. Und unsere Leser haben uns ihre Erfahrungen mit Dating-Portalen geschildert.

Bei der Partnersuche nutzen viele Menschen Online-Singlebörsen. Insbesondere im Januar herrscht dort Hochkonjunktur: In keinem anderen Monat verzeichnen die Anbieter mehr Neuanmeldungen. Das haben wir zum Anlass genommen und bei der Icony GmbH, die auch das Dating-Portal des Schwarzwälder Boten betreibt, nachgehakt, warum das so sein könnte. Und die Follower unseres Instagram-Kanals nach ihren Erfahrungen mit Dating-Plattformen gefragt.

 

Dabei haben wir viele positive Rückmeldungen erhalten. „Nur Gutes, sind jetzt seit elf Jahren zusammen und seit sieben verheiratet. Absoluter Glückstreffer“, schreibt eine Nutzerin. „Geheiratet“ oder „Ich habe meinen Mann dort gefunden“, berichten weitere.

Aber auch kritische Stimmen erreichten uns. „Viele Idioten unterwegs. Aber es gibt dort auch tolle Menschen“, heißt es. Ein anderer erzählt: „Bisher nur Menschen kennengelernt, die online jemanden darstellen, der sie gerne sein würden, aber gar nicht sind.“ „Getestet und rausgefunden, dass es nicht funktioniert“, berichtet ein weiterer Nutzer von seinen Negativerfahrungen.

Bezüglich der intensiveren Nutzung von Online-Dating zu Jahresbeginn bestätigt ein Sprecher der Icony GmbH: „Ja, im Januar gibt es überdurchschnittlich viele neue Nutzer.“ Genaue Zahlen habe er zwar nicht, aber er schätzt das Plus auf 20 bis 25 Prozent. „Wir gehen da von einer Art Silvester-Effekt aus: Neues Jahr, neue Vorsätze“, erklärt er: Während die einen sich im Fitnessstudio anmelden, entscheiden sich wieder andere dafür, nicht mehr alleine durchs Leben zu gehen.

Seit sieben Jahren Single

So auch Stephanie*. Sie ist 37 Jahre alt, kommt aus der Nähe von Rottweil und arbeitet als Verwaltungsfachangestellte. Im Sommer 2019 war sie bereits seit sieben Jahren Single. „Ich habe damals immer gesagt, ich brauche keinen Mann“, erinnert sie sich im Gespräch mit unserer Redaktion.

Eine Freundin war es schließlich, die ihr an einem lustigen Abend ein Profil bei der Dating-App Lovoo anlegte. „Da kam dann ganz viel Schrott und Bilder, die keiner sehen möchte – und ich habe schnell wieder aufgehört, die App zu nutzen“, erzählt sie.

Im Nachhinein ist sie froh

Aber als sie Anfang 2020 krank im Bett lag, habe sie es aus Langeweile noch einmal probiert. „Und zack, war da eine Nachricht von meinem heutigen Mann.“ Am Anfang schrieben sie sich noch über die App, nach einiger Zeit wurden Handynummern ausgetauscht und auch mal telefoniert – und schließlich verabredeten sich die beiden.

„Fast wäre ich nicht gegangen. Ich dachte, nachher ist es doch ein Psychopath“, erzählt sie. Im Nachhinein sei sie aber froh, dass sie es doch getan hat: Seit März 2020 sind die beiden ein Paar und seit Juni 2022 verheiratet. „Ich hatte relativ schnell das Gefühl, wir kennen uns schon das ganze Leben lang. Er ist einfach mein Seelenverwandter“, schließt sie ab.

Es langsam anzugehen und erst mal eine Zeit lang die Nachrichten-Option innerhalb der Plattform zu nutzen, hält auch der Pressesprecher der Icony GmbH für das richtige Vorgehen. „Unser Support achtet permanent auf Unstimmigkeiten und mögliche betrügerische Absichten“, bekräftigt er. Doch es gebe halt immer schwarze Schafe und daher rät er, nicht vorschnell private Daten preiszugeben: „Immer aufs Bauchgefühl hören. Wenn das Profil unseriös wirkt, sollte man lieber den Support kontaktieren.“

Aufs Bauchgefühl hat auch Gloria* aus der Nähe von Balingen gehört. „Meine Geschichte ist recht unspektakulär: Wir haben uns im April 2020 auf Tinder kennengelernt“, erzählt sie. Nachdem sie ein paar Wochen geschrieben und sich ein paar Mal getroffen hatten, haben sie wenig später entschieden, dass es bei ihnen passt.

Online-Dating war ein großer Schritt für sie

„Ich komme ursprünglich aus der Nähe von Donaueschingen, das waren fast 60 Kilometer“, erzählt sie. Doch das sei es wert gewesen: Seit September 2021 sind die beiden verheiratet und Anfang 2022 haben sie ihr erstes Kind bekommen.

Ebenfalls auf Tinder hat Franziska* aus der Nähe von Calw ihre neue Liebe kennengelernt. „Ich war rund 20 Jahre mit meinem Ex-Mann zusammen und habe drei Kinder mit ihm. Als die Beziehung vorüber war, war mein Selbstwertgefühl am Boden. Da war Online-Dating schon ein krasser Schritt für mich“, berichtet sie.

Bei Nummer vier hat es gepasst

Sie habe sich entschieden, Online-Dating auszuprobieren, als sie ein Jahr nach dem Ende ihrer Beziehung (wie Stephanie) krank im Bett lag. „Erschreckend ist, dass viele da anscheinend nur eine Affäre suchen. Und das wollte ich überhaupt nicht“, erinnert sie sich. Auch habe sie das Gefühl gehabt, dass manch einer statt ein Gespräch zu führen nur eine Checkliste abarbeite: „Kannst du kochen? Putzt du gern? Hast oder willst du Kinder? Richtig nervig und unsympathisch war das“, sagt sie.

Etwas mehr geschrieben habe sie dann mit vier Männern: „Mit den ersten beiden hatte ich bald keine Themen mehr. Der dritte war echt nett, wir haben uns stundenlang unterhalten, aber es hat einfach nicht gefunkt.“ Nummer vier war dann schließlich ihr heutiger Partner.

Patchwork stellt Herausforderung dar

„Wir haben uns direkt gut verstanden. Er war anders als die anderen“, sagt sie. Nach elf Tagen haben sie sich dann zum Spazierengehen verabredet.Anfangs habe sie nicht sagen wollen, wo sie wohne und darauf geachtet, dass die Treffen ganz unverfänglich in der Öffentlichkeit stattfinden. „Ich hatte damals gerade ’Blind Date’ von Joy Fielding gelesen und ihn gefragt, ob er zufällig ein Frauenmörder ist“, fügt sie mit einem Schmunzeln hinzu.

Stundenlang sind sie dann in der Eiseskälte durch den Kurpark spaziert, haben geschaukelt und viel gelacht. Recht bald habe er dann bei ihr übernachtet „und ist im Prinzip nur gegangen wenn er zur Arbeit oder zu seinen Kindern ist“, erzählt sie. Da sie beide jeweils drei Kinder aus ihren vorherigen Beziehungen mitbringen, sei es durch das Patchwork zwar nicht immer einfach. „Aber es hat einfach gepasst und auch meine Kinder lieben ihn. Der beste Mann der Welt.“

* Name von der Redaktion geändert

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Zum Angebot des Schwarzwälder Boten gehört auch eine Dating-Plattform. Unter flirt.schwarzwaelder-bote.de/ kann man sich kostenlos registrieren und die Partnersuche beginnen.