Kurz vor dem Start des Eishockey-Events der Herren in Mailand: Der Favoritenkreis ist bei der Umfrage groß. Wayne Hynes blickt auch auf seine „Olympischen Spiele“ zurück.
Endlich geht es los! Während das Eishockey-Olympiaturnier der Frauen bereits seit knapp einer Woche läuft, starten nun auch die Männer in Mailand. Am Mittwoch (16.40 Uhr) beginnt die Vorrundengruppe B mit dem Duell zwischen der Slowakei und Finnland. Die italienischen Gastgeber – mit den beiden Wild Wings Thomas Larkin und Alex Trivellato – steigen ebenfalls an diesem Mittwoch in der Gruppe B um 21.10 Uhr gegen Schweden ein. Am Donnerstag (21.10 Uhr) geht es schließlich auf für das deutsche Team los.
Weil dieses Mal fast jedes Team mit NHL-Stars besetzt ist, sprechen die Experten jetzt schon von einem „Turnier der Superlative“. Doch was für ein Event erwarten die beiden Wild Wings Steve Walker und Phil Hungerecker? Wie hoch schätzen der frühere Olympiateilnehmer Wayne Hynes und der Fast-Olympiafahrer Matthias Hoppe die Chancen von Leon Draisaitl und Co. ein?
Steve Walker
Der Schwenninger Coach, der mit seinem Team am vergangenen Freitag wieder in die Vorbereitung auf den letzten DEL-Hauptrundenteil einstieg, schwärmt fast schon, „dass dieses olympische Turnier das beste wird, was die Fans bisher gesehen haben. Es sind zwölf sehr gute und vor allem von den Einzelspielern her sehr interessante Teams am Start. An einem Tag kann jeder jeden schlagen. Die mentale Stärke wird individuell auch eine große Rolle spielen.“ Steve Walker tut sich schwer, einen Favoriten zu nennen. „Natürlich drücke ich Kanada und Deutschland die Daumen. Die deutsche Mannschaft ist sehr gut und ausgeglichen besetzt. Ich hoffe, dass sie zumindest das Halbfinale erreicht.“
Phil Hungerecker
Der Wild-Wings-Stürmer ist sich sicher: „Wir können einiges von diesem Turnier erwarten. Alle Nationen haben ihre bestmöglichen Teams am Start. Das Tempo wird sehr hoch sein. Wir können uns auf sehr gutes Eishockey freuen. Meine Top-Favoriten sind Kanada und die USA – also die beiden Klassiker. Schweden darf man nicht unterschätzen. Wir schmeißen mal das deutsche Team mit in diesen Topf. Denn, wenn du die K.o-Phase erreichst, ist alles möglich – selbst für Italien mit meinen Teamkollegen Thomas und Alex.“
Wayne Hynes
Der frühere Nationalspieler und heutige Schwenninger Nachwuchs-Coach gerät beim Stichwort „Olympia“ erst einmal ins Schwärmen und erinnert sich: 2002 durfte ich das mit dem deutschen Team in Salt Lake City erleben. Es ist ein Höhepunkt in deinem Leben. Damals hat alles gepasst. Die Stimmung bei diesen Spielen war fantastisch. Wir hatten unter Bundestrainer Hans Zach ein gutes Team, erreichten die Zwischenrunde. Ich tippe nun auf ein großartiges Turnier in Mailand. Für mich ist völlig offen, welche Mannschaften am Ende die Medaillen gewinnen. In nur einem Spiel kann sehr viel passieren.“ Die Chancen für das deutsche Team? „Wir sind mit den NHL-Spielern wirklich sehr gut besetzt, aber die anderen Mannschaften eben auch. Für mich ist bei diesem Turnier vieles offen. Das macht es auch so spannend und interessant.“
Top-Favoriten sind für Wayne Hynes aber doch in erster Linie Kanada, die USA und Schweden.
Matthias Hoppe
Der frühere Top-Torhüter der Wild Wings war 1980 während der olympischen Spiele in Lake Placid drauf und dran noch für das deutsche Team nachnominiert zu werden. Bei der Nationalmannschaft hatte sich in der Vorrunde Torhüter Sigmund Suttner verletzt. „Ich stand praktisch schon am Flughafen, als der Anruf kam, dass es bei ihm doch wieder geht“, berichtet Matthias Hoppe, der nur zu gerne damals in seinen Glanzzeiten Olympia einmal live als Spieler erlebt hätte.
Auch die Schwenninger Legende erwartet ab diesem Mittwoch ein hochkarätiges Männer-Turnier. „Da können viele Teams um die Medaillen mitmischen. Auch wenn das deutsche Team sehr stark besetzt ist, wird es nicht einfach. Fast jede Mannschaft hat NHL-Spieler am Start. Nationen wie Dänemark sind auch besser geworden, die werden wir am Donnerstag nicht so einfach vom Tisch wischen.“
Matthias Hoppe glaubt auch, „dass eine Mannschaft mit einer starken Defensive auf dieser kleinen Eisfläche in Mailand eine große Rolle spielen kann. Ich freue mich sehr auf dieses Turnier, das einige Überraschungen bieten kann.“