Nach Olympia-Gold ist vor der „großen Kugel“? Daniela Maier hat noch lange nicht genug, das große Ziel ist nun der Gesamtweltcup. Die RTL-Show „Let’s Dance“ muss warten.
Mittwochnachmittag, wir erreichen die 29-jährige Furtwangerin im serbischen Kopaonik. Dort, rund 250 Kilometer südlich von Belgrad, hat die Skicrosserin des SC Urach gerade die Videoanalyse der ersten Qualifikation abgeschlossen. „Ich habe mich beim Start etwas verzettelt, aber die Strecke ist echt cool“, gefallen der WM-Dritten vor allem die vielen und hohen Sprünge.
Die Olympiasiegerin ist also wieder im Weltcup-Alltag angekommen. „Let’s Dance“ oder „Das große Promibacken“, in der Euphorie der sportlich-geschichtlichen Unsterblichkeit hatte die Schwarzwälderin Interesse an den TV-Shows signalisiert, spielen (derzeit) keine Rolle mehr, nur der Kampf um Weltcup-Punkte zählt.
Daniela Maier will die perfekte Saison. Nach der olympischen Goldmedaille soll die große Kristallkugel, also der Gesamtweltcupsieg, her. „Ich schaue aber einfach von Rennen zu Rennen“, setzt sich die Furtwangerin nicht unter Druck. Derzeit belegt Maier hinter der Schwedin Sandra Näslund den zweiten Rang.
Daniela Maier, wie geht es als Olympiasiegerin in Serbien?
(lacht) Gut. Das ist eine coole Strecke und ein schöner Ort. Wir sind ja erstmals in Serbien. Ich bin aufgrund der ganzen Medienanfragen zwar etwas im Zeitstress, aber das gehört dazu. Außerdem habe ich super Unterstützung. Darunter sind auch Ex-Sportler, die so etwas schon erlebt haben. Und unter uns Skicrosserinnen und Skicrosser, viele haben mir von Herzen gratuliert, hat sich durch den Olympiasieg überhaupt nichts verändert. Auch ich möchte mich nicht verändern.
Ihr Handy glüht sicher bei den ganzen Glückwunschnachrichten immer noch. Über welchen Gratulanten haben Sie sich am meisten gefreut, wer hat Sie am meisten überrascht?
Zunächst freue ich mich, dass sich viele alte Weggefährtinnen und Weggefährten gemeldet haben. Einige waren ja auch sogar in Livigno. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat eine Story geteilt, dazu haben die Skilegenden Viktoria Rebensburg und Tina Maze gratuliert. Ich bin immer noch am antworten.
Es ging ja direkt von Livigno nach Serbien. Ist die Goldmedaille gut und sicher verstaut?
Nicht direkt. Eine Nacht war ich daheim in Bayern. Die Medaille blieb dort. Mir war es auch sehr wichtig, dass auch mit meinen Eltern reden konnte. Insgesamt habe ich schon etwas Zeit gefunden, um den Olympiasieg zu realisieren.
Nicht aus Gold, sondern aus Kristall ist die große Kugel, die es am Ende des Winters für die Weltcup-Gesamtsiegerin gibt.
Das ist richtig. Aber noch denke ich nicht an Kristall. Ich schaue, wie seit Saisonbeginn, weiter von Rennen zu Rennen. Der Fokus liegt also nun voll auf Kopaonik.
Bis Ende März im schwedischen Gällivare stehen noch zahlreiche Rennen an. Wann können Sie denn die Goldmedaille – vielleicht ja zusammen mit der Kristallkugel – den begeisterten Mitgliedern des SC Urach präsentieren? Es wird ja einen großen Empfang im Schwarzwald geben.
Noch steht kein genauer Termin fest. Aber ich freue mich schon riesig darauf.
Für „Let’s Dance“ und Co. bleibt also erst einmal keine Zeit. Wann tanzen Sie denn im TV vor?
(lacht) Ja, da habe ich was losgetreten. Das ist erst einmal echt kein Thema. Es zählt nur der Sport.
Und wenn die lange Saison vorbei ist, wohin geht es in den verdienten Urlaub?
Das steht noch nicht fest. Es gibt so viele Ecken auf der Welt, die mich reizen. Mal schauen, wohin es in diesem Jahr geht.
Und ist es dann ein Unterschied, ob Daniela Maier oder die Olympiasiegerin im Urlaub das Leben genießt?
Ich gehe einfach als Dani Maier in den Urlaub. Das andere spielt überhaupt keine Rolle. Ich bin einfach, wie ich bin und will mich nicht verändern oder verstellen.