Eine überstrahlende Daniela Maier, eine unglückliche Janina Hettich-Walz, eine stolze Jana Fischer und zwei beeindruckte Wild Wings – das waren die Spiele aus Schwarzwald-Baar-Sicht.
„Verrückt, irre, absolut crazy!“ Daniela Maier kann es immer noch nicht so richtig fassen, dass sie Olympiasiegerin ist. Zehn Jahre nach Kombinierer Georg Hettich gibt es also (endlich) wieder eine olympische Goldmedaille für die Skiverband Schwarzwald (SVS).
Die 29-jährige Skicrosserin des SC Urach hat es also bei ihren zweiten Winterspielen, in Peking hatte die Furtwangerin nach einem monatelangen Wechselbad der Gefühle mit der Schweizerin Fanny Smith die Bronzemedaille „geteilt“, auf den Olymp geschafft. „Wenn ich hier als Olympiasiegerin vorgestellt werde, dann hört sich das immer noch total surreal an“, will Daniela Maier auch in den kommenden Jahren für Furore sorgen.
Vielleicht gibt es 2030 in Frankreich ja wieder ein Podest wie 2026 (Daniela Maier vor Fanny Smith und der Schwedin Sandra Näslund) und 2022 (Gold für Näslund, Bronze für Daniela Maier und Fanny Smith)? Die Furtwangerin hat auf jeden Fall angekündigt, dass Olympia in vier Jahren „noch einmal ein Ziel“ sei.
Janina Hettich-Walz
Die Olympischen Spielen, ihre ersten, begannen für die Biathletin des SC Schönwald gut. Zum Auftakt stand in Antholz ein solider achter Rang im Einzel. Ohne die zwei Schießfehler wäre sogar für die Lauterbacherin eine Medaille möglich gewesen.
„Es hat viel Spaß gemacht. Im ersten Liegendschießen war ich einmal zu schnell. Nach den insgesamt beiden Schießfehlern habe ich es dann in der zweiten Hälfte noch gerettet. Den achten Platz nehme ich. So oft war ich in dieser Saison ja noch nicht in den Top 10“, blickte die Lauterbacherin mit Zuversicht auf den Sprint und den Verfolger.
Doch es sollte anders kommen. Es folgte eine Hiobsbotschaft: „Die letzten beiden Tage hatte ich mit Magenproblemen zu kämpfen, und auch wenn es mir heute schon wieder besser geht, kommt der Sprint leider zu früh, eine schwere Entscheidung, aber die Gesundheit geht vor“, musste die Biathletin schweren Herzens passen.
Rechtzeitig zur Staffel war Janina Hettich-Walz wieder fit. „Wir haben uns eine Medaille vorgenommen. Die Enttäuschung überwiegt“, war die Schwarzwälderin nach dem vierten Rang hinter Frankreich, Schweden und Norwegen nicht zufrieden.
Am Samstag schnupperte die 29-Jährige dann beim abschließenden Massenstart ebenfalls am Edelmetall. Die Lauterbacherin lag sogar zwischenzeitlich in Führung. Doch vier Fehler bei den letzten beiden Schießeinlagen ließen Janina Hettich-Walz noch auf den 17. Rang zurückfallen. Für die Biathletin des SC Schönwald geht es nun Anfang März mit dem Weltcup im finnischen Kontiolahti weiter.
Jana Fischer
Für Snowboardcrosserin Jana Fischer (SC Löffingen) waren es bereits die dritten Olympischen Spiele. Die Bräunlingerin überzeugte im Snow Park von Livigno, hätte zusammen mit dem Lörracher Leon Ulbricht (SC Rötteln) fast das Mixed-Finale um Gold, Silber und Bronze erreicht. „Ich hätte es dem Leon gerne etwas besser beschert. Er ist so gut gefahren“, war die 26-Jährige nicht ganz mit ihrem Auftritt zufrieden.
Zuvor hatte Fischer im Einzelwettbewerb hauchdünn und nach einer Videoüberprüfung den Sprung in das Halbfinale verpasst. Am Ende stand Rang elf. „Ich wusste, dass meine Starts nicht die besten sind. Aber ich hatte einen guten Plan, wo ich danach überholen kann. Der Plan hätte im Viertelfinale auch gut funktioniert, wenn ich vor der letzten Kurve nicht ein bisschen weit geflogen wäre. Da habe ich mir den Speed abgestochen. Ja, es ist am Ende ärgerlich. Es wäre für mich etwas mehr drin gewesen.“
Wild Wings
„Unser Vorteil ist, dass wir schon länger zusammenspielen, uns sehr gut kennen. Ich denke, dass wir den Heimvorteil beim Olympischen Turnier auch nutzen werden. Unsere Jungs sind sehr stolz, unser Land daheim zu vertreten“, fieberte Thomas Larkin schon lange vor dem ersten Spiel der Italiener am 11. Februar gegen Schweden entgegen.
Zusammen mit seinem Schwenninger Teamkollege Alexander Trivellato wollte der Kapitän der Wild Wings beim einmaligen Heimspiel gegen die mit NHL-Stars gespickten Gegner für Überraschungen sorgen.
Doch die hochklassig besetzte Konkurrenz war zu stark. Nach zwei guten Drittel hieß es vor gut 11 000 Zuschauern gegen Schweden in der Vorrundengruppe B 2:5. Larkin hatte in der Arena Milano den zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich vorbereitet.
Noch knapper ging es gegen die Slowakei, 6:2-Eliminator der enttäuschenden deutschen Eishockey-Nationalmannschaft um Superstar Leon Draisaitl im Viertelfinale, zu. Nach dem 2:3-Anschlusstreffer – Larkin hatte erneut assistiert – hoffte der Gastgeber, doch es blieb beim 2:3. Zum Abschluss der Vorrunde gab es ein 0:11-Debakel gegen Finnland.
Für Italien um die beiden Wild Wings ging es im „Achtelfinale“ gegen die Schweiz weiter. Der Gastgeber gab alles, doch am Ende kam mit einem 0:3 gegen die Eidgenossen das Aus beim den Heimspielen, die Thomas Larkin und Alexander Trivellato nie vergessen werden.