Jana Fischer will im Februar ihren olympischen Hattrick perfekt machen. Dafür ist die Bräunlingerin an das andere Ende der Welt gereist. Dort gibt es auch Pinguine.
Sommertraining in Argentinien: Jana Fischer (SC Löffingen) und ihre Teamkollegen vom deutschen Snowboardcross-Team – Martin Nörl, Kurt Hoshino und Leon Ulbricht – haben endlich wieder Schnee unter den Füßen.
Am „Ende der Welt“, im argentinischen Ushuaia, knirscht es unter den Boots. Ushuaia ist die Hauptstadt der argentinischen Provinz Tierra del Fuego („Feuerland“). Von dort aus starten Südpol-Expeditionen.
Zwei Wochen ist das Team vor Ort, jeden Morgen am Hang. Auf der eisigen Piste, die dann gegen 11 Uhr langsam antaut, wird bis 13 Uhr das „on-Snow-Training“ absolviert, bevor beim Nachmittagstraining im Gym ein intensives Krafttraining ansteht. Disziplincoach David Speiser ist sehr zufrieden: „Wir snowboarden so viel wie es geht, alle sind voll dran und strengen sich an.“
South America Cup
Argentinien steht im Herbsttraining nicht nur für die Deutschen ganz oben auf der Liste: Gemeinsam mit den Teams der USA, Spanien, der Schweiz sowie verschiedenen internationalen Einzelathleten geht es Tag für Tag die 40 Sekunden-Piste hinab.
Besonderes Highlight ist der South America Cup, der einen ersten Leistungsvergleich möglich macht – und bei dem die Deutschen die Nase vorn haben. Jana Fischer holte gleich zwei Mal Gold, setzte sich klar gegen die internationale Konkurrenz durch.
Insgesamt drei Wochen trainiert das Team in Argentinien und blickt nach diesen ersten Rennen nicht nur körperlich, sondern auch moralisch gestärkt auf die kommende Saison und die olympischen Winterspiele im Februar 2026 (Mailand-Cortina).
Jana Fischer war bereits 2018 in Pyeongchang (Südkorea) und 2022 in Peking (China) am Start.
Jana Fischer, wir erreichen Sie an der Südspitze Südamerikas, sind Sie das erste Mal auf diesem Kontinent?
Nein, vor einigen Jahren war ich schon in Brasilien. Und 2024 waren wir auch zur Vorbereitung in Argentinien, allerdings ein bisschen weiter im Norden. Jetzt sind wir ja ganz im Süden.
Und wie ist es am „Ende der Welt“?
Am meisten beeindrucken mich hier schon die Berge. Die Anden sind schon extrem schön, gerade wenn man sie mit dem Flugzeug überfliegt.
Wie kam es zu diesem ja nicht gerade alltäglichen Trainingslager?
Das macht einfach Sinn, weil auf der Südhalbkugel gerade Winter ist. Die Gletscherbedingungen sind in Europa im September noch nicht wirklich gut. In Argentinien haben wir eine gute Strecke, das sind für uns und viele andere Nationen einfach sehr gute Trainingsbedingungen. Selbst ein paar Koreaner sind da. Es ist echt was los – und das ist echt gut in der Vorbereitung.
Zu dieser gehört auch der South America Cup.
(lacht). Ja – und da ist es für mich echt gut gelaufen. Ich konnte zwei Rennen gewinnen. So macht es natürlich noch mehr Spaß. Dazu ist der Schnee echt super. Das war ein guter Start in die Saison.
Bleibt bei all dem Training und den Wettkämpfen Zeit für Ausflüge?
Eigentlich wollten wir noch Pinguine schauen gehen. Aber leider haben die Bootstouren das nicht im Angebot. Aber alleine der Ausblick aus dem Frühstücksraum zum Sonnenaufgang über dem Beagle-Kanal und die Berge ist extrem schön. Wir sind auch in der Stadt unterwegs, gehen mal einen Kaffee trinken.