Die Spiele dauern noch ein paar Tage. Aber schon jetzt gibt es die ersten Verschleißerscheinungen. Vor allem bei den Journalisten.
Die Spiele von Paris sind erst ein paar Tage alt, aber: Es gibt bereits die ersten Verschleißerscheinungen. Was viel mit der Eröffnungsfeier zu tun hat. Die bot zwar eine gigantische Show, die vielen Zuschauer und Sportler hatten aber nicht nur wegen der großen Emotionen feuchte Augen bekommen, sondern vor allem wegen des Dauerregens.
Das führte am Ende auch dazu, dass manch ein Kollege bereits jetzt die letzten Reserven aufgebraucht hat – in technischer Hinsicht. Der Regen hat jedenfalls den einen oder anderen Laptop dahingerafft.
Uns ist das zum Glück erspart geblieben – aber wir haben seit Samstagvormittag das Gefühl: Auch bei uns ist etwas kaputtgegangen. Und zwar nicht nur der Bus auf dem Rückweg von der Eröffnungsfeier (der Fahrer hatte eine Verkehrsinsel übersehen, sein Gefährt war danach schwer verletzt). Sondern auch im eigenen Oberstübchen.
Umwege über Umwege
Am Morgen nach dem feierlichen Entrée jedenfalls haben wir noch guter Dinge den Ausgang unseres Hotels passiert – um nach einigen hundert Metern festzustellen: Ladekabel im Zimmer vergessen. Wir sind dann wieder zurück. Beim erneuten Aufbruch regnete es dann schon wieder, weshalb wir beschlossen, in einem Sportgeschäft eine Regenjacke zu kaufen.
Wir nahmen also diesen Umweg auf dem Weg zur Metrostation, um dann festzustellen: Der Laden hatte noch gar nicht geöffnet. Immerhin waren wir da schon vor dem Regen geschützt. Wir blieben im Pariser Untergrund und nutzten die Metrofahrt zum Hauptpressezentrum, um am Telefon Absprachen mit der Kollegin in der heimischen Redaktion zu treffen und nach einigen Minuten festzustellen: vergessen auszusteigen.
Angelique Kerber überrascht – auch die Reporter
Also raus aus der Bahn, einmal durch das unterirdische Labyrinth auf die andere Seite des Bahnsteigs und wieder zurück. Wir ahnten Böses für den restlichen Tag. Aber der bot dann durchaus positive Überraschungen. Wir haben Wasserspringen angesehen, den Rugby-verrückten Franzosen zugeschaut und waren danach bereit, Angelique Kerber nach ihrem letzten Einzel als aktive Tennisspielerin in den sportlichen Ruhestand zu begleiten.
Aber da hatte die gute Angie etwas dagegen. Sie gewann einfach ihr Erstrundenmatch gegen die Favoritin Naomi Osaka und sah danach ziemlich glücklich auch. Wir waren das auch – bis uns an der Hotelzimmertür die Realität dieses Tages einholte.
Wir wollten sie mit der Chipkarte öffnen und waren schon recht verzweifelt, weil sie auch nach mehreren Versuchen verschlossen blieb. Dann kam uns der Geistesblitz: Die Metro-Karte war dafür einfach nicht geeignet.
Irgendwann lagen wir im Bett und dachten: Morgen wird alles besser. Das hofft der Kollege übrigens auch. Für seinen Laptop.