Die Olympischen Spiele verabschieden sich von den Dolomiten. Foto: IMAGO/Revierfoto

Die Olympischen Spiele haben viel Energie gekostet – auch unsere Reporter. Jetzt sind die Batterien leer und es ist an der Zeit, „Arrivederci“ zu sagen. Allerdings nicht für immer.

Der erfahrene Olympia-Reporter weiß: Je länger die Spiele dauern, umso mehr zehren sie. An den Nerven, der Kraft, dem Willen. Nicht nur bei den Athleten.

 

Als wir vor zweieinhalb Wochen ins Val di Fiemme gereist sind, hatten wir viele Ideen und noch mehr Motivation im Gepäck. Nur einen Adapter haben wir vergessen, der für unseren olympischen Erfolg nicht unwichtig gewesen wäre – denn ausgerechnet in unserem Hotelzimmer passte der dicke Stecker unseres Laptop-Netzteils nicht in die Steckdose. Also riefen wir umgehend zu Hause an und baten um eine Express-Nachlieferung, die auch prompt auf den Weg gebracht worden ist.

Die Energie geht aus

Wir haben es dann geschafft, vor Ort Ersatz zu beschaffen, weshalb wir auf das Paket aus Deutschland nicht mehr dringend angewiesen waren und es irgendwann vergessen haben. Bis zum Samstag. Am vorletzten Tag der Spiele, mehr als zwei Wochen nach dem Versenden, kam der Adapter endlich an. Und wir wussten: Jetzt ist es Zeit, wieder eine Verbindung nach Hause herzustellen – und abzureisen. Zumal sich die Anzeichen, dass es zu Ende geht, schon vorher gehäuft hatten.

Nicht nur der Akku in unserer elektrischen Zahnbürste hat den Geist aufgegeben, sogar die Batterie in unserer Funkmaus ist mittlerweile komplett leer – und auch uns selbst geht langsam die Energie aus. Als wir am Samstag zum 50-Kilometer-Rennen der Männer wollten, haben wir unsere Akkreditierung im Hotelzimmer vergessen, mussten zurückhetzen und verpassten deshalb den einzigen Bus. Danach fühlten wir uns ziemlich allein gelassen. Der Portier unseres Hotels hatte so viel Mitleid, dass er sagte: „Benvenuto a casa!“ Willkommen daheim! Doch so weit werden wir es nicht kommen lassen – und nehmen nun Abschied. Von Spielen, die anders waren.

Das Konzept, die Wettkämpfe auf viele weit auseinander liegende Orte zu verteilen, führte dazu, dass auch wir Journalisten nur einen Ausschnitt des gesamten Olympia-Spektakels erlebt haben. Arbeit gab es trotzdem genug. Und zu lernen auch. Zum Beispiel, dass Skispringen im italienischen Volksmund „Trampolini“ genannt wird, aber auch, dass der Aperol Sprizz hier im Fleimstal noch so günstig ist (fünf Euro), dass es sich auf jeden Fall immer lohnt, mehrere nacheinander zu trinken. Auch deshalb verlassen wir nun mit Ringen unter den Augen die Winterspiele und sagen: „Arrividerci, olimpici!“ Zugleich versprechen wir, dass wir wiederkommen werden. Schon wegen des netten Portiers.