Der Boxer Belkijan Kaleshiq aus Allmannsweier hat in seinem Sport schon viel erreicht – und noch viel mehr vor. Die Olympischen Spiele sollen es sein.
Er wirkt in der Halle des Jiu Jitsu und Judo-Clubs Neuried noch etwas schüchtern. Pressetermine sind für Belkijan Kaleshiq mit seinen 16 Jahren noch kein Alltag. Doch von dem ruhigen jungen Mann neben dem Boxring sollte man sich nicht täuschen lassen. Denn wenn Kaleshiq in den Ring steigt, ist alle Zurückhaltung dahin. Dann lässt der junge Boxer aus Allmannsweier Taten sprechen – und das mit durchschlagendem Erfolg.
Erst vor drei Jahren hat sich Kaleshiq für den Sport entschieden, der ihm nun in jungen Jahren schon einigen Ruhm eingebracht hat. „Ich wollte am Anfang gar nicht boxen. Das war das Ding meines Bruders Erduhan. Der hat mich dann mal mitgenommen und mein Trainer hat direkt sehr viel Talent in mir gesehen. Dann stand er jeden Tag vor meiner Haustür und hat nicht locker gelassen, mich vom Boxen zu überzeugen“, erinnert sich Kaleshiq beim Besuch unserer Redaktion. Sieben Jahre hatte er zuvor in Allmannsweier Fußball gespielt.
Als die Boxkarriere dann relativ spät begann, ging es für den Jugendlichen schnell nach oben. Mittlerweile ist er dreifacher Landesmeister in den Gewichtsklassen 54, 57 und 60 Kilogramm, landete bei der deutschen Meisterschaft der Junioren in der Klasse bis 60 Kilogramm 2024 auf Rang zwei, holte auch in der U 17 einen zweiten Rang und dann folgte bei den Meisterschaften des südwestdeutschen Amateur-Boxverbands in diesem Jahr den Titel.
52 Kämpfe mit 42 Siegen stehen in der Bilanz
Und damit nicht genug: Anfang November geht es für Kaleshiq zusammen mit seinem Trainer Pepe Sanfilippo nach Köln zur deutschen Meisterschaft der U 18-Boxer. Dort tritt der 16-Jährige in der Gewichtsklasse bis 65 Kilogramm gegen ältere und schwerere Gegner an, doch er fährt mit großem Selbstvertrauen in die Domstadt. „Da wird Gold mit nach Hause geholt“, betont der junge Boxer.
In seiner Karriere sind bislang schon 52 Kämpfe mit 42 Siegen vermerkt. „In der Rangliste des ,World Boxing’ bin ich auf Platz 250 von 3600 Teilnehmern geführt“, sagt Kaleshiq nicht ohne Stolz. Dass Boxen ein harter Sport ist, musste er auch schon erfahren. „Einmal habe ich mir in der ersten Runde gleich die Hand gebrochen. Ich habe mir aber nichts anmerken lassen und weitergekämpft. Das Duell habe ich dann leider knapp verloren“, erinnert sich das Talent, das für den Verein Gladiators Waghäusel in den Ring steigt.
Im März dieses Jahres machte Kaleshiq bei der „Bounce Fight Night“ in Schwechat (Österreich) auf sich Aufmerksam. In der Gewichtsklasse bis 67 Kilogramm musste er sich direkt nach der fünfmonatigen Verletzungspause aufgrund des Handbruchs einem starken Gegner stellen. Der 17-Jährige Ivan Bezuhlyi, zweifacher ukrainischer Meister, zweifacher Europameister bei den Schülern, österreichischer Meister sowie Gewinner vieler internationaler Turniere, war der Konkurrent. Kaleshiq verlor nur knapp.
Der junge Boxer will mit seinem Sport eines Tages Geld verdienen. Da dieser Weg trotz bereits sieben Kämpfen für die Nationalauswahl immer noch steinig ist, denkt Kaleshiq allerdings auch an eine Zukunft ohne Profisport. Der 16-Jährige hat beim Olympiastützpunkt Heidelberg seinen Hauptschulabschluss gemacht und gerade seine Ausbildung bei Maler Schwend in Friesenheim begonnen.
Diese wäre 2028 abgeschlossen. In dem Jahr möchte er sich allerdings auch einen Traum erfüllen, für den es keinen Pinsel braucht. „Ich will als Amateurboxer zu den Olympischen Spielen, am besten schon in Los Angeles “, sagt Kaleshiq.