Skiakrobatin Emma Weiß aus Albstadt hat es geschafft: Am Nachmittag kämpft sie bei Olympia in Livigno um die Medaillen.
Das erste Ziel ist erreicht: Emma Weiß hat die zweistufige Qualifikation bei den Olympischen Spielen in Mailand und Cotina d’Ampezzo überstanden.
Mit ihrem ersten Sprung – einem Sicherheitssprung mit einer geringeren Schwierigkeit – sicherte sie sich mit 81,90 Punkten den elften Platz. In dieser ersten Runde sicherten sich die Favoritinnen Marion Thenault (Kanada), Danielle Scott (Australien), Kaila Kuhn (USA) und die starken Chinesinnen Qi Shao, Fanyu Kong und Mengtao Xu die direkte Qualifikation für das Finale am Nachmittag (den Bericht über das Finale finden Sie hier: Emma Weiß feiert den Höhepunkt ihrer Karriere).
Emma Weiß musste in die zweite Qualifikation, in der sie einen Sprung mit höherer Schwierigkeit zeigte. Allerdings erhielt sie für diese Darbietung nur 75,14 Punkte, weshalb die Punkte ihres ersten Sprungs gewertet wurden. Und das war im Ergebnis immer noch Platz 11 – und damit ein Finalplatz der besten zwölf.
Jetzt soll noch ein Schritt folgen
Ihre Ambition hat sie klar formuliert: „Das Finale der besten sechs ist mein Ziel.“ Dafür muss sie allerdings noch ein wenig zulegen, denn die Konkurrenz hat höhere Ausgangswerte (wegen höherer Schwierigkeit) und liegt zwischen 108,61 und 89,29 Punkten. Für eine Medaille müssten es schon über 90 Punkte sein.
Die Qualifikation für das Finale ist allerdings schon ein großer Erfolg – und eine Premiere: 2022 in Peking verpasste sie nach Corona-bedingten Widrigkeiten den Vorstoß in den Kampf um die Top-Plätze und blieb in der Qualifikation hängen.
Treppchen nicht utopisch
Mut macht ihr, dass sie im Vorfeld der Spiele in Kanada zum zweiten Mal in ihrer Karriere auf das Treppchen vorgestoßen war – die Konkurrenz patzte, sie war zur Stelle. Davon träumt die Albstädterin auch in Livigno.
Langes Warten hat sich gelohnt
Bis es zur Quali kam, war es jedoch ein Geduldsspiel: Der Vorwettkampf war eigentlich für den Dienstag angesetzt, lange und starke Schneefälle hatten einen Start aber unmöglich gemacht.
Vater – Tocher: ein eingespieltes Team
In Norditalien wird Emma Weiß von ihrem Vater in einer Art Mini-Team unterstützt, der Deutsche Skiverband investiert nichts in die Sportart, weil den Ausgaben keine Einnahmen (zum Beispiel über TV-Rechte) entgegenstehen. „Wenn ich die finanziellen Möglichkeiten hätte, würde ich am liebsten immer mit meinem Vater unterwegs sein“, sagt die 26-Jährige.
Im Etat klafft noch ein Loch
Doch in ihrem Etat für dieses Jahr (70 000 Euro) klafft noch immer ein größeres Loch. „Wenn ich Pech habe, gehe ich mit einem Minus aus der Saison“, sagt die Kunstspringerin, die sich auch um die Sponsorensuche selbst kümmern muss. Eine Überraschungs-Medaille würde da sicher an allen Ecken kräftig weiterhelfen.