Seit Sommer 2024 ist Kim Bui Mitglied der Athletenkommission des IOC. Bei den Winterspielen von Mailand und Cortina d’Ampezzo durfte sie nun erstemals Medaillen überreichen. Wie war’s?
Bei all den Menschen war es ja nicht ganz so leicht den Überblick zu behalten. Zu einer Rodel-Staffel gehören sechs Sportlerinnen und Sportler, drei Teams sind bei der Siegerehrung dabei – macht: 18 Athletinnen und Athleten. Bei der Langlaufstaffel der Frauen ist es nur geringfügig besser: Dreimal vier macht zwölf. Aber: Wer bei diesen beiden Siegerehrungen bei den Olympischen Spielen in Cortina d’Ampezzo und in Tesero genau hingeschaute, hat auch sie gesehen: Kim Bui.
Die frühere Turnerin aus Stuttgart ist seit Sommer 2024 Mitglieder der Athletenkommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) – weshalb ihr bei den Winterspielen 2026 erstmals eine besondere Ehre zuteil wurde. Kim Bui durfte Medaillen übergeben. „Es war“, sagt die 37-Jährige im Gespräch mit unserer Redaktion, „ein sehr besonderes Erlebnis.“
Das gilt natürlich vor allem für die Siegerehrung nach der Rodel-Staffel am Donnerstagabend. Denn: Da durfte Kim Bui die Goldmedaillen dem deutschen Team überreichen. „Das hat mich natürlich sehr gefreut“, sagt sie. Aber: Die Besetzung war nicht deshalb kurzfristig so angesetzt gewesen. Die Einteilung der IOC-Mitglieder für die Siegerehrungen passiert lange im Vorfeld. Aber, klar: Die Chance, dass im Eiskanal deutsche Athletinnen und Athleten auf dem Podest stehen, ist traditionell groß.
Nicht nur wegen der deutschen Komponente war die Medaillenzeremonie am Donnerstag besonders für Kim Bui – es war schließlich ihre Premiere. „Ich muss zugeben: Ich war schon auch ein bisschen aufgeregt“, sagt die frühere Turnerin, die während der Sommerspiele in Paris in die IOC-Kommission gewählt worden ist. Noch bevor am Donnerstagabend in Cortina dann die deutsche Hymne gespielt wurde, konnte sie durchatmen.
Donnerstag Rodeln, Samstag Langlauf
„Keiner ist vom Podium gefallen, und alle hatten am Ende eine Medaille um den Hals hängen“, sagt Kim Bui lachend. Mit eigenen Emotionen musste sie sich allerdings zurückhalten – zumindest während der Zeremonie. Aber: „Davor und danach habe ich die Rodlerinnen und Rodler fest gedrückt.“ Am Samstag dann ehrte sie ein Podium ohne deutsche Beteiligung.
In Tesero galt es, die ersten drei Langlauf-Staffeln der Frauen zu ehren. Norwegen siegte vor Schweden und Finnland. Das deutsche Quartett kam auf Platz vier – in einem Rennen, in dem allerhand Missgeschicke passierten. Der Polin Aleksandra Kolodziej brach der Skistock, die Schwedin Ebba Andersson stürzte, überschlug sich und musste viele Meter mit nur einem Ski zurücklegen.
Aber: In der Siegerehrung mit Kim Bui hat alles bestens funktioniert.