Skispringerin Katharina Althaus startet im Mixed. Foto: imago/opokupix

In Peking finden die bisher ausgewogensten Winterspiele der olympischen Geschichte statt.

Peking - Es gibt fraglos viele Dinge, die man dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) vorwerfen kann. Korruption, Kommerz und Kaltschnäuzigkeit beim Thema Doping zum Beispiel. Nichts zu meckern gibt es bei der Entwicklung des Frauensports.

 

Eine beachtliche Marke setzte das IOC schon bei den Sommerspielen 2021 in Tokio. Erstmals musste dort jede Nation mindestens eine Frau nominieren. Erstmals gab es bei der Eröffnungsfeier Fahnenträger-Duos aus einer Frau und einem Mann. Und erstmals starteten fast so viele Frauen wie Männer, die Quote betrug beachtliche 48,3 Prozent. Dieser Trend setzt sich nun auch in Peking fort.

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Dort finden die bisher ausgewogensten Winterspiele der olympischen Geschichte statt. Nie gab es mehr Athletinnen (45,44 Prozent), nie mehr Wettbewerbe für Frauen. In 46 starten sie allein, erstmals im Monobob. Die Steigerung der Quote kommt allerdings vor allem durch mehr Mixed-Wettkämpfe zustande. In Peking gibt es elf, vier davon sind neu im Programm. Die Männer haben 52 weitere Chancen, Medaillen zu sammeln. Die neuen Frauen- und Mixed-Wettbewerbe sind:

Skispringen Das Mixed-Team ist bereits 2013 ins WM-Programm aufgenommen worden. Jeweils zwei Frauen (darunter Katharina Althaus) und zwei Männer treten in einem Mannschaftsspringen an, die Reihenfolge ist vorgegeben. Deutschland holte von 2015 bis 2021 alle vier WM-Titel. In Peking zahlt das DSV-Quartett zu den Mitfavoriten.

Ski Freestyle/Big Air Die Olympischen Spiele sollen jünger und hipper werden. Mit kaum einem Format geht das besser als dem Big Air, wo Style und Coolness gefragt sind. Die Freeskier rasen über eine aus Schnee geformte Riesenschanze und katapultieren sich bis zu sieben Meter hoch in die Luft, um ihre Tricks zu zeigen und den Sprung sicher zu landen. Diesen neuen Wettbewerb gibt es für Männer und Frauen. Aliah Delia Eichinger ist die einzige deutsche Starterin.

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Ski Freestyle/Sprung Hier fährt das Mixed-Team eine fast senkrecht verlaufende Schneeschanze nach oben, um anschließend akrobatische Sprünge zu zeigen. Die Dreier-Mannschaften setzen sich aus zwei Frauen und einem Mann oder einer Frau und zwei Männern zusammen. Deutschland ist nicht am Start.

Snowboard-Cross Jedes Mixed-Team besteht aus einer Snowboarderin und einem Snowboarder, die eine mit Wellen, Steilwandkurven und Schanzen gespickte Piste hinabbrettern. Sobald die Männer im Ziel sind, öffnet sich für ihre Kolleginnen im Startbereich die Schranke. Das Team D schickt Jana Fischer ins Rennen. Ihr Partner steht noch nicht fest.

Monobob Anders als in den weiteren Bobdisziplinen ist die Pilotin alleine verantwortlich für die Beschleunigung am Start, das Lenken und Bremsen. Nach dem gescheiterten Versuch mit dem Viererbob für Frauen findet das Solo im Eiskanal immer mehr Zuspruch. Zweierbob-Olympiasiegerin Mariama Jamanka wurde zuletzt in St. Moritz Europameisterin. Die zweite deutsche Starterin Laura Nolte gewann 2016 bei den Olympischen Jugendspielen.

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Shorttrack Die Mixed-Staffel feiert ihr Olympia-Debüt. Jedes Team besteht aus zwei Männern und zwei Frauen. Über die Distanz von 2000 Metern (18 Runden) müssen sie jeweils zweimal laufen. Deutschland ist nicht dabei.

Dirk Schimmelpfennig, der Chef des Team D, begrüßt die vielen neuen Startmöglichkeiten für Frauen. „Das schafft zusätzliche Perspektiven“, sagt er. Zugleich stehen im Team D so wenige Athletinnen wie seit Nagano 1998 nicht mehr. Nur 50 Frauen sind dabei, sie machen gerade mal ein Drittel aus – was allerdings auch daran liegt, dass allein die Eishockey-Mannschaft 25 Spieler umfasst. Dennoch: Den Gleichstellungsvorgaben des IOC entspricht das deutsche Team nicht.

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Trotz der Skepsis bei vielen internationalen Verbänden, in denen teilweise deutlich mehr Männer als Frauen aktiv sind und die eine 50-Prozent-Quote nur schwer nachvollziehen können, wird das Internationale Olympische Komitee nicht lockerlassen. In Paris sollen 2024 die ersten geschlechtergerechten Spiele stattfinden. Doch damit nicht genug. Nach dem Sport dürfte sich der Blick auf weitere Bereiche richten. „Wir setzen uns für eine umfassende Gleichstellung ein“, sagt IOC-Präsident Thomas Bach, „von den Athleten auf und neben dem Spielfeld bis zu den Führungspositionen in Sportorganisationen.“

Grund zur Kritik? Gibt es nicht. Zumindest bei diesem Thema.