Carina Wimmer (l) aus Deutschland und Christian Reitz mit der Luftpistole. Foto: dpa/Marijan Murat

Rio-Olympiasieger Christian Reitz kann das medaillenlose Abschneiden der deutschen Sportschützen im letzten Wettbewerb nicht verhindern. Trotz der besten Vorkampfleistung.

Tokio - Am Ende dieser Olympischen Spiele wird es ziemlich sicher darum gehen, warum das Team D etliche Medaillen weniger gewonnen hat als noch 2016 in Rio de Janeiro (17x Gold, 10x Silber, 15x Bronze). Auf die Antworten darf man gespannt sein. Eine davon wird sich mit dem Auftritt der Sportschützen befassen.

 

Aus vier mach null

Vor fünf Jahren hatte der Deutsche Schützenbund (DSB) noch drei goldene und eine silberne Plakette bejubelt, diesmal wurden in den entscheidenden Momenten zu viele Fahrkarten geschossen. Entsprechend ernüchternd fiel das Fazit von Heiner Gabelmann aus. „Keine Medaille zu holen, ist ein schlechtes Abschneiden“, sagte der DSB-Sportdirektor, „wir haben ein paar schwache Disziplinen, etwa den Gewehrbereich der Männer, wo wir deutlich abgehängt sind. Auch der Flintenbereich ist insgesamt schwach ausgeprägt.“ Letztmals derart daneben gezielt hatten die deutschen Sportschützen 2012 in London.

Zu viele Wackler – aber keine Krise

Christian Reitz durfte sich von der Kritik ausgenommen fühlen. Er verpasste es am Montag zwar seinen Olympiasieg von 2016 mit der Schnellfeuerpistole (25 Meter) zu wiederholen, was nach Platz eins in der Qualifikation durchaus möglich schien. Doch er erreichte immerhin wie in seiner Nebendisziplin Luftpistole das Finale, am Ende stehen für ihn zwei fünfte Plätze zu Buche. Gold sicherte sich der Franzose Jean Quiquampoix vor Leuris Pupo (Kuba) und dem Chinesen Li Yuehong. „Es lag an Kleinigkeiten, das ist sehr schade“, sagte Reitz (34), „die anderen waren diesmal einfach besser. Bei mir sind zu viele Wackler dabei gewesen.“ Eine grundsätzliche Krise des deutschen Schießsports wollte der Regensburger daraus aber nicht ableiten.

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Die meisten Vorkampfergebnisse der deutschen Tokio-Starter seien in Ordnung gewesen, wie auch die Zahl von fünf Finalplätzen. „Ein Problem war sicher, dass die wegen Corona fehlenden Wettkämpfe dem einen oder anderen sehr zu schaffen gemacht haben, vor allem, als es um die Medaillen ging“, meinte der Olympiasieger von 2016, „umso jünger, umso unerfahrener, umso mehr war das zu merken.“ Weshalb der Verband froh ist, seinen treffsichersten Mann nicht zu verlieren. Reitz kündigte jedenfalls an, nun die Sommerspiele 2024 in Paris ins Visier zu nehmen: „So lange ich konkurrenzfähig bin und Spaß habe, gibt es keinen Grund aufzuhören.“