Corona-Infektionen im Olympiateam auf dem Flug nach Tokio, dazu Stürze und verfrühter Jubel – vor allem im Radteam der Niederländer läuft es überhaupt nicht rund.
Tokio/Stuttgart - Das Unheil nahm schon vor dem Anflug auf Tokio seinen Lauf. Schließlich deutet einiges darauf hin, dass die Mehrheit der inzwischen sechs Coronafälle im Olympiateam der Niederlande zu KLM-Flug KL 681 zurückverfolgt werden können, der am 17. Juli von Amsterdam abhob. In der Heimatpresse ist daher bereits vom „Coronaflug zu den Spielen“ die Rede. Doch es läuft auch nach der Ankunft in Japan nicht rund für das Team Oranje.
1 Begonnen hatte der Reigen peinlicher Fehltritte in Oranje mit Annemiek van Vleuten. Die hatte im olympischen Straßenrennen als Zweitplatzierte nach 136 Kilometern jubelnd den Zielstrich überfahren – und wähnte sich als die Olympiasiegerin. Doch es war ein allzu flüchtiger Glücksmoment. Denn van Vleuten hatte nicht mitbekommen, dass die Österreicherin Anna Kiesenhofer, die bereits nach einem Kilometer erfolgreich ausriss, längst vor ihr im Ziel war.
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2 Unglücklich auch der Fall des Mathieu van der Poel. Der Radprofi, der bei der Tour sechs Tage in Gelb fuhr, stürzte als einer der Topfavoriten im Mountainbikerennen am Fußes des Fuji bereits in der ersten von sieben Runden. „Ich konnte die Strecke mit verbundenen Augen fahren, aber ich habe nicht gewusst, dass diese Rampe am Renntag weggenommen wird“, erklärte van der Poel, der am Sakura Drop das Gleichgewicht verlor und kopfüber über seinen Lenker fiel, weil er mit besagter Rampe zum Landen rechnete. Immerhin haben derlei Missgeschicke bei van der Poel Familientradition. So ist der 26-Jährige der Enkel von Raymond Poulidor, dem ewigen Zweiten der Tour, von dem es einst hieß: „Würde auf der gesamten Strecke der Tour nur ein einziger Nagel liegen, Poupou würde ihn finden und drüberfahren.“
3 Eine Kollision mit einem Offiziellen wurde derweil dem Oranje-BMX-Fahrer Niek Kimmann zum Verhängnis. Der Medaillenkandidat fuhr mit hoher Geschwindigkeit auf der zweiten Geraden des Ariake Urban Sports Park, als ein Offizieller die Fahrbahn überquerte. „Ich hoffe, es geht ihm gut“, twitterte Kimmann, der am Donnerstag im BMX Race erstmals starten wird.
4 Und am gestrigen Dienstag der jüngste Schockmoment für die niederländischen Radsportler. Da wurde Anna van der Breggen, Straßenradolympiasiegerin von Rio, beim Training für das Einzelzeitfahren von Sicherheitskräften unsanft von ihrer Rennmaschine geholt. „Weil es einige Frauen auf der Strecke gab, die unkontrolliert herumfuhren, waren die Sicherheitskräfte sehr streng“, erklärte van der Breggen: „Wir wurden ein erstes Mal kontrolliert, und als wir wieder an dieser Stelle vorbeikamen, wollten wir weiterfahren, aber die Wachen sprangen uns vor die Räder.“ Am Ende ging alles gut – und die leidgeprüften Niederländer waren um eine Kuriosität reicher.