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Olympia 2020 Verschiebung wegen Corona-Krise unausweichlich

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Nach dem IOC ist nun auch Olympia-Gastgeber Japan bereit, die Sommerspiele in Tokio wegen der Coronavirus-Pandemie zu verlegen.

Der weltweite Aufschrei gegen eine planmäßige Ausrichtung der Olympischen Spiele in Tokio hat jetzt auch in Japan Gehör gefunden. "Wir sind nicht so blöd, die Olympischen Spiele wie geplant auszutragen", sagte Yoshiro Mori, der Präsident des Organisationskomitees von Tokio.

Auch Premierminister Shinzo Abe spricht angesichts der Coronavirus-Pandemie von einer Verschiebung. "Es ist schwierig, Spiele unter diesen Umständen abzuhalten, wir müssen über eine Verschiebung entscheiden, wobei die Gesundheit der Athleten oberste Priorität hat", sagte Abe. Die endgültige Entscheidung aber liege beim Internationalen Olympischen Komitee, das sich dafür eine Frist von vier Wochen gesetzt hat. Der Gastgeber signalisierte die Bereitschaft, vom Tokio-Termin abzurücken, nicht aber vom Fackellauf: Der soll am Donnerstag in Fukushima beginnen.

Viele Athleten drängen auf ein Ende der Hängepartie wie Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler. Vier Wochen seien "ein sehr, sehr langer Zeitraum. Wir arbeiten aktuell daran, dass noch schnellere, noch präzisere Entscheidungen getroffen werden", sagte der Athletenvertreter im Leichtathletik-Weltverband.

Heftige Kritik übte die Sportausschuss-Vorsitzende des Bundestages an der Vier-Wochen-Frist und dem IOC. "Ich finde die Entscheidung respektlos gegenüber den Athleten und angesichts der Lage auf der Welt verantwortungslos", sagte Dagmar Freitag (SPD). Diese Hinhaltetaktik produziere "einen massiven Vertrauensverlust" und zeige "ein eklatantes Führungsversagen".

In einer persönlichen E-Mail an die Athleten warb IOC-Präsident Thomas Bach erneut um Verständnis dafür, dass eine endgültige Entscheidung über einen Termin für die Tokio-Spiele jetzt noch verfrüht wäre. "Ich weiß, dass diese beispiellose Situation viele Ihrer Fragen offenlässt", schrieb der 66-Jährige.

Kanadas Olympisches Komitee erhöhte den Druck und gab bekannt, dass man in diesem Sommer wegen der Corona-Krise auf eine Entsendung von Sportlern verzichten werde. "Das ist kein Boykott", sagte Kommunikationsdirektor Photi Sotiropoulos. Martin Engelhardt, Mediziner und Präsident der Deutschen Triathlon-Union, hat auch Verständnis für die zögerliche Haltung. "Aus medizinisch-fachlicher Sicht kann man heute nicht sagen, dass Sport im Juli nicht möglich sein wird", erklärte Engelhard.

Der Deutsche Olympische Sportbund wird am Dienstagabend mit seinen Fachverbänden über eine mögliche Verschiebung der Tokio-Spiele in einer Telefonkonferenz beraten. Außerdem läuft eine Abstimmung unter qualifizierten Sportlern über die Frage des Termins der Spiele.

IOC-Präsident Bach und Abe reden über Olympia-Verschiebung

IOC-Präsident Thomas Bach und Japans Ministerpräsident Shinzo Abe wollen einem Bericht zufolge an diesem Dienstag über eine Verschiebung der Olympischen Spiele wegen der Corona-Pandemie reden. In dem Telefongespräch mit dem Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees werde Abe sich voraussichtlich dafür aussprechen, dass die Sportveranstaltung aber noch binnen eines Jahres stattfinden sollte, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf einen nicht näher genannten Regierungsbeamten. Die endgültige Entscheidung treffen jedoch das IOC, die Stadt Tokio als Ausrichterin der Spiele sowie das Japanische Olympische Komitee.

An der Telefonschalte am Dienstag sollen demnach auch der Präsident des Organisationskomitees in Tokio, Yoshiro Mori, Tokios Gouverneurin Yuriko Koike und Japans Olympiaministerin Seiko Hashimoto teilnehmen.

Ministerpräsident Abe hatte am Montag betont, dass eine Absage der Spiele nicht zur Debatte stehe. Er räumte aber ein, dass die Sportveranstaltung unter den derzeitigen Gegebenheiten nicht stattfinden könne. Das IOC hatte angekündigt, in den kommenden vier Wochen zu entscheiden, ob die Sommerspiele stattfinden sollen.

Für den früheren IOC-Vizepräsidenten Richard Pound ist eine Verschiebung bereits beschlossene Sache. «Auf der Grundlage der Informationen, die das IOC hat, wurde eine Verschiebung beschlossen. Die zukünftigen Parameter wurden noch nicht festgelegt, aber die Spiele werden nicht am 24. Juli beginnen, soweit ich weiß», hatte Pound der Zeitung «USA Today» am Montag gesagt.

Die Olympischen Spiele sollten planmäßig vom 24. Juli bis 9. August in der japanischen Hauptstadt stattfinden. Die Paralympischen Spiele sind für den Zeitraum vom 25. August bis zum 6. September geplant.

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