Dutzende blitzsaubere und repräsentable „Hingucker“-Fahrzeuge, vorwiegend Oldtimer, gaben sich am Samstag auf dem Blumenplatz ein Stelldichein bei der Fahrzeugschau.
Die meisten Fahrzeuge zeigten sich im Hochglanz. Es galt, das „Schätzchen“ von Mitstreitern, Schraubern und Liebhabern würdigen zu lassen.
Egal, ob Motorräder oder Autos: Mit wohlverdientem Stolz wurden die von ihren Besitzern wertgeschätzten „Heiligs-Blechle“ den anderen Fahrzeugfreaks vorgeführt.
Und meistens gab es große Anerkennung, wohlgemeinten Neid und den Wunsch, selbst in die Fußstapfen des glücklichen Besitzers zu treten und ein solch hübsches Vehikel sein Eigen zu nennen.
Da wurde auf dem Blumenplatz gefachsimpelt, was das Zeug hielt.
Unkomplizierte Anmeldung zum Gutachten
Gastgeber war KFZ-Sachverständiger Felix Winkler aus Sitzenkirch, der die „Börse“ zum dritten Mal erfolgreich mit seinem Partner Philip Wintgens veranstaltete. Hier konnten sich die Kunden unkompliziert und zum Sonderpreis zum Wertgutachten anmelden. Motive hierfür gibt es mehrere: Versicherungsfragen, Schadensfälle oder reine Neugier, wie viel so ein Oldtimer überhaupt wert ist.
Winklers Wertgutachten dokumentieren den Zustand des Fahrzeugs und sind eine wichtige Unterlage beim Verkauf des Fahrzeuges. Die Klassifizierung erfolgt von eins (sehr gut) bis fünf (untauglich).
Winkler schmunzelte beim kritischen Blick unter die Motorhaube eines Trabis und sagte: „Zwei Plus für den hervorragenden Zustand“. Die jeweiligen Gutachten erstellte Winkler zum späteren Zeitpunkt.
„Benzin im Blut“ und die Leidenschaft zum Beruf gemacht
Felix Winkler ist leidenschaftlicher Fahrzeugliebhaber, hat „Benzin im Blut“ und hat sein Hobby zum Beruf gemacht.
Der 1985 Geborene absolvierte zunächst eine kaufmännische Lehre, natürlich in einem Autohaus. Zielstrebig waren die nächsten Schritte eine Mechatronikerlehre, die Ausbildung zum KFZ-Meister und die Weiterbildung zum selbstständigen TÜV-Sachverständigen. Dazu kam das Fahren von Rennen.
Er selbst besitzt natürlich auch mehrere „Oldies“. Darunter befindet sich die „Knutschkugel“, ein Fiat 500, wobei die Rückbank für den Familienhund reserviert ist. Dass ein historischer Golf I als sein Hochzeitsfahrzeug benutzt wurde, ist naheliegend.
Winkler berichtete von vielen raren Kostbarkeiten, die sich in seinen Veranstaltungen bereits auf dem Blumenplatz präsentiert haben.
Er sagte: „Das seltenste Fahrzeug war wohl ein walisisches Fahrzeug Marke Gilbern als bildhübsches blaues Coupe“.
Bewundert werden konnte auf dem Blumenplatz ferner ein Superbike Egli Kawasaki MRD 1 mit ungewöhnlicher Lachgas-Einspritzung als schnellstes straßenzugelassenes Motorrad der Welt.
Lob an die Kanderner Stadtverwaltung
Lobend wurde von Gästen die Stadt Kandern für die Genehmigung der Veranstaltung auf dem Blumenplatz erwähnt.
Der 74-jährige Klaus aus Rümmingen – seinen Nachnamen wollte er nicht in der Zeitung lesen – ist stolzer Besitzer eines BMW-Motorrads mit Seitenwagen, Typ R 50, Baujahr 1969.
Er sagte: „Es ist toll, dass sich die alten Schätze auch im Blickpunkt der Bevölkerung präsentieren dürfen. Es wäre doch schade, wenn diese im Laufe der Zeit das öffentliche Interesse verlieren würden“.
Das Treffen mit der Möglichkeit der ausgiebigen Fachsimpelei, des Austausches, aber auch der Kontakt zum Bürger sei wichtig. Die Oldtimer-Preise auf dem Markt würden zunehmend stagnieren.
Die wenigen „Jungschrauber“ würden sich ohnehin nur noch für „Puch“-Mofas interessieren.
Auch die „Reise-Ente“ von Rolf Schneider als Malsburg-Marzell, ein Citroen Acadiane, Baujahr 1984, mit eingebautem Geschirrschrank, Kocher und ausreichender Liegefläche im kreativem Do-it-yourself-Verfahren begeisterte die Gäste und beflügelte Reiseerinnerungen.
Ince Kara, Eigentümer eines Autohauses in Lörrach, präsentierte stolz seinen Trabi mit Baujahr 1963, den er innerhalb eines Jahres „aus dem Nichts“ zusammengeschraubt habe. Er sagte: „Das Fahrzeug ist absolut unverkäuflich. Außerdem würde man nie mehr den Preis erzielen, den man in die Reparatur hineingesteckt hat“.