Durch den Schwarzwald ging am Samstag die vierte Oldtimer-Rallye Schwarzwald-Trophy der BW-Bank auf 198 Kilometer. Start war auf dem Schwenninger Marktplatz.
Sieger wurden die Schwenninger Jürgen Hauser und Nicole Tischler-Hauser, die sich mit einem Mercedes 230/8 auf den Weg machten und trotz gerissenen Keilriemens über den Wanderpokal freuen durften.
Bereits vor zwei Jahren waren die Hausers bei der Oldtimer-Rallye dabei und wurden 2022 mit dem gleichen Auto als die Pechvögel der Tour ausgezeichnet, weil auch da der Keilriemen gerissen war.
Am Samstag wieder das gleiche Malheur. Eine Damenstrumpfhose, die der Servicetechniker dabei hatte, diente als Keilriemen-Ersatz, und Jürgen Hauser werde bei den kommenden Touren stets einen Keilriemen und eine Strumpfhose dabei haben, sagte er nach der Siegerehrung.
Die Hausers gehörten zu den 28 Teilnehmern, die sich mit ihren Oldtimern am Samstagmorgen auf den Weg machten. Erstmals war der Schwenninger Marktplatz der Startpunkt dieser Motorsportveranstaltung. Hier spielte zur Unterhaltung das Jugendblasorchester der Stadtmusik Schwenningen, unter Leitung von Stadtmusikdirektor Wolfgang Wössner auf.
Rolf Rabe moderiert
Moderiert wurde die Abfahrt von Rolf Rabe. Der Centerleiter des Autohauses Südstern-Bölle, selbst ein begeisterter Oldtimer-Fan, wusste viel Wissenswertes über jedes Auto zu berichten, was vom Publikum anerkannt wurde.
Besondere Fahrzeuge
Ältestes Fahrzeug bei der Rallye war Peter Rapps „Rally Salmson“ aus dem Jahr 1932. Dafür wurde er übrigens auch ausgezeichnet. Von 1934 stammt der „Ford Y“ von Knut Hoyer. Von diesem Modell gebe es nur noch 20 registrierte Modelle, so Rolf Rabe.
Der Villinger Architekt Joachim Müller fuhr mit einem „Jaguar MK 4 Saloon“ mit und der Schwenninger Unternehmer Peter Hellstern hatte seinen „Mercedes 300D Adenauer“ aus dem Jahr 1960 „ausfahrfein“ gemacht. Wolfgang Nitschke steuerte einen Ponton 190“ der Marke Mercedes und Unternehmer Hans-Walter Haller brachte beispielsweise einen „BMW 502“ auf die nötigen Touren.
Alte Weisheit
Bereits beim Briefing um 8 Uhr im Schwenninger Rathaus schwörte Rolf Rabe die Teilnehmer auf die Tour ein. „Der Fahrer lenkt, der Beifahrer denkt“, erinnerte er an eine alte Rallye-Weisheit und drückte dadurch aus, dass man stets die Angaben im Roadbook, also der Wegeinformation, beachten sollte.
Rolf Rabe untermauerte auch, dass es nicht um das schnelle Fahren ginge, sondern in erster Linie um den Spaß, um Wissen und Geschicklichkeit. Im Vorfeld war Rolf Rabe die Strecke viermal abgefahren, berichtete der Schwenninger und sagte zu den Teilnehmern, wenn sie auf einen Waldweg kommen würden, definitiv falsch wären.
Sonnenschein und ausgiebige Regenschauer begleiteten die Fahrer auf dem Kurs, der über Königsfeld nach Schramberg, Richtung Titisee-Neustadt und Schluchsee zur Rothaus-Brauerei führte. Über Donaueschingen ging es wieder Richtung Schwenningen mit Ziel Autohaus Südstern-Bölle zum gemeinsamen Abschluss mit Siegerehrung.
Hier spielten die Schwenninger Stadtmusikanten auf und bedankten sich musikalisch dafür, dass das Jugendblasorchester der Stadtmusik die Startgelder in vollem Maße gespendet bekomme. „Wir werden die Spende auf 5000 Euro aufrunden“, kündigte Anatoli Rutz, Filialleiter der BW-Bank in Schwenningen, an. Er selbst zeigte sich von der Rallye und deren Ablauf sehr begeistert, auch das alle Teilnehmer ins Ziel gekommen seien.
Für den gemeinnützigen Teil waren die Lions Clubs aus Schwenningen und Villingen zuständig. Hansjörg Zimmermann von den Schwenninger Lions erinnerte an die vielen Helferinnen und Helfer, die sich für den Auf- und Abbau am Marktplatz und als Streckenposten engagierten. Auch die Tännlelupfer der Narrenzunft Schwenningen waren dabei und sicherten mit Tauen die Abfahrt am Marktplatz ab.
Die Gewinner
Als Sieger der Schwarzwald-Trophy wurden nach den Sonderprüfungen, die Schwenninger Jürgen Hauser und Nicole Tischler-Hauser mit 630 von 700 Punkten ermittelt. Platz zwei ging an Sandro und Sarah Camili aus Villingen mit 616 Punkten. Platz drei erreichten Jürgen Schulz und Danielle Holsky-Schulz mit 580 Punkten.