Ein Dorf wird zur Festivalmeile: Mit Beats, Blasmusik und brennender Leidenschaft feiert Wittershausen ein fulminantes Comeback – inklusive rollender Raritäten.
Grandioses Comeback nach sechs Jahren in Wittershausen: Auf eine heiße Partynacht folgte ein noch heißerer Oldtimertag. Viel Herzblut hatte der Musikverein Lyra Wittershausen in die Vorbereitungen und den Aufbau des Staudenfestivals A81 gesteckt, um die Schuppenkolonie „Auf Stauden“ erfolgreich in eine sommerliche Festmeile zu verwandeln.
Blasmusik in allen Facetten hatte denselben Stellenwert wie harte Beats und Schlager. Wie die Getränke floss der Schweiß in Strömen. „Wir haben es ja so gewollt“, grinste voller Genugtuung der Vorsitzende Patrick Dieringer im Vorbeiflitzen, als er wieder einmal Nachschub aus dem Kühlwagen besorgte.
Zum neunten Mal hatten es die Vereinsverantwortlichen verstanden, ein vielfältiges Angebot zu schaffen, das den Vorlieben aller gerecht wurde.
Sommersonnenwende: der längste Tag des Jahres
Als Termin wählten sie das Wochenende der Sommersonnenwende mit dem längsten Tag des Jahres. Der Zeitpunkt bot den unschätzbaren Vorteil, dass auf den gemähten Wiesen ausreichend Parkplätze ausgewiesen werden konnten. Frei vom Durchgangsverkehr, von der sonntäglichen Oldtimerparade abgesehen, trafen sich im großzügigen Außenbereich Freunde und Bekannte.
Der Musik- und Trachtenverein aus Königsfeld-Neuhausen mit Dirigentin Dorothea Tischler übernahm den musikalischen Auftakt. Das Einzige, was ins Wasser fiel, war der geplante Fassanstich. Das Fass blieb unauffindbar und war wohl aus Versehen nicht geliefert worden. Ortsvorsteher Helmut Maier nahm’s mit Humor.
Feiern im Flower-Power-Schuppen und der Beach Bar
Im Musikerbesen stieg die Stimmung auf den Höhepunkt, als die quirlige Tanzgarde aus dem Heimatort des originellen Schwaben-Trios „Heilige3Zemmerner“ die Fans mit ihrer Begeisterung mitriss.
Auf der Außenbühne begeisterte die Garde aus Bochingen mit ihrem rasanten Showtanz „Oldies are Goldies“.
Retro-Fans kamen unter der Disco-Kugel im Flower-Power-Schuppen und Feierwütige bei dröhnenden Bässen in der Beach Bar voll auf ihre Kosten. Bis tief in die Nacht wurde gefeiert.
Die größte Oldtimerparade Baden-Württembergs
Rund 240 Oldtimer-Fahrzeuge steuerten ab Sonntagvormittag das Festgelände an, zur Freude von Organisator Siegfried Gruhler. Zum Frühschoppen spielte der Musikverein Rottweil-Hausen. Trotz der Gluthitze ließen es sich die Fahrer von rund 100 Schleppern und Traktoren, etwa 30 Oldtimern und zahlreichen Mopeds nicht nehmen, nach einer Rundfahrt die bewundernden Blicke bei der Parade zu genießen.
„Es dürfte die größte Oldtimerparade Baden-Württembergs sein“, schwärmte Hubert Leicht, am Mikrofon unterstützt von Ortsvorsteher Maier. Eine Stunde lang rollten die herrlich anzusehenden Raritäten im Stop-and-Go-Verkehr durch die „Staudenstreet“. Die Inhaber aus der ganzen Umgebung gaben Auskunft über Herkunft sowie Alter und PS-Zahlen ihrer Liebhaberstücke.
Geschicklichkeitsfahren auf dem Traktor-Hindernisparcours
Beim Geschicklichkeitsfahren auf dem Traktor-Hindernisparcours belegte das Team von Caroline Stocker aus Bickelsberg den ersten Platz, gefolgt von Max Stierle vom Berghof Vöhringen und Joel Luz aus Vöhringen.
Mit Eis, Spielmöglichkeiten, Kinderschminken und Zaubervorstellungen von „Magic Mo“ wurden die Kleinsten bei Laune gehalten. Unter Sonnenschirmen auf der „am besten beheizten Festbühne“ präsentierte der Musikverein Bochingen mit Sven Wössner am Taktstock ein breites Repertoire an Blasmusik, ehe das Fest allmählich ausklang.