Das Ehepaar auf Weltreise unternimmt Touren in Afrika: Wie sie paradiesische Orte auf den Seychellen entdecken und Action in der Wüste Namibias erleben.
„Ich behalte Namibia als Traumland in Erinnerung. Sch*** auf die Malediven“, wird Stefan Klumpp am Ende seines Reiseberichts über Afrika schreiben. Gemeinsam mit seiner Frau Andrea ist er von November an auf dem Schiff Aidadiva auf einer Reise um die Welt gewesen. Vor wenigen Tagen ist das Ehepaar wieder zuhause in Eutingen angekommen.
In regelmäßigen Abständen berichtet Stefan Klumpp unserer Redaktion von den Erlebnissen. So geraten sie beispielsweise auf der Titanic-Route nach Nordamerika in einen Orkan, während dem auf der Aida das Geschirr kaputt geht, erleben Asien abseits von Touristenströmen und entdecken die Malediven, wie sie in keinem Urlaubsprospekt zu sehen sind.
Vorsicht ist angesagt
Von den Malediven segelt die Aida in drei Tagen über den Indischen Ozean zu den Seychellen. Dort schüttet es bei ihrer Ankunft wie aus Eimern. Wie immer planen die Klumpps ihre Inselerkundung auf eigene Faust. Ihre erste Hürde: einen geeigneten Taxifahrer zu finden. Klumpp berichtet: „Vor dem Hafengelände lauern Taxifahrer auf Beute. Nach kurzer Zeit komme ich mit einem großen, dicken Schwarzen ins Gespräch, der sich als ,Elvis’ vorstellt und angeblich Taxi fährt. Nachdem wir uns von 60 auf die ortsüblichen 40 Euro für die nächsten vier Stunden geeinigt haben, führt Elvis uns zu seinem Taxi, einem schwarzen, japanischen Kleinwagen. Mein Bauch sagt mir, dass hier etwas nicht stimmt, zwar hat nicht jedes Taxi auch ein Taxischild auf dem Dach, aber ich habe die Angewohnheit, dass ich wissen will, wem ich uns anvertraue, sofern ich nicht über eine Agentur mit Quittung buche. Daher mache ich wie immer erst ein Foto vom Auto mitsamt Kennzeichen, zudem will ich von Elvis sowohl seinen Führerschein, als auch seine Taxilizenz sehen und abfotografieren. Erfahrungsgemäß arbeiten nicht wenige Privatiers hier auf eigene Faust, nehmen den lizenzierten Fahrern die Aufträge weg und schlimmstenfalls hat man bei einem Unfall allergrößte Schwierigkeiten, da diese Leute nicht versichert sind.“
Einsame Strände
Aus dem Taxi von Elvis steigen die Eutinger wieder aus. „Wir finden unser Taxiglück nur ein paar Meter weiter. Ein schicker, weißer Suzuki-SUV mit einem Taxischild auf dem Dach, der Tarif ist derselbe, bereitwillig zeigt uns Jean-Marc seine Lizenzen und hat auch nichts dagegen, dass ich die fotografiere“, berichtet Klumpp.
Der Tag wird gut für das Ehepaar. „Jean Marc enttäuscht uns nicht, nach kurzer Zeit fühlen wir uns, als wären wir mit einem guten, alten Freund unterwegs. Er führt uns an einsame Strände, an denen der Indische Ozean türkisgrün und kristallklar in langen Wellen Sand frisst und wieder ausspuckt, Kokospalmen bis auf den Boden hängen, wir essen unglaublich leckere Guaven direkt vom Baum, den Jean-Marc in der Wildnis kennt, und erklimmen nach Durchqueren eines Stücks abenteuerlichen Urwalds zu Fuß einen Viewpoint mit einem fantastischen Blick über Victoria, die vorgelagerten Inseln La Dholaka Island, île au Cerf, Ile Moyenne und Saint Anne Island.“
Nächstes Ziel Wüste
Weiter geht die Schiffsfahrt über La Réunion, Durban/Südafrika und Port Elizabeth um das Kap Agulhas über Kapstadt nach Namibia. Von Walvis Bay in Namibia aus unternehmen die Klumpps einen Geländewagen-Ausflug in die Wüste Namib. Ihr Fahrer Zyndall wartet mit einem Toyota Fortuner auf seine Fahrgäste. Stefan Klumpp berichtet: „Als erstes lässt Zyndall Luft aus den Breitreifen des robusten Geländewagens, reduziert den Druck auf 1,5 bar. Das kann ja heiter werden. Und das wird es auch.“
Auf einer Piste, die nach Beton aussieht, aber aus reinem Meersalz besteht, fahren sie zunächst durch die riesigen Salinen und gelangen so an den Strand. „Zwischen riesenhaften Sanddünen, darunter Dune 7, die mit 380 Metern zu den höchsten der Welt zählt, und dem Meer brettern wir mit 80 Sachen in einer Kolonne aus mehreren Geländewagen den schmalen Sandstrand entlang. ,That’s our Autobahn’, grinst Zyndall, ohne eine Sekunde den Blick auf die vom vorausfahrenden Truck gezogene Spur abzuwenden. Die Fahrer sind per Funk verbunden, von der Mischung aus Englisch und Afrikaans verstehe ich nur Bruchstücke.“
Rauf auf die Dünen
Eine knappe Stunde später nimmt das Führungsfahrzeug unvermittelt Kurs auf die Dünen. Klumpp berichtet: „Der will da rauf – spinnt der?, schallt es von hinten, meine Frau ist entsetzt. Ich fürchte, wir auch, antworte ich mit dem Unterschied, dass ich als Geländefahrer, wenngleich mit Motorrädern in den Hochalpen, mit Offroad-Pisten ganz gut zurechtkomme. Ich höre nur noch ein ,Oh mein Gott’ von hinten, bevor Zyndall den Dreiliter-Sechszylinder-Diesel mit Vollgas auf die Düne jagt. Wo es rauf geht, geht es auch wieder runter, nicht selten haben die Abfahrten im Wüstensand ein Gefälle von mehr als 100 Prozent, was einem Winkel von 45 Grad entspricht und von oben schlimmer aussieht, als es ist. Wichtig ist nur, das Auto in der Senkrechten zu halten, käme es quer, würde unweigerlich ein seitlicher Überschlag folgen. Zyndall beherrscht das perfekt. Im Gegensatz zu meiner Frau habe ich Spaß, als eine ganze Gruppe der Offroader synchron eine besonders steile Düne abwärts befährt.“
Herz in Namibia gelassen
Während die Aidadiva in Richtung Europa fährt und auf dem Weg zurück nach Hamburg noch Halt auf den Kapverden, den Kanaren, auf Madeira und in Lissabon macht, schreibt Stefan Klumpp unserer Redaktion: „Wirklich unser Herz gelassen haben wir in Namibia, trotz der Widerlichkeiten, wie zum Beispiel einer abartig teuren Visagebühr von fast 90 Euro pro Person. Was für ein riesiges, weites Land, was für tolle Leute. Sofern es uns vergönnt ist, werden wir dieses Land noch einmal besuchen.“ Mit dem Fahrer Zyndall möchte der Eutinger auch nach der abenteuerlichen Wüstenfahrt weiter in Kontakt bleiben.
66.000 Kilometer um die Welt
Reisedaten
Abfahrt in Hamburg: Montag, 10. November 2025, 18 Uhr, Ankunft in Hamburg: Montag, 23. März 2026, 7.30 Uhr, Reisedauer: 133 Tage, angelaufene Häfen: 53, zurückgelegte Distanz: 35.773 Seemeilen, das sind 66.264 Kilometer, nördlichster Punkt: Irische See, südlichster Punkt: Kap Agulhas (Südafrika), Nord-Süd Distanz: 5435 Seemeilen oder 10066 Kilometer, das ist ein Viertel des Erdumfangs.
Zahlen zur Aidadiva
Stapellauf: 2007, Werft: Meyer, Papenburg, Länge 252 Meter, Breite 32,2 Meter, Tiefgang 7,3 Meter, Höchstgeschwindigkeit 22 Knoten (40 Km/h), Gewicht: rund 36.000 Tonnen, Antrieb: dieselelektrisch mit 48.946 PS, Kabinen: 1033, Passagiere: circa 2066, Crew: 605, Treibstoff: Marinediesel und Schweröl