Dagmar Henneberger ist ihrem informellen Stil treu geblieben. Foto: Jürgen Scharf

Nach längerer Pause hat die Inzlinger Malerin für zwei Tage ihr Atelier für das Publikum geöffnet.

Nach längerer Ausstellungspause öffnete Henneberger für zwei Tage ihr Atelier in Inzlingen. Und sie konnte sich über die vielen Besucher freuen, die ihre neuen großen Raumbilder bewunderten.

 

Sowohl im geräumigen Treppenhaus als auch in den eigentlichen Atelierräumen hatte sie die teils wuchtigen, bis zu zwei Meter großen Bilder aufgebaut.

Unverkennbare Handschrift

Ihrem Stil ist die seit 20 Jahren freischaffende Künstlerin treu geblieben. Nur die Farben ändern sich immer wieder. Im Grunde will Henneberger ihre „Handschrift“ bewahren. Sie arbeitet abstrakt in der besonderen Richtung Informel und überlässt dem Betrachter, was er in den Arbeiten sehen will.

Man kann in diesen dynamischen Bildern viel assoziieren: Wasser, einen Schneesturm, Nebel, Lava bis hin zum Kosmos. Aus diesem Grund gibt die Malerin ihren Arbeiten auch keine Titel, weil sie relativ frei malt.

Vieles entsteht per Zufall

Viele Bilder entstehen auf dem Boden. Henneberger malt von vier Seiten, sie schüttet die Farbe auf den Untergrund. Vieles entsteht durch Zufall, einiges kann sie steuern. Manchmal stellt sie die Leinwände hochkant, was man an den Laufspuren der Farbschlieren sieht. Daher kann man ihre Bilder manchmal sogar drehen oder quer hängen. Unter den neuen Werken fallen große imponierende in Schwarz-Weiß auf. Henneberger verwendet hier Bitumen, aber auch Asche, gern vermischt mit Farbe. Sie rührt die Farben selbst an, damit sie pastos werden.

Nicht nur diese aschefarbenen Materialbilder sah man an den beiden Tagen, sondern auch neue in leuchtendem Gelb - ein freundlicher Empfang im Hausgang bei dem grauen Wetter.

Groß- und Kleinformate

Aus ihrer längeren Phase, in der sie fast nur rote Bilder gemalt hat, waren auch einige Exponate dabei. Diese Bilder in Rot haben eine starke Signalwirkung. Überhaupt nehmen Hennebergers Werke viel Raum ein, brauchen Platz, und es kommt zudem auf die Stimmung des Betrachters an.

Ein Bild in Türkis lässt in den vielen Farbnuancen an Wasser denken. In einem anderen hat sie schwarze Steine vom Vesuv eingebracht, die Strukturen ergeben. Eines der gezeigten Werkbeispiele hing schon in der Ausstellung „Spuren der Zeit“ vom Verein Bildende Kunst im Dreiländermuseum Lörrach - für manche Besucher wohl eine Wiederbegegnung.

Die Künstlerin, die neben den Großformaten auch einige farbige Kleinformate auf dem Tisch präsentierte, hat viele ihrer Zwei-Meter-Bilder zur Zeit in einer Jugendstilvilla in Freiburg ausgestellt.

Für die Kunstfreunde in der Region war es eine gute Gelegenheit, im offenen Atelier einen schönen Eindruck vom aktuellen Schaffen Dagmar Hennebergers zu erhalten.