Beim Tag der offenen Moschee beim Al Salam-Verein in Schwenningen stellten sich die Vertreter der Kirchen und Politik mit den Mitgliedern zum Erinnerungsfoto. Foto: Jochen Schwillo

In der Region genießt der islamische Al Salam-Verein eine große Wertschätzung.

Das wurde jetzt wieder deutlich, als zum Tag der offenen Moschee, viele Vertreter der Politik und der christlichen Kirchen der Einrichtung an der Oberdorfstraße in Schwenningen ihre Aufwartung machten.

 

Seit zehn Jahren mittlerweile ist Al Salam in den Räumen der ehemaligen Adler-Apotheke beheimatet. Hier hat sich in den vergangenen zwölf Monaten auch vieles getan, indem die Moschee erweitert wurde, um mehr Platz für die Gläubigen zu bieten.

Mittlerweile zählt die Gemeinschaft über 150 Angehörige aus 23 Nationalitäten, die größtenteils aus der Region Villingen-Schwenningen, aber auch von Stuttgart bis zum Bodensee kommen. Für den Vize-Vorsitzenden Riadh Bouajila das beste Beispiel, dass der Verein Al Salam eine bunte, lebendige Gemeinschaft ist, die Vielfalt nicht nur lebt, sondern feiert.

„Wir sind Brückenbauer“

„Wir sind seit zwölf Jahren in zahlreichen Bereichen aktiv, in religiösen und kulturellen Angelegenheiten, wie auch im interreligiösen Dialog“ , sagte Bouajila. Er unterstrich, dass man stets die Hand reiche zum Frieden und ebenbürtigen Respekt. „Wir verstehen uns als Brückenbauer zwischen Kulturen, Generationen und Religionen“, so der stellvertretende Vorsitzende und sagte: „Auch wenn manche sich damit schwer tun, wir sind Teil dieser Gesellschaft“.

Der Verein übernimmt Verantwortung, nicht nur für sich selbst, sondern für das Gemeinwesen als Ganzes. Es wird die Hausaufgabenförderung angeboten, wozu auch seit knapp 30 Jahren die Arabischschule in Villingen zählt. Angeboten werden auch Sportevents, und ganz oben in der Prioritätenliste stehen Begegnungen und die Zusammenkünfte für Frauen, Mädchen und Krabbelkinder.

Viele Mahlzeiten ausgegeben

Ein besonderes Anliegen sieht der Al Salam-Verein in der Nächstenliebe und Unterstützung von Bedürftigen. „Im Ramadan werden zwischen 1700 und 2000 Mahlzeiten für fastende Studierende und Bedürftige ausgegeben“, berichtete Bouajila. Weiterhin helfe der Verein beispielsweise bei Behördengängen und bei der Vermittlung von Sprachkursen.

Ausblickend kündigte der Vize-Vorsitzende an, dass noch weitere Projekt in der Jugendbildung und der Ausbau der Frauenarbeit geplant sind, wie eine noch engere Zusammenarbeit mit den Schulen, Kirchen und kommunalen Einrichtungen.

„Mehr als ein Gebetsort“

Oberbürgermeister Jürgen Roth betonte, dass der Al Salam-Verein ein wichtiger und lebendiger Verein des Stadtlebens ist, dessen Friedensgedanke sein Tun prägt und der sich für Toleranz und Offenheit einsetzt. „Der Al Salam-Verein ist weit mehr als ein Gebetsort“, so der Oberbürgermeister mit Blick auf das ausgebaute Bildungs- und Begegnungszentrum.

Für Jürgen Roth ist es vielmehr eine Brücke zur Stadtgesellschaft. Villingen-Schwenningen ist seit Jahrzehnten die Heimat für Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern und Kulturen. „Wir haben 110 verschiedene Nationen“, so Jürgen Roth und sagte, dass man 51 Prozent der Bevölkerung mit Integrationsanteil habe. Er bemerkte, dass dieses Zusammenleben nicht selbstverständlich sei, doch werde es von vielen Mitbürgern aktiv gestaltet, sei es in der Nachbarschaft, im Beruf oder bei Veranstaltungen wie dem Tag der offenen Moschee.

„Ort des Dialogs“

Die Grünen-Landtagsabgeordnete Martina Braun stellte fest, dass die Moschee in Schwenningen ein wichtiger Ort des Dialogs ist. „Hier erfahren wir, dass uns mehr verbindet, als uns trennt“, so Martina Braun. Am Tag der offenen Moschee war man zusammengekommen, um das zu feiern, was das Land stark macht, den Zusammenhalt, die Vielfalt, den Respekt und das friedliche Miteinander, so SPD-Stadtrat Nicola Schurr. Unterkirnachs Bürgermeister Andreas Braun (CDU) meinte, dass es wichtiger denn je sei, dass es solche Veranstaltungen gibt, wo man aktiv die Stimme erheben kann gegen Hass und Hetze.

Jegliche Gewalt verurteilte Gunther Berberich aus Villingen. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) erklärte, dass hierfür die Religion nicht benutzt werden darf. Dekan Wolfgang Rüter-Ebel von der evangelischen Kirche in Villingen erinnerte sich an die großen interreligiösen Friedensgebete und das ehrenamtliche Engagement, um die Flüchtlinge gut aufzunehmen, mit Speiseaktionen im Ramadan.

Pfarrerin Brigitte Güntter von der evangelischen Kirchengemeinde Schwenningen stellte sich das Zusammensein in einer idealen Welt vor, mit vielen Plakaten zum Tag der offenen Moschee, in dem die Oberdorfstraße abgesperrt wäre und überall Sitzbänke und Tische aufgestellt sind und die ganze Nachbarschaft mitfeiert, so wie unlängst beim Stadtteilfest auf Sauerwasen.