Noch ist Halle 4 auf dem Messegelände in Offenburg leer. Dort entsteht bis Montag ein Kreisimpfstützpunkt mit sechs Impfstraßen, von denen zunächst zwei durch mobile Impfteams betrieben werden. Foto: Achnitz

Vor sechs Wochen sind in Baden-Württemberg alle Impfzentren geschlossen worden. Nun richtet der Ortenaukreis in der Offenburger Messe einen Impfstützpunkt ein.

Vor sechs Wochen sind in Baden-Württemberg alle Impfzentren geschlossen worden. Nun richtet der Ortenaukreis in der Offenburger Messe einen Impfstützpunkt ein. Dort soll ab Montag wieder täglich ohne Termin geimpft werden.

Offenburg - "Die Vorbereitungen für bis zu 400 tägliche Impfungen laufen auf Hochtouren", sagte Diana Kohlmann, die Verantwortliche des Ortenaukreises für das Impfangebot. Erst Ende September waren die meisten Impfzentren geschlossen worden. Seither haben vor allem Hausärzte die Corona-Impfungen vorgenommen. Zusätzlich waren mobile Impfteams (MIT) in Alten- und Pflegeheimen unterwegs, um Booster-Impfungen vorzunehmen. Die dezentralen Angebote der vergangenen Wochen sollen fortgeführt werden – auch in Lahr.

Angesichts der zunehmenden Infektionsfälle will die Landesregierung die unterdurchschnittliche Impfquote mit neuen Maßnahmen erhöhen. Die Zahl der 78, von örtlichen Kliniken koordinierten mobilen Impfteams im Land wird auf 155 verdoppelt. Mit den zusätzlichen Einheiten entstehen wohnortnahe Impfstützpunkte. Für den Ortenaukreis bedeutet dies die Aufstockung der fünf vorhandenen MIT um weitere fünf. Die insgesamt zehn Teams decken auch die Kreise Emmendingen und Freudenstadt ab.

Wo wird geimpft?

Der Kreisimpfstützpunkt (KIS) befindet sich in Halle 4 der Messe Offenburg-Ortenau. Der Zugang über das Messegelände in der Schutterwälder Straße 3 in Offenburg ist ausgeschildert. Nach dem Vorbild der Impfzentren werden dort sechs Impfstraßen errichtet, von denen zunächst aber nur zwei von MIT betrieben werden.

Wann wird geimpft?

Das KIS in Offenburg wird täglich von 15 bis 20 Uhr geöffnet sein. Ob es bereits am Montag, 22. November, losgehen kann, hänge davon, ob das Stuttgarter Sozialministerium rechtzeitig die vor sechs Wochen zurückgeforderte Computer-Hardware wieder zur Verfügung stellen kann, sagte Kohlmann. Der Kreis werde den Starttermin rechtzeitig mitteilen.

Wer wird geimpft?

Die kostenlose Impfung wird ohne Termin für alle ab zwölf Jahren angeboten. Dabei ist es egal, ob es sich um eine Erst-, Zweit- oder Drittimpfung handelt. Wer jedoch bereits einen Termin in einer Arztpraxis ausgemacht hat, solle den auch wahrnehmen, sagte Joachim Götz, der stellvertretende medizinische Leiter. Bei den dezentralen Impfangeboten der vergangenen Wochen habe der Anteil der Erstimpfungen bei rund 50 Prozent gelegen.

Was wird geimpft?

Verabreicht werden die Wirkstoffe Biontech und Moderna, aber auch Johnson & Johnson. Medizinisch empfohlen wird grundsätzlich die Impfung mit RNA-Impfstoffen. Der Ablauf inklusive ärztlicher Beratung werde wie zuvor in den Impfzentren sein.

Wer bezahlt das?

Die Kosten, die sie nicht genau beziffern könne, trage im Wesentlichen das Land Baden-Württemberg, sagte Kohlmann. Auch die Stadt, die für die Anmietung der Messehalle in Vorleistung tritt, erwarte eine Erstattung der Kosten, teilte Bürgermeister Oliver Martini mit. Die zum 31. Dezember auslaufenden Verträge mit dem notwendigen Personal sollen verlängert werden, außerdem werde weiteres Personal rekrutiert.

Die kommende Woche werde landesweit als Impfwoche ausgerufen, informierte Götz. "Alle Ungeimpften sollten sich jetzt impfen lassen. Wir riskieren sonst den Zusammenbruch der ambulanten wie auch der stationären Versorgung", appellierte er an die Bevölkerung.

Für das Wochenende hat das Gesundheitsamt weitere 857 bestätigte Covid-19-Fälle aus dem Ortenaukreis an das Landesgesundheitsamt übermitteltet, allein 110 aus Lahr, 90 aus Offenburg und 69 aus Achern. Am Montag waren es abermals 200 Fälle. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei 385,6. Insgesamt sind im Kreis 614 Menschen im Zusammenhang mit einer COVID-19-Erkrankung gestorben. In vielen Bereichen gilt deshalb landesweit seit heute (17. November) die sogenannte Alarmstufe mit 2G-Regel, etwa in Restaurants, Museen, bei Ausstellungen oder bei Veranstaltungen. Das bedeutet, dass nur noch geimpfte oder genesene Personen Zutritt haben.