Rechtliche Betreuer kümmern sich um die amtlichen und finanziellen Belange von Menschen, die das nicht mehr selbst tun können. Foto: Archivfoto: Marx

Soziales: Kreisdiakonieverein ist nicht mehr Anlaufstelle

Ortenau - In Zukunft lösen die Betreuungsvereine Sozialdienst katholischer Frauen (SKF) Offenburg und Sozialdienst katholischer Männer (SKM) Ortenau den Kreisdiakonieverein Ortenaukreis als Anlaufstelle für ehrenamtliche Betreuer ab.

Das Diakonische Werk Ortenau wird die Arbeit des Kreisdiakonievereins Ortenaukreis als Betreuungsverein nicht weiterführen, teilt das Diakonische Werk mit. Grund dafür sind demnach gestiegene fachliche und organisatorische Anforderungen an die Betreuungsvereine, die mit der bestehenden Finanzierungsstruktur beim Kreis­diakonieverein nicht aufgefangen werden könnten. "Die Entscheidung ist im Rahmen eines Verbandsentwicklungsprozesses gefallen, bei dem alle Arbeitsfelder analysiert wurden", so die Mitteilung. Das Diakonische Werk werde sich in Zukunft auf die schon bestehenden Bereiche Existenzsicherung, Frauen/Männer/Familie, Seelische Gesundheit und Migration konzentrieren.

Qualität des Angebots soll bestehen bleiben

"Die beiden Betreuungsvereine stellen die Qualität des Angebots weiterhin sicher", verspricht der Diakonieverband. Dies werde trotz der zukünftigen personellen Herausforderungen möglich sein. Besonderes Augenmerk liege dabei auf der Betreuungsrechtsreform, die 2023 in Kraft treten wird. Dadurch kommen weitere Aufgaben im Bereich der Ehrenamtsarbeit und der Führung von Rechtlichen Betreuungen auf Betreuungsvereine zu.

Ehrenamtliche Betreuer werden dabei auch weiterhin gesucht. Die vom Gericht bestellten Betreuer übernehmen Aufgaben für Menschen, die nicht mehr in der Lage dazu sind, die Dinge des alltäglichen Lebens zu organisieren. Das reicht von der Arztbegleitung bis hin zur Antragsstellung beim Amt oder Entscheidungen im gesundheitlichen Aufgabenkreis.

Die Betreuungsvereine führen für die Vorbereitung der Ehrenamtlichen eine mehrtägige Schulung durch. Dort werden Themen wie beispielsweise Rechnungslegung, Anträge und genehmigungspflichtige Angelegenheiten besprochen.

Neben der Begleitung und Schulung der Ehrenamtlichen halten SKM und SKF Vorträge zur Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung und bieten Beratungsgespräche und Sprechstunden in den Geschäftsstellen an. Mehr Infos zu den beiden Vereinen gibt es im Internet auf www.skm-ortenau.de respektive www.skf-offenburg.de.