Foto: Finkbeiner

Nationalpark warnt vor Ausflügen in den Wald / Bäume können unter Schneelast brechen

Der Nationalpark Schwarzwald liegt bereits unter einer dicken Schneedecke. Wintersportler sollten jedoch noch auf einen Ausflug in den Wald warten und in den kommenden Monaten auf die Tiere im Nationalpark Rücksicht nehmen.

 

Ortenau (red/lst). Die Mitarbeiter haben auch die ersten Loipen bereits präpariert, heißt es in einer Mitteilung des Nationalparks Schwarzwalds. "Aufgrund der starken Schneefälle müssen wir im Moment allerdings von einem Ausflug in den Wald dringend abraten – es ist im Moment schlicht zu gefährlich", warnt Bernd Schindler, der das Loipenteam im Nationalpark koordiniert. "Viele Bäume, auch im Nahbereich von Wegen und Loipen, drohen unter der Schneelast zu brechen", erklärt er.

Während Wintersportfans sich auf den Saisonbeginn im Schwarzwald freuen, beginnt für die Tiere im Nationalpark die härteste Jahreszeit, heißt es in der Mitteilung des Nationalparks. "Viele kämpfen bei Eis und Schnee ums nackte Überleben", sagt Urs Reif, Leitender Ranger im Nationalpark.

Tiere können beim Winterschlaf gestört werden

Da es wenig Nahrung gibt, müssen die Tiere laut Reif zu einem großen Teil von ihren Fettreserven zehren. Dabei kann jede Störung für Rothirsche und Rehe, Auerhühner, Hasen oder Marder gefährlich werden. "Sie brauchen geschützte Ruhezonen, um Energie zu sparen", erklärt der Ranger.

Vor allem Menschen auf Schneeschuhen oder Langlaufskiern richten, meist ohne es zu merken, erheblichen Schaden an, wenn sie abseits der Wege querfeldein laufen und so in Wildruhezonen eindringen. Durch Stress oder gar Flucht verbrauchen die Tiere Kraftreserven, die sie zum Überleben brauchen. Das Nationalparkteam bittet daher alle Besucher in den kommenden Monaten unbedingt auf markierten Wegen, Loipen und Schneeschuhtrails zu bleiben, selbst wenn schon Spuren vom Weg abführen sollten. Hunde sind wie immer unbedingt an der Leine zu führen, heißt es.

Neben den Erlebnispfaden, wie dem Lothar-, Luchs- und Wildnispfad sowie der Allerheiligen-Rundweg, die aus Sicherheitsgründen wie jedes Jahr gesperrt sind, werden in diesem Winter zusätzliche Ruhezonen für die Wildtiere eingerichtet. Im Wegekonzept ist festgelegt, welche Wege über die Wintermonate gesperrt sind, um vor allem für Rotwild und Auerhuhn wichtige und verlässliche Rückzugsgebiete zu schaffen. "Das Schild ›Wildtierschutzgebiet‹ zeigt, dass es sich um einen solchen Weg handelt", erklärt Urs Reif. Diese Wege bleiben auch gesperrt, falls die Temperaturen während des Winters nochmal steigen sollten. "Denn wenn die Tiere einmal in den Ruhemodus geschaltet haben, ändert sich das auch bei vorübergehenden Wetterschwankungen nicht – und jede Störung ist für sie ein großes Risiko." Aus diesem Grund bittet das Nationalparkteam auch alle Wintergäste darum, sich möglichst ruhig zu verhalten und den Wald mit Einbruch der Dunkelheit zu verlassen.

Tagsüber gibt es dafür viele Angebote, um die Winterfreuden im Nationalpark zu genießen, wie zum Beispiel auf den ausgeschilderten Schneeschuhtrails.