Hoheiten im Ernteeinsatz: Die Weinprinzessinnen Sophia Sester (links) von Gengenbach und Lou Jost von Zell-Weierbach haben beim Start der Weinlese in den Reben oberhalb Offenburgs ordentlich mit angepackt. Foto: Armbruster

Federweißen gibt’s ab Donnerstag.

Offenburg - Die Weinmanufaktur Gengenbach-Offenburg und die Durbacher Winzergenossenschaft haben am Montag mit der Lese begonnen. Frost im Frühjahr und der feuchte Sommer führen zu Einbußen. Neuen Wein gibt’s trotzdem schon ab Donnerstag.

Bei strahlendem Sonnenschein starteten am Montagmorgen rund 20 Helfer in der Lage Zeller Abtsberg bei Offenburg die Weinlese in den Rebflächen von Reiner End. Er ist stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Weinmanufaktur Gengenbach-Offenburg. Mit schnellen Handgriffen, Reihe für Reihe, schnitten die Helfer die Trauben der Sorte Findling – einem Abkömmling des Müller-Thurgaus – von den Rebstöcken.

Zur gleichen Zeit starteten auch die Durbacher Winzer mit der Lese der frühen Sorte. Die Findling-Trauben sind auch dort gänzlich für den Neuen Wein gedacht. Rund fünf Tonnen konnten sie am Montag lesen, heißt es in einer Mitteilung. "Die kühlen Nächte und sonnigen Tage sind optimal für den Reifeprozess der Trauben", erläutert Stephan Danner, Geschäftsführer der Durbacher Winzergenossenschaft. Die Weinmanufaktur Gengenbach-Ortenau rechnete derweil mit rund 23.000 Litern Neuem Wein als Ergebnis des ersten Lesetags.

Winzer erwarten schwächeren Jahrgang

Die eigentliche Hauptlese wird um Offenburg und im vorderen Kinzigtal erst am 15. September beginnen. und wohl bis Mitte, Ende Oktober andauern. Die Durbacher Winzer rechnen mit einem Beginn Ende September. Die Winzer erwarten generell witterungsbedingt einen schwächeren Jahrgang – gute Qualität erwarten die Erzeuger lediglich von den Weißweinen.

"Nach dem Frost im April müssen wir in diesem Jahr mit einer sehr beschaulichen Menge rechnen", so Danner. "Es kann ein schöner Jahrgang werden, wenn jetzt die Nächte kühl und die Tage sonnig bleiben", erläuterte Christian Gehring, Geschäftsführer der Weinmanufaktur, bei einem Pressetermin direkt in den Reben am Montag.

Das durchschnittliche Mostgewicht der Findling-Beeren am ersten Lesetag im Rebstück von Rainer End lag zwischen 76 und 78 Grad Öchsle – die Durbacher Beeren brachten es auf 89 Grad Öchsle.

Ab Mitte November gibt’s fertigen Wein

Der Frost im Frühjahr hatte auch auf den Flächen der Weinmanufaktur Schäden verursacht. Besonders zu Leiden hatten frühe Sorten wie Chardonnay und Gewürztraminer. Durch den Frost komme es zu einer ungleichen Reife der Trauben, erläutert Reiner End. "Das wird die eigentliche Herausforderung bei der Weinlese 2021", betont er. Auf die Winzer komme Mehrarbeit zu, denn es müsse viel mehr sortiert werden. "In den vergangenen Jahren sind wir da sehr verwöhnt worden."

Zudem haben die Winzer aufgrund des sehr feuchten Sommers mit dem "Falschen Mehltau" zu kämpfen. Alles in allem rechnet End bei der Sorte Findling mit rund 60 Prozent des Normalertrags in diesem Jahr. Anderswo sehe es noch schlimmer aus. Die Findling-Trauben hätten in den vergangenen acht Tagen aufgrund des guten Wetters noch mal ordentlich an Mostgewicht zugelegt, so End.

Den Neuen Wein vom "Zeller Abtsberg" gibt es schon ab Donnerstag, 9. September, in den Vinotheken der Weinmanufaktur Gengenbach-Offenburg und im Handel zu kaufen, berichtet Genossenschaftsgeschäftsführer Gehring. Für Mitte November kündigt er dann die ersten vergorenen Weine des aktuellen Jahrgangs an. Die Durbacher Winzer gehen ab Montag, 13. September, mit ihrem Neuen Wein in den Verkauf.

Corona & Co.

Der zweite Lockdown ging auch an der Weinmanufaktur Gengenbach-Offenburg nicht spurlos vorbei: Der Umsatz durch Gastronomie und Vereine sank 2020 auf rund 60 Prozent des Niveaus vor Corona. Dafür stieg der Umsatz im Handel um 34 Prozent. In Summe konnte die Genossenschaft das Geschäftsjahr mit einem leichten Plus abschließen, berichtete Geschäftsführer Christian Gehring.

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