Die SWEG setzt auf der Strecke von Offenburg nach Freudenstadt moderne Batteriehybrid-Züge ein. Foto: Armbruster

Auf der Strecke zwischen Offenburg und Freudenstadt sollen zuletzt mehrfach Züge verspätet gewesen sein. Unsere Redaktion hat bei der SWEG nachgefragt.

Viele, die regelmäßig auf der Schiene unterwegs sind, kennen die bange Frage: Kommt mein Zug pünktlich, damit ich rechtzeitig zur Arbeit oder in die Schule komme? Verspätungen, kurzfristige Ausfälle und überfüllte Waggons gehören für Pendler vielerorts zum Alltag. Was für die einen nur ein paar verlorene Minuten bedeutet, bringt andere sofort in Zeitnot.

 

Unserer Redaktion wurde zuletzt berichtet, dass die Züge der Südwestdeutschen Landesverkehrs-GmbH (SWEG) auf der Strecke zwischen Offenburg und Freudenstadt große Verspätung haben sollen, vor allem in den Morgenstunden. Ist das so?

„Auf der Linie RS1 war im Zeitraum 1. März bis 19. April 2026 eine Abfahrtspünktlichkeit von fast 93 Prozent zu verzeichnen“, heißt es dazu von der SWEG auf Anfrage unserer Redaktion. Und weiter: „An drei Tagen in diesem Zeitraum verkehrte jeweils ein Zug mit einer Verspätung von mehr als 40 Minuten.“ Diese Zahlen beziehen sich dabei auf die von der SWEG betriebene Linie RS1 Offenburg – Hausach – Freudenstadt. Die Linie RS2 (Offenburg – Hausach – Konstanz) wird von der DB Regio betrieben.

Kritik am Zustand der DB-Infrastruktur kam schon Anfang des Jahres

Als Gründe für die Verspätungen nennt die SWEG „zumeist externe Einflüsse. Beschwerden von Fahrgästen sind uns zu diesem Thema nicht bekannt“, teilt Pressesprecher Christoph Meichsner mit. Die Gründe für Verspätungen „liegen leider häufig außerhalb unseres Einflussbereichs“, erklärt er weiter. Die Analyse der Abfahrtspünktlichkeiten sei dabei „eine Maßnahme, um Verspätungen zu vermeiden“, sagt Meichsner. „Sollten sich hier Auffälligkeiten ergeben, so werden die Ursachen so schnell wie möglich behoben“, sagt er und schränkt ein: „Sofern im Einflussbereich der SWEG.“

Auf SWEG-eigenen Gleisen fast 100-prozentige Pünktlichkeit

Bereits Anfang des Jahres, als das Zugverkehrsqualitätsranking des Landes Baden-Württemberg für das erste Halbjahr 2025 veröffentlicht wurde, hatte die SWEG externe Gründe für die Unpünktlichkeit von Zügen genannt. „Aber der Zustand der DB-Infrastruktur ist weiterhin bestimmend für unpünktliche Züge“, hieß es in einer Pressemitteilung des Verkehrsunternehmens mit Hauptsitz in Lahr. „Es ist schon bemerkenswert: Dort, wo wir auf SWEG-eigenen Gleisen fahren, liegt die Pünktlichkeit bei fast einhundert Prozent“, wurde Tobias Harms, Vorsitzender der SWEG-Geschäftsführung, in der Mitteilung zitiert.

Zufriedenheitsumfrage zum ÖPNV im Land

Insgesamt sind in der Ortenau übrigens knapp 62 Prozent – genauer 61,8 Prozent – der Fahrgäste zufrieden mit dem mit öffentliche Personennahverkehr. So steht es zumindest im „bwegt-Fahrgastbarometer“ für das Jahr 2025, das im Frühjahr vom baden-württembergischen Verkehrsministerium veröffentlicht wurde. Im Ortenaukreis gaben demnach 61,8 Prozent der Fahrgäste an, mit Qualität und Angebot von Bus und Bahn „sehr zufrieden“ beziehungsweise „eher zufrieden“ zu sein.