Offenburg - Die Polizei hat eine Drogenfabrik und eine Kampfarena für Hunde ausgehoben.

Die Ermittlungen gegen einen 50-Jährigen aus einer Offenburger Umlandgemeinde laufen. Er ist auf der Flucht, es wurde Haftbefehl gegen ihn erlassen.

Nach Hinweisen auf eine Kamphundehaltung im Raum Ettenheim, erließ das Gericht einen Durchsuchungsbeschluss.

Ende März rückten die Beamten zur Durchsuchung des Anwesens an. Bereits auf dem abgeschirmten Gartengelände entdeckten sie drei Pitbull-Terrier, die mit groß dimensionierten Ketten an Bäumen gehalten wurden.

Dass es sich dabei aber lediglich um die „Spitze des Eisberges“ handelte, wurde erst im Keller des Wohnhauses klar: Hier stießen die Beamten auf eine Kampfarena, eine sogenannte ‚Pit’, bestehend aus vier Holzbrettern, je fünf Meter lang und knapp einem Meter hoch: Eine quadratischen Kampfzone mit einem blutgetränkten Teppich.

In den Nebenräumen lag eine ganze Reihe von Utensilien: Notfallmedizin zur Behandlung verletzter Hunde, ein Bolzenschussapparat zur Tötung sterbender Tiere und Gerätschaften, die der Vorbereitung der Hunde auf ihr Kämpfe dienten. Unter anderem fanden sich Laufbänder, sogenannte „Tretmühlen“, mit denen die Ausdauer der Tiere trainiert worden ist.

Die reichlich vorhandenen alkoholischen Getränke und mehrere Bierzeltgarnituren deuteten darauf hin, dass den Aktivitäten auf dem Grundstück nicht wenige Zuschauer und weitere Akteure beigewohnt haben.

Im Untergeschoss der Lagerhalle stießen die Polizisten auf eine professionelle Marihuana-Plantage.

Mehr als 450 Pflanzen wurden sortiert nach der Größe. Besonders die technische Seite der Anlage hatte es in sich: Hier reichte die Ausstattung vom großen Diesel-Stromaggregat über eine elektrische Anlage mit 38 Trafos, Sicherungsautomaten, Zeitschaltuhren, den zughörigen Pflanzenlampen und Lüftern bis hin zu den für die ‚Ernte’ und die Verarbeitung erforderlichen Utensilien. Beschlagnahmt wurde neben der eigentlichen Anlage auch die aktuelle ‚Ernte’, rund drei Kilo Marihuana.

Um die Herstellung- und Betriebskosten für die Anlage gering zu halten, wurde das fahrbare Stromaggregat 2010 auf einer Baustelle gestohlen, der Hausstromanschluss vor dem Zähler angezapft.

Die Polizei musste mit Lastwagen anrücken, um die beschlagnahmte Kampfarena und die Drogenfabrik abzutransportieren. Die Hunde, insgesamt elf Pitbull-Terrier, wurden den umliegenden Tierheimen anvertraut. Drei der Hunde wurden auf dem Areal angetroffen, acht Hunde fanden die Beamten im Wohnanwesen des Mannes in der Nähe von Offenburg.