Unterstützung fürs Katastrophengebiet: Sechs Krankentransportwagen mit Notfallausstattung und Besatzung sind am Donnerstag in den Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz aufgebrochen. Foto: Landratsamt

Verstärkung: 30 Einsatzkräfte unterstützen Katastrophenschutz in Rheinland-Pfalz

Offenburg - Durch die Hochwasserkatastrophe im Westen sind mindestens 93 Menschen gestorben – viele werden noch vermisst. Rund 30 Ortenauer Einsatzkräfte sind am Donnerstag ausgerückt, um im Landkreis Ahrweiler die dortigen Helfer zu unterstützen.

Die Einsatzkräfte des Bevölkerungsschutzes von Deutschem Roten Kreuz, Malteser Hilfsdienst und der Feuerwehr Kehl rückten am Donnerstagabend aus, um nach den heftigen Überflutungen im Landkreis Ahrweiler (Rheinland-Pfalz) die dortigen Helfer zu unterstützen. Das teilte das Landratsamt am Freitagmorgen mit. Neben sechs Krankentransportwagen mit Notfallausstattung ist auch ein Feuerwehr-Hochwasserzug des Ortenaukreises im Einsatz, um beim Kampf gegen das Hochwasser im Raum Ahrweiler zu helfen und die Bevölkerung zu versorgen.

Organisiert wurde der Einsatz der Rettungskräfte durch das Amt für Brand- und Katastrophenschutz des Ortenaukreises. Zusammen mit der Feuerwehr Lahr wurde eine zentrale Sammelstelle für den Regierungsbezirk Freiburg eingerichtet.

Landrat Scherer drückt seine Anteilnahme aus

Von dort aus starteten die Helfer aus fünf Landkreisen – mit insgesamt 15 Fahrzeugen – am Donnerstagabend in Richtung Ahrweiler, wo sie Freitagmorgen gegen 4 Uhr eintrafen. Der Feuerwehr-Hochwasserzug verließ den Ortenaukreis mit fünf Fahrzeugen um 22 Uhr.

"Ich danke den Einsatzkräften für ihre schnelle Hilfe in dieser sehr schwierigen Katastrophenlage", erklärte Landrat Frank Scherer. "Ich hoffe, dass sie dazu beitragen können so viele vermisste Menschen wie möglich lebend zu bergen. Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen der Opfer und den Menschen, die in dieser verheerenden Flut ihr Hab und Gut verloren haben."

Starkregen hat Flüsse und Bäche in reißende Fluten verwandelt, in Rheinland-Pfalz hat es den Kreis Ahrweiler am heftigsten erwischt. Allein im Dorf Schuld an der Ahr mit 700 Einwohnern wurden mehrere Häuser von den Wassermassen mitgerissen, zahlreiche weitere Gebäude teils schwer beschädigt, berichtet die Deutsche Presseagentur (DPA). Erhebliche Schäden gab es auch in weiteren Regionen der Eifel sowie im Landkreis Trier-Saarburg. Zur Zahl der Toten in Rheinland-Pfalz sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Koblenz: "Die Befürchtung ist, dass es noch mehr werden." Die Bergungsarbeiten liefen weiter. Der Kreis Ahrweiler hatte von 1300 Vermissten im Kreisgebiet gesprochen. Eine Sprecherin erklärte laut DPA das auch mit dem teilweise lahmgelegten Mobilfunknetz. Daher gebe es keinen Handy-Empfang; viele Menschen seien dadurch nicht erreichbar.

Bei der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands sind laut Medienberichten am Freitag bislang 93 Todesopfer zu beklagen. In Rheinland-Pfalz kamen demnach in den Fluten mindestens 50 Menschen ums Leben, in Nordrhein-Westfalen waren es 43. An den Flüssen und Seen in Baden-Württemberg erwarten die Experten laut Deutscher Presseagentur für Freitag steigende Wasserstände. Der Deutsche Wetterdienst warnte bereits vor schnellen Anstiegen vor allem in den kleineren Gewässern des Südwestens.

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