Ein 27-Jähriger hat seine Freundin bedroht, weil sie schwanger war. Foto: dpa

27-Jähriger bedroht seine schwangere Freundin. Er wird zu einer Geldstrafe verurteilt.

Offenburg - Ein 27-Jähriger hat seine Freundin zum Schwangerschaftsabbruch genötigt. Sie solle das Kind abtreiben, sonst schlitze er sie auf. Nach einem gescheiterten Täter-Opfer-Ausgleich wurde der Kfz-Mechatroniker wegen Bedrohung zu einer Geldstrafe verurteilt.

Sie hatte nur drei Tage Bedenkzeit erbeten, nie vorgehabt, die Beziehung zu beenden, erklärte die Mutter vor Gericht. Die 26-Jährige stand noch immer unter dem Eindruck der Bedrohung. Nach dem Schwangerschaftstest im Frühjahr 2012 bat sie um Abstand, da sie bereits nach nur kurzer Bekanntschaft schwanger geworden war.
Angeklagter droht mit Vergewaltigung

Über Wochen sei sie dann vor allem über Facebook bedroht worden. Der türkischstämmige 27-Jährige mit deutschem Pass schickte ihr ein Video, in dem eine Frau in der Badewanne getötet wurde. So werde es ihr ergehen. Er drohte, ihr die Hände abzuhacken, sie zu vergewaltigen und aufzuschlitzen. »Du machst mir mein Leben nicht kaputt, vorher mache ich deines kaputt«, schrieb er.

»Ich habe heute noch Angst«, sagte die Mutter vor Gericht. Nach der Gewaltandrohung ging sie zur Polizei. Da der 27-Jährige strafrechtlich noch nicht in Erscheinung getreten war, regte die Staatsanwaltschaft einen Täter-Opfer-Ausgleich an, der Straffreiheit zur Folge haben kann.

Die werdende Mutter willigte zunächst ein. Nach einer Sitzung unter Aufsicht eines "Konfliktreglers" nahm sie den Täter-Opfer-Ausgleich jedoch zurück. Der 27-Jährige hätte nur Vorwürfe geäußert. Seine Entschuldigung sei eine Floskel gewesen, die aber laut Bericht des "Konfliktreglers" ein wichtiger Bestandteil des Ausgleichs sei.

Angeklagter will sich um Kind kümmern

Nach dem Scheitern des Ausgleichs erging ein Strafbefehl gegen den derzeit von Hartz IV lebenden Offenburger. Sein Einspruch wurde nun am Amtsgericht verhandelt. Nach Einschätzung des Verteidigers Benjamin Schütz sei die angeklagte Bedrohung "gar nicht so schlimm, wie es sich anhört". Der 27-Jährige hätte sich zu den "fiesen Äußerungen" hinreißen lassen. In Zukunft wolle er aber für das Kind, dessen Vaterschaft er mittlerweile anerkannt habe, geradestehen und mitentscheiden – zum Wohle des Kindes.
Sinneswandel bringt neuen Ärger mit sich

Dieser Sinneswandel brachte nach Aussage der Mutter jedoch neue Konflikte mit sich. Den Vor- und Nachnamen wollte er nun bestimmen. »Was du machst, ist dem Vater das Kind wegzunehmen«, hätte er ihr nach der Geburt des Kindes, auf dessen Abtreibung er einst gedrängt hatte, mitgeteilt. Die 26-Jährige gestattet ihm nur über das Jugendamt Kontakt zum Nachwuchs.

Verteidiger Schütz regte die Einstellung des Verfahrens unter einer Geldauflage an, die ja dem Kind zugute käme. Der Rechtsanwalt sprach sich vor dem Strafgericht für eine familiengerechte Lösung aus. Gericht wie Staatsanwaltschaft sahen jedoch die Sanktionierung der Bedrohung als vorrangig an. Die 90 Tagessätze zu acht Euro kann der Kindsvater in Raten bezahlen.

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