Kinder der Hermann-Daur-Schule berichteten bei der Gedenkfeier von seinen Spuren in Ötlingen. Foto: Oliver Welti

Nicht nur Museen im Kreis erinnern 2025 an den vor 100 Jahren verstorbenen Hermann Daur, sondern auch das Dorf Ötlingen, in dem der Künstler von 1906 bis zu seinem Tod lebte und wirkte.

Was der Dorfstubenverein Ötlingen in Erinnerung an den vor 100 Jahren verstorbenen Hermann Daur das ganze Jahr über auf die Beine stellt, ist beachtlich. Der Reigen, den Ute Korom anregte, die das Daur-Jahr in Ötlingen auch koordiniert, stellt sich überaus facettenreich dar.

 

Vom 3. März an kann man sich auf einen ausgeschilderten „Daur-Lauf“ durch Ötlingen begeben, der an den Stationen Atelier, Wohnung, Denkmal, Schule, Brunnen und Friedhof vorbeiführt.

Am 6. April öffnet in der Dorfstube dann die Ausstellung „Hermann Daur als Mensch und Künstler“. Es ist die erste Gelegenheit, das im vergangenen Jahr vom Verein neu ersteigerte und frisch restaurierte Daur-Gemälde zu bewundern. Die Schau rückt auch den Porträtmaler und Zeichner Hermann Daur in den Fokus.

Auf den Spuren Hermann Daurs

Für den 4. Mai lädt der Schwarzwaldverein zu einer Wanderung auf den Spuren Hermann Daurs ein. Wie der Künstler, der alle seine Wege stets zu Fuß zurücklegte, erkunden die Wanderer die Landschaft zwischen Haltingen und Kandern – den Blauen stets im Blick.

Am 25. Mai wird im „Hirschen“ in Haltingen ein Hochzeitsmenü serviert, das an die Vermählung von Idel und Eugen Lang erinnert, für die Hermann Daur einst eine Hochzeitszeitung gestaltete. Trachtenexperte Thomas Hofer und Stadtführerin Monika Merstetter liefern Wissenswertes dazu.

Am 1. Juni, dem Hochzeitstag von Hermann und Gretchen Daur, lädt auch die Dorfstube zu einem Vermählungsfest ein. Zu Gast sind dann Musiker sowie Ratsherrin Britta Quaiser aus Cuxhaven. Denn dort, im hohen Norden, hatte Daur seine spätere Frau kennengelernt, die er in Ötlingen heiratete. Im Mittelpunkt des Festes stehen die Bedeutung der Künstlerkolonie Duhnen bei Cuxhaven und seiner Frau Margarethe für das Schaffen des Künstlers.

Winterle versteigert sein neues Werk

Am 27. Juli versteigert der Ötlinger Künstler und Ortschaftsrat Stefan Winterle ein Werk, das er nach dem Motiv des neu ersteigerten Daur-Gemäldes geschaffen hat. Neben dem Original ist auch eine limitierte, exklusive Auflage von Drucken zu haben.

Am 31. August bietet Monika Merstetter eine Stadtführung zu Hermann Daur an.

Am 21. September ist Zeichnen nach Motiven von Daur bei der Dorfstube angesagt. Unter Anleitung von Johannes Buchholz können die Teilnehmer selbst kreativ werden. Begleitend gibt es einen Vortrag über den Zeichner Hermann Daur.

Am 26. Oktober wird die Finissage der Sonderausstellung in der Dorfstube gefeiert, inklusiver angeheizter Schmiede.

Kranzniederlegung am Todestag

Begonnen hatte das Daur-Jahr mit der Kranzniederlegung am 100. Todestag des Künstlers (wir berichteten). Désirée Thudichum, Vorsitzende des Dorfstubenvereins, begrüßte eine große Zahl an Kennern, Freunden und Bewunderer von Daurs Kunst. Der Maler und Zeichner präge bis heute den Blick auf das Markgräflerland, meinte Weils OB Diana Stöcker. Er hielt Dörfer und Menschen des Markgräflerlands aber auch auf Postkarten fest, die dann in alle Welt gingen. Insofern sei Daur so etwas wie „der erste Tourismusmanager im Dreiländereck“ gewesen. In Ötlingen, sagte Ortsvorsteher Johannes Maier, führte Hermann-Daur kein entrücktes Künstlerleben, sondern stand mitten im Dorfleben. Er war begeisterter Sänger der „Eintracht“ und als Experte in Sachen Denkmalschutz gefragt. Auch Pfarrerin Bertina Müller richtete den Blick auf den Menschen Hermann Daur. Ihr war es gelungen, in Cuxhaven die Trauerrede des damaligen Ötlinger Pfarrers Bayer aufzuspüren, aus der eine große persönliche Wertschätzung und Wärme sprechen.

Die Kinder der Hermann-Daur-Schule sangen nicht nur alemannische Weisen, sondern berichteten auch von den Spuren Daurs im Ort. So tragen Schule, Brunnen, Straße und eine vom Schwarzwaldverein erbaute Aussichtshütte seinen Namen. Der Gesangverein „Eintracht“ erinnerte mit dem „Dörflein“ und den „Heimatglocken“ an seinen ehemaligen Mitsänger.