Der Stadtteil Ötlingen will in Sachen Busverkehr nicht abgehängt werden. Foto: Saskia Scherer

In Ötlingen hofft man, dass die Neujustierung des Stadt- sowie des Kreisbusverkehrs zumindest keine Verschlechterung der Anbindung bringt.

Der Stadtbusverkehr wird 2026 neu ausgeschrieben, denn von 2027 an sollen mehr elektrische Fahrzeuge in der Kernstadt und den Teilorten verkehren. Dem zugrunde liegt die europäische Richtlinie "Clean Vehicles Directive", die mit dem Gesetz über die Beschaffung sauberer Straßenfahrzeuge umgesetzt wurde. "Die Regelung fordert einen Anteil an emissionsfreien Fahrzeugen, es werden nicht alle Busse elektrisch sein. Eine gewisse Quotierung wird mit hoher Wahrscheinlichkeit noch Diesel bleiben und die Dieselersatzbrennstoffe werden wahrscheinlich auch noch eine Rolle spielen", erklärt Stadtwerke-Leiter Markus Indlekofer auf Nachfrage unserer Zeitung. Der Ötlinger Ortschaftsrat wollte von den Stadtwerken wissen, ob sich schon absehen lasse, welche Auswirkungen dies auf die Anbindung Ötlingens haben wird. In der jüngsten Sitzung gab Ortsvorsteher Johannes Maier nun die Einschätzung Indlekofers dazu weiter.

 

Durch die Umstellung auf Elektrobusse werde von einem deutlichen Anstieg der Fahrpreise ausgegangen, denn es müsse kräftig in die Infrastruktur investiert werden. Die Stadtwerke rechnen damit, dass Tickets im Vergleich zum aktuellen Preis von 2027 an doppelt so viel kosten könnten. Aufgrund der steigenden Kosten seien keine zusätzlichen Angebote vorgesehen. Vielmehr wolle man den Status Quo in etwa halten.

Wohl kein Bushalt sonntags

„Damit steht unser Wunsch, auch sonntags einen Bushalt zu bekommen, wohl nicht mehr zur Debatte“, sagte Maier. Immerhin sollen keine Linien gestrichen werden, fügte er an. Der Ortsvorsteher hofft, dass die jetzige Taktung in etwa erhalten bleibt. Die Stellungnahme der Stadt betreffe nicht den Schulbusverkehr, merkte er an.

Die genaue Fahrplangestaltung zum 1. Januar 2027 lasse sich noch nicht voraussagen, da auch die Zughalte, auf die der Busfahrplan abgestimmt werden soll, noch offen seien. Anpassungen seien im Einzelfall zu prüfen, der Ortschaftsrat werde auf jeden Fall seine Anregungen einbringen. Die Neuvergabe stehe insgesamt, so Maiers Eindruck, aber noch unter dem Finanzierungsvorbehalt.

Infoveranstaltungen zum Kreisbusverkehr

Die Neuordnung des Kreisbusverkehrs sei ebenfalls noch eine „Baustelle“, dazu werde es Infoveranstaltungen geben, kündigte der Ortsvorsteher weiter an. Es gelte, dranzubleiben und sich in die Neuordnung einzubringen, forderte er.

Dass es neue Kreuzungen mit Kreisbuslinien geben werde, sei eher unwahrscheinlich, meinte Katrin Schröder-Meiburg. Sie hatte auf die neue, grenzüberschreitende Regiobuslinie „Freund“ gehofft, die seit Mitte Dezember vom Lörracher Busbahnhof zum Euro-Airport fährt. Doch diese biegt auf der Lucke nicht nach Ötlingen, sondern nach Binzen ab und wird dann über Haltingen und die Palmrainbrücke weitergeführt. „Wir Ötlinger müssen auf jeden Fall irgendwie vom Berg runterkommen, wenn wir da zusteigen wollen“, verdeutlichte Maier.

Spätbus fährt meistens leer

Dranbleiben will der Ortschaftsrat auch in Sachen Spätbus am Samstag. Dieser fährt Ötlingen derzeit um 23.30 Uhr an und sei, wie Stefan Winterle berichtete, „so gut wie immer leer“. Die Zeit sei ungeschickt gewählt, war man sich einig. Für Nachtschwärmer, die aus Basel nach Ötlingen zurückkehren wollen, sei er zu früh und für die, die ausschwärmen wollen ins Nachtleben, komme er zu spät. Hier sollte nachjustiert werden, meinte der Ortschaftsrat.