Rottweil bekommt einen neuen zentralen Bus-Umsteigepunkt – und der ändert einiges. Am Mittwoch wird die Planung vorgestellt. Wir haben die Details.
Die Stadt möchte den zentralen Umsteigepunkt (ZUP) vom Friedrichsplatz an den Kriegsdamm verlegen. Dort, wo sich bislang noch der Norma-Parkplatz befindet. Das ist zum einen nötig, damit der seit Dezember geltende Integrale Takt und mit ihm die ÖPNV-Anbindung besser funktioniert. Zum anderen aber auch, weil die berühmte „rote Wand“ – die städtischen Linienbusse – ein Hemmschuh für die Weiterentwicklung des Friedrichsplatzes ist.
In der Ausschusssitzung (UBV) vergangenen Mittwoch, waren die Weichen für die weiteren Planungen in Sachen ZUP gestellt worden. Die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange, wie die Polizei oder der Denkmalschutz, hatten einige Änderungen zur Folge. Etwa, was eine mögliche fünfte Zufahrt zum Kreisverkehr am Kriegsdamm anbelangt.
Hier sah das Polizeipräsidium Stuttgart Gefahrenpotenzial. Oder der Hinweis des Denkmalamts, dass sich unter dem Material, mit dem einst Nägelesgraben und Kriegsdamm aufgeschüttet worden waren, archäologische Funde finden könnten, wie Sandra Graf, Abteilungsleiterin Stadtplanung, den Ausschussmitgliedern erklärte. Das Plangebiet liegt nämlich im Bereich archäologisch bedeutender Siedlungen aus dem Mittelalter und der Neuzeit.
Kampfmittel
Und dann gibt es noch das Thema Kampfmittel. Luftbildauswertungen einer Spezialfirma kamen zum Ergebnis, dass der Verdacht der „Kontamination mit Kampfmitteln“ für einen Teil des ZUP besteht. Der mögliche Blindgängereinschlag und die Kampfmittelverdachtsfläche beliefen sich auf fast den gesamten bestehenden Norma-Parkplatz. Nun die Wende: Weitere Auswertungen ergaben, dass der Verdacht nicht bestätigt werden konnte.
Sicher sind hingegen die Altlasten im Untergrund. Hier ist es nach wie vor nicht möglich, die künftige ZUP-Fläche zu entsiegeln, wenngleich man sich das gewünscht hatte. Unter der geteerten Fläche finden sich Bauschutt, Schlacke und Hausmüll aus den Jahren 1930 bis 1965.
Die Planung
Am heutigen Mittwoch (ab 17 Uhr im Sitzungssaal des Neuen Rathauses) geht es im Gemeinderat nun an die Detailplanung. Und die sieht in den Grundzügen so aus: Der ZUP wird vorwiegend die zwölf Meter langen Stadtbusse aufnehmen. Diese treffen alle 30 Minuten dort ein und halten in den sechs diagonalen Haltebuchten. Die Parkplätze fallen dafür weg.
Die Buchten sind so geplant, dass sie aber auch einen Reisebus mit Hänger oder einen Gelenkbus aufnehmen können. Die Haltestellen für den Regionalverkehr werden direkt auf die Fahrbahn am Kriegsdamm gelegt.
Positiver Effekt: Die Busbucht am Dominikanermuseum kann rückgebaut und der Gehweg damit verbreitert werden. Denn von dort wird man ja zukünftig einen eindrucksvollen Blick auf die neue Hängebrücke haben.
Geld und Zeit
Im städtischen Haushalt wurden für den ZUP 2,6 Millionen Euro eingeplant. Fördermittel wird es geben, allerdings ist fraglich, ob in der von der Stadt gesetzten Höhe von etwa 1,56 Millionen. Die Stadt geht aktuell von einem Eigenanteil von 1,59 Millionen Euro aus, wie in der Vorlage zu lesen ist.
Der Zeitplan sieht vor, dass mit dem ZUP 2026 begonnen wird. Fertig soll er pünktlich zur Landesgartenschau sein.