6,30 Euro kostet die einfache Fahrt von Pforzheim nach Bad Wildbad oder umgekehrt. Foto: Verena Parage

Ein einfaches Ticket für die Linie S 6 zu kaufen, ist nun einfacher. Die Bahn hat den Fehler korrigiert. Dafür gibt es anderswo Probleme.

Manchmal, da bewegt sie sich doch, die Deutsche Bahn (DB). Und an Verspätungen sind die Fahrgäste gewöhnt. Deshalb gibt es trotz Verspätung aus Bad Wildbad Erfreuliches zu berichten: Am Automaten eine einfache Fahrkarte nach Pforzheim zu kommen, ist leichter geworden.

 

Rückblick Zuletzt war es eine Wissenschaft für sich, an den Bahnautomaten entlang der Strecke ein normales Ticket für die Fahrt nach Pforzheim zu kaufen. „bwEinfach“ heißt der Tarif, für den von Bad Wildbad in die Goldstadt 6,30 Euro fällig werden, für Hin- und Rückfahrt das Doppelte.

Einfach zu finden war das Ticket indes nicht. Wer auf der Startseite des Automaten sein Reiseziel Pforzheim angab, bekam sofort das teure Tages-Kombiticket für 16,80 Euro vorgeschlagen. Damit können Zugreisende den restlichen ÖPNV in der Goldstadt nutzen. Was freilich nicht jeder wollte.

Fehler trat seit Ende 2023 auf

Um ein einfaches Ticket kaufen zu können, mussten die DB-Kunden am Automaten über die Fahrbahnauskunft gehen. In Summe waren 13 Schritte nötig, bis das Gerät die Fahrkarte endlich druckte. Gerade für ältere Nutzer war das zu kompliziert.

Eine Leserin hatte sich deshalb bei uns gemeldet und berichtet, dass der Deutschen Bahn (DB) das Problem längst bekannt sei. Bei der DB sei sie von einer Stelle zur anderen verwiesen worden. Einmal hieß es, der Fehler werde bis zum Jahresende 2023 behoben. Was nicht passierte.

Auf Anfrage unserer Redaktion hatte die Bahn ebenfalls bestätigt: „Das Problem besteht beim Verkauf am Automaten bei verbundübergreifenden Fahrkarten (VGC und VPE).“ Der Fehler trete seit dem vierten Quartal 2023 auf, nach einem Softwareupdate, sagte ein Bahnsprecher. Und er versprach Ende August: „Wir versuchen hier schnellstmöglich eine Lösung zu finden.“ Diese hatte er zum 1. Oktober angekündigt.

Problem gelöst Tatsächlich: Ein Automaten-Test im Oktober ergibt, dass Kunden nun, wenn sie ihre Reisedaten auf dem Startbildschirm eingeben, das „bwEinfach“-Ticket vorgeschlagen bekommen. Sieben Schritte sind nötig, um es ausgedruckt in der Hand zu halten. Dann steht der Fahrt mit der S 6, der Enztalbahn, nichts mehr im Wege.

Fahrkartenverkauf in der Tourist-Info Dass das Problem beseitigt ist, bestätigt Michaela Mack, Geschäftsführerin der Touristik Bad Wildbad GmbH. „Wir haben das auch verfolgt und wissen, dass es jetzt wirklich sehr gut funktioniert mit den Tickets.“

Seit mehr als 20 Jahren können Kunden in der Bad Wildbader Tourist-Information DB-Fahrkarten kaufen, in der Regel aber für weitere Bahnreisen. Diese Möglichkeit hatten auch Bahnreisende genutzt, denen der Ticketkauf am Automaten zu kompliziert war. „Die Gäste kaufen momentan trotzdem noch bei uns“, berichtet Mack. Noch immer sei es für viele einfacher, einer Mitarbeiterin das gewünschte Ziel zu nennen und direkt zu bezahlen.

Fahrkarten gibt’s auch in der Tourist-Information

Das Angebot des Fahrkartenkaufs werde von Touristen ebenso wie von Einheimischen genutzt. „Die Gäste, die für die S-Bahn-Strecke zu uns kommen, sind tatsächlich eher Gäste, die mit der Benutzung des Smartphones nicht so vertraut sind, aber nicht ausschließlich.“ Wer sein Ticket über die DB-Navigator-App erwirbt, braucht die Fahrkartenautomaten nicht.

Wenn es um größere Strecken oder Gepäcktransporte gehe, kauften aber auch Besucher in der Tourist-Info Fahrkarten, die im Alltag ein Smartphone nutzen.

„Wir verkaufen circa 100 Fahrkarten pro Monat“, erklärt Michaela Mack. Davon seien mehr als die Hälfte Kurzstrecken mit der S-Bahn.

Endstation Pforzheim Während die DB das eine Problem beseitigt hat, lässt sich ein weiteres in Pforzheim nicht so einfach lösen. Wer in der Goldstadt aus der S 6 aussteigt und den Hauptbahnhof passiert, der bemerkt, dass am Haupteingang zwei von drei Türen defekt und abgesperrt sind. An der dritten lässt sich nur noch ein Flügel öffnen. Einer von zwei Ausgängen Richtung Gleise ist ebenfalls abgesperrt.

„Die Türen wurden durch Vandalismus beschädigt“, erklärt ein Bahnsprecher. Vandalismus sei ein Problem in Pforzheim. Trotz Kameraüberwachung ist es schwierig, der Vandalen habhaft zu werden.

Weil das Gebäude unter Denkmalschutz steht, sind die Türen teure Maßanfertigungen. Allerdings gebe es nur wenige Spezialfirmen, die solche Türen herstellten. Wann die defekten Exemplare ersetzt werden können, ist laut DB noch unklar.