Im Rahmen einer Diskussionsrunde mit Landrat Günther-Martin Pauli kommen an Kommunalpolitik interessierte Jugendliche aus dem Zollernalbkreis auf des Rufbus zu sprechen. Ihrer Ansicht nach gibt es hier noch Verbesserungspotential.
Das neue Nahverkehrs-Konzept im Landkreis bringt Verbesserungen an den Wochenenden und bei Spätfährten, bessere Verknüpfungen mit dem Schienenverkehr sowie eine engere Anbindung an die Nachbarlandkreise Rottweil und Freudenstadt.
So ganz optimal ist es aber noch nicht, wie einige Jugendliche bei einer Diskussionsrunde mit Landrat Günther-Martin Pauli kritisierten. Es hagelte geballte Kritik. „Mir ist es jetzt schon häufiger passiert, dass der Bus zu spät kam, oder gar nicht aufgetaucht ist“, sagt einer der Schüler aus dem Zollernalbkreis und erntet zustimmendes Nicken von einigen anderen. „Ich habe einmal ewig am Bahnhof gewartet und wurde dort von mehreren Typen angesprochen“, erzählt ein Mädchen. „Da habe ich mich überhaupt nicht wohl gefühlt.“ Sie finden: „Das wäre auch gar nicht mal so schlimm, wenn man einem bei einer Verspätung dann Bescheid sagt.“
Letzter Bus fährt bereits um 23 Uhr
Doch im Punkt Kommunikation scheint es wohl ebenfalls Probleme zu geben: „Oft geht gar keiner ans Telefon, wenn man eine Fahrt anmelden will.“ Rufbusfahrten müssen nämlich mindestens eine Stunde vor Abfahrt angemeldet werden. Im Idealfall holt er die Jugendlichen dann an einer der im Fahrplan angegebenen Bushaltestellen zur nächstmöglichen Abfahrtszeit ab.
Was die Jugendlichen auch schon zu ihrem nächsten Kritikpunkt bringt: die Abfahrtszeiten. „Der letzte Bus mit dem ich von Balingen nach Hause komme, fährt schon um 23 Uhr“, sagt ein junger Rosenfelder. „Das ist manchmal schon ein bisschen früh.“
Noch frühere Abfahrtszeiten von Tübingen und Hechingen
Noch früher sind die Abfahrtszeiten vom Tübinger Hauptbahnhof – hier fährt der letzte Bus um 21.30 Uhr – und von Hechingen – da ist um 22 Uhr Schluss. „Vielleicht könnte man die Zeiten noch ein bisschen anpassen“, so der Vorschlag der Jugendlichen. Die frühere Rufbuslinie startet um 19.29 Uhr in Tübingen, legt um 20 Uhr einen Zwischenstopp in Hechingen ein und ist um 20.59 Uhr am Balinger Hauptbahnhof. „Ich weiß nicht, ob da so viele schon nach Hause wollen“, überlegt einer der Schüler.
Und wenn dann doch alles soweit geklappt hat und der Rufbus tatsächlich kommt, ist die Reise noch immer nicht zu Ende. Neben Beschwerden über unfreundliche Busfahrer wird auch die ein oder andere Anekdote zum besten gegeben – darunter ein Mädchen, dass sich den Sitz im Bus mit dem bellenden Hund des Fahrers teilen musste. „Eigentlich habe ich keine Angst vor Hunden, aber das war dann schon eine weniger angenehme Erfahrung“, meint die Jugendliche.
Das Konzept des Rufbusses sei noch ausbaufähig, zumal viele von dem Angebot auch gar nicht wüssten. Landrat Pauli zeigte sich angesichts der vielen Kritikpunkte überrascht und versicherte den Jugendlichen, die genannte Punkte mit ins Landratsamt zu nehmen.
Nähere Erläuterungen gewünscht
Auf Nachfrage unserer Redaktion kann man dort mit der Kritik der Jugendlichen im Moment noch nicht so viel anfangen. „Die genannten Punkte innerhalb der Informationsveranstaltung des Kreisjugendreferates können nicht ohne nähere Erläuterung durch unser Verkehrsamt aufgearbeitet werden“, teilt Pressesprecher Steffen Maier auf Nachfrage unserer Redaktion mit. „Neben dem Landkreis bieten auch die Städte Albstadt, Balingen und Hechingen Rufbus-Angebote in eigener Zuständigkeit an.“
Veranstaltung rund um das Thema ÖPNV
Deshalb plane das Kreisjugendreferat gemeinsam mit dem Verkehrsamt eine erneute Veranstaltung rund um das Thema ÖPNV. „In dieser Veranstaltungen sollen die genannten Punkte dann gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen ausgewertet und aufgearbeitet werden“, so Maier.