Für die kommenden beiden Haushaltsjahre des Landkreises Lörrach steht unter anderem die Einführung des neuen Linienbündels Markgräflerland an (Symbolfoto).  Foto: Alexandra Günzschel

Der Landkreis investiert in ein neues Linienbündel, den Fortbestand einer Regiobuslinie und ein System zur Fahrgasterfassung.

Auch in den kommenden beiden Haushaltsjahren wird der Landkreis Lörrach wieder kräftig in den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) investieren. Geplant sind ein neues Linienbündel sowie die Einführung automatischer Fahrgastzählsysteme (AFZS). In seiner letzten Sitzung des Jahres gab der Kreistag dafür grünes Licht.

 

Für den Betrieb der ÖPNV-Linien beziehungsweise Linienbündel werden für 2026 Mittel in Höhe von rund 7,7 Millionen Euro für 2027 Mittel in Höhe von rund 15,5 Millionen Euro bereitgestellt. Dem gegenüber werden Erträge in Höhe von vier Millionen Euro in 2026 und 6,8 Millionen Euro in 2027 erwartet.

Zuschüsse vom Land

Zur Deckung der Verwaltungs- und Betriebskosten der automatischen Fahrgastzählsysteme sind in den beiden Haushaltsjahren Mittel in Höhe von jeweils 120 000 Euro eingeplant. Das Land Baden-Württemberg wird die Einführung in 2026 mit 47 300 Euro und in 2027 mit 75 300 Euro bezuschussen. Für die Beteiligung am regionalen Hintergrundsystem für die Fahrgastzählsysteme sind im kommenden Jahr zudem Investitionsmittel in Höhe von 57 000 Euro erforderlich.

Das Linienbündel Markgräflerland wird zum Ende des Jahres 2026 in Betrieb gehen. Das Vergabeverfahren hierfür soll noch im ersten Quartal 2026 abgeschlossen werden. Die Regiobuslinie 7309 zwischen Schopfheim und Rheinfelden, der so genannte SchopfRheiner, soll auch ab 2027, zunächst bis 2032, bestehen bleiben. Eine neue Fördersystematik für Regiobuslinien sieht eine Festbetragsfinanzierung auf Grundlage der Bevölkerungsdichte vor. Neu ist zudem ein verpflichtender 30-Minuten-Takt in der Hauptverkehrszeit, was zu Mehrkosten führt.

Im Zuge der ÖPNV-Finanzierung des Landes sind die Betreiber nun dazu verpflichtet, die Fahrgastdaten einheitlich und detailliert zu erfassen und darzustellen. Dafür sollen die automatischen Fahrgastzählsysteme sorgen, die nun angeschafft werden.

Arbeitsgruppe ÖPNV

Wegen dieser Maßnahmen ergibt sich im Haushaltsjahr 2027 gegenüber 2026 eine Erhöhung des negativen Saldos um rund 5,4 Millionen Euro. Im Zusammenhang mit der AFZS-Einführung erhöhen sich darüber hinaus die Kosten im kommenden Jahr um 177 000 Euro, wobei dieser Summe Fördermittelerträge im Umfang von 47 300 Euro entgegenstehen. Im Jahr 2027 sinken diese Kosten wieder und die Fördermittel steigen an. Für Personalkosten, Instandhaltung, Treibstoff und Energie wurde im Haushaltsplan für die Jahre 2026 und 2027 jeweils eine Steigerung von vier Prozent angenommen. Dieser Durchschnittswert ergibt sich aus den Statistiken der Vorjahre.

Die Nahverkehrsplanung und die Bestellsituation werden kontinuierlich im Rahmen der regelmäßigen Gremiensitzungen des Kreistags und spezifisch in der dazu eingerichteten AG ÖPNV beraten. Dabei sei es bislang stets gelungen, ein weitgehendes Einvernehmen über die Maßnahmen zu erzielen, wird seitens der Kreisverwaltung mitgeteilt.