Mit dem Mittagessen an diesem Freitag endet die ökumenische Herbstvesperkirche im Carport beim Haus der Kirche. Bei steigenden Besucherzahlen wurden dort allein am Mittwoch 300 Schnitzel ausgegeben und fast 20 Kuchen verspeist.
Der „Schnitzeltag“ – traditionell in der Wochenmitte der Vesperkirche – ist normalerweise immer der besucherstärkste Tag der Vesperkirche. Das war auch dieses Mal wieder so.
Nach dem Start mit 170 Essen am Montag und 240 am Dienstag wurde es am Mittwoch deshalb teilweise richtig eng an den Tischen und auf den Bänken im wind- und wettergeschützten Carport. Die ehrenamtlichen Helfer und das Team vom „Windrädle“, zuständig für das Essen, hatten alle Hände voll zu tun, um den reibungslosen Ablauf ohne lange Wartezeiten sicherzustellen.
Weil das aufgrund der Routine und der eingespielten Abläufe gut gelang, war die Stimmung auch gut – und das sowohl bei den Helfern als auch bei den Besuchern. Letztere waren teilweise schon deutlich vor dem Start des Mittagessens gekommen.
Brillenmobil erstmals dabei
Viele von ihnen sind immer dabei, wenn es mittlerweile wiederholt im Jahr darum geht, gemeinsam zu essen, zu reden und in Gesellschaft zusammen zu kommen. Wiederholt dabei war auch eine Friseurin, bei der sich Vesperkirchenbesucher nach Voranmeldung kostenlos die Haare schneiden lassen konnten. Die angebotenen Termine waren schnell besetzt. Erstmals vor Ort war ein Brillenmobil, das ebenfalls von einigen Besuchern frequentiert wurde.
Eine Freudenstädter Ärztin im Ruhestand hatte sich bereit erklärt, medizinische Rückfragen der Besucher zu beantworten oder kleinere Untersuchungen zu machen. Auch sie war gefragt, wenn auch in erster Linie wegen psychischer anstatt physischer Probleme.
Das deckt sich mit den Erfahrungen, die auch Martina Grebe vom Steuerungsteam der Vesperkirche gemacht hat. Nach ihrem Eindruck kommen viele Besucher nicht nur wegen des Essens, sondern auch deshalb, weil sie seelischen Beistand, etwas Fürsorge, wenn auch nur in Form einer Umarmung, und einfach nur Gesellschaft benötigen. Viele sitzen deshalb auch länger und bleiben nach dem Mittagessen noch auf eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen.
Fast 20 gespendete Kuchen wurden am Mittwoch deshalb nach den Schnitzeln, die es übrigens auch in vegetarischer Variante gegeben hat, noch verzehrt.
Um die Vesperkirche in der Mitte der Gesellschaft zu verorten und nicht nur auf die „Essensausgabe an Bedürftige“ zu reduzieren, ist es der ausdrückliche Wunsch der Steuerungsgruppe, dass dort auch Solidaritätsesser vorbeischauen. Mitarbeiter der umliegenden Firmen beispielsweise, Mitarbeiter der Verwaltungen oder einfach Menschen, die gerne kommen, obwohl sie sich auch ein Essen im Restaurant leisten könnten.
Teils großzügige Spenden
Dass sich dieser Personenkreis mittlerweile angesprochen fühlt und offenbar auch gerne kommt, zeigt die Tatsache, dass manchmal großzügig gespendet wird. In den Spendenboxen auf den Tischen finden sich immer wieder auch größere Scheine, um die Unkosten zu decken. Wer will kann spenden, muss aber nicht.
Ein weiterer Ansatz für die Verortung der Vesperkirche in der Gesellschaft ist die in diesem Jahr gestartete Kooperation mit Firmen und Institutionen, deren Auszubildende an einem Vesperkirchentag mithelfen.
Bei der Frühjahrsvesperkirche war es die Firma Schmalz in Glatten, die kooperiert hat, an diesem Freitag kommen Azubis der Kreissparkasse Freudenstadt, um das Team zu unterstützen. Darüber hinaus war eine Gruppe vom Pflegecampus bereits vor Ort.
Mit einer kurzen Nachbesprechung bei Kaffee und Kuchen beendet das Helferteam täglich den jeweiligen Einsatz bei der Vesperkirche. „Alles war sehr harmonisch, die Leute waren glücklich und zufrieden“, bilanzierte Tina Schlör vom Steuerungsteam am Mittwoch.
Nächster Termin steht
Im Januar geht es weiter
Die nächste Vesperkirche findet vom 24. bis 31. Januar aufgrund des großzügigeren Platzangebots und der Witterung im Ringhof statt. Dafür werden ehrenamtliche Helfer gesucht. Diese können das Team an einzelnen oder auch mehreren Tagen unterstützen. Auch Kuchenspenden sind dann wieder willkommen. Um die Vesperkirche und die Aufgabenbereiche vorzustellen und das Team einzuteilen, veranstaltet die Steuerungsgruppe am 2. Dezember ab 19 Uhr im Gemeindesaal bei der Taborkirche einen Infoabend. Rückfragen beantwortet Martina Grebe unter der Telefonnummer 07441/86 66 00.