Es war seit langem ein Wunsch der Tennenbronner Bürger: Nun ist das öffentlich WC beim oberen Friedhof in Betrieb.
Damit gibt es nun in Tennenbronn drei öffentliche Toiletten – weitere stehen beim Ferientreff Remsbachhof sowie in der Ortsverwaltung zur Verfügung.
Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr freute sich, dass dieser langgehegte Wunsch sich nun erfüllte. Schon 2019 – bei ihren ersten Besuchen in Tennenbronn – habe dieses Thema die Menschen bewegt. Das Projekt passe in die gesamtstädtische Friedhofskonzeption. Die Menschen in Tennenbronn zahlten gleich viel wie in anderen Stadtteilen und hätten daher auch Anspruch auf die gleichen Leistungen, sagte Eisenlohr. Zudem könne die Toilette auch von den Besuchern des angrenzenden Spielplatzes genutzt werden. Es gibt sogar einen Haken, um den Container bei Bedarf auch woanders aufstellen zu können. Außerdem wurde der Bereich um das WC neu gepflastert.
Von 6 bis 20 Uhr geöffnet
Der Sanitärcontainer beim Friedhof ist behindertengerecht ausgebaut. Geöffnet ist er an sieben Tagen die Woche von 6 bis 20 Uhr. Die Schließung erfolgt über ein Zeitschloss. „Damit sollen nach und nach alle öffentlichen WCs umgerüstet werden“, sagt die Oberbürgermeisterin. So spare man Personalkosten und könne länger geöffnet lassen.
Ein Schnäppchen war das öffentliche WC aber nicht unbedingt. So kostete der Container 30 000 Euro, für Fundamente, Kran sowie Wasser- und Abwasseranschlüsse, die über 50 Meter Länge haben, wurden weitere 65 000 Euro fällig. Hinzu kommt ein Wickeltisch für 1500 Euro sowie Planungs- und Verfahrenskosten von 11 500 Euro.
Möglicher Anschluss von Aussegnungshalle
Hierbei wurde aber schon in die Zukunft gedacht: So wurden die Anschlüsse so dimensioniert, dass zu einem späteren Zeitpunkt auch eine Aussegnungshalle angeschlossen werden könnte. Ein solcher Bau könnte nach einer Zusammenlegung der beiden Tennenbronner Friedhöfe möglich sein. Die nächsten zwei Jahre werde das aber sicherlich noch nicht passieren, so Eisenlohr.
Alexander Mönch vom städtischen Fachbereich Umwelt und Technik informierte über den Tiefbau. So habe man versucht, mit den Stadtwerken die Versorgungsleitungen während der Baustelle in der Sonnenstraße zu verlegen. Das habe aber zeitlich nicht hingehauen und so musste später eine Fachfirma ran. Zudem mussten Gas- und Stromleitungen überwunden werden, was einen Teil der Kosten ausmache.
Gewählte Unisex-Variante spart Geld
Auch Ortsvorsteher Manfred Moosmann zeigte sich zufrieden: So habe man beim WC-Container noch etwas gespart, da es nun eine Unisex-Toilette sei. Anfangs war noch ein getrenntes Frauen- und Männer-WC erwogen worden. Zudem habe er sich für Keramik statt Edelstahl ausgesprochen.
Moosmann ging auf die missliche Situation vor einiger Zeit ein. Damals gab es nur zu den Öffnungszeiten der Ortsverwaltung eine öffentliche Toilette. „Ich bin vor allem von älteren Menschen auf das Problem angesprochen worden“, so der Ortsvorsteher.
Die „Nette Toilette“ im Engel habe zwar etwas Entlastung gebracht, aber auch diese konnte nur zu den Öffnungszeiten der Wirtschaft genutzt werden.
Seitdem die Ortsverwaltung renoviert wurde, gibt es auch dort eine öffentliche Toilette, die von 6 bis 20 Uhr geöffnet und mit einem Zeitschloss versehen ist. Hinzu kommt ein WC am Gästetreff Remsbachhof, das auch von Wanderern auf dem Auerhahnweg genutzt werden kann. „Das Thema öffentliche WCs ist nun komplett abgeschlossen“, freute sich Manfred Moosmann. Dafür habe es schon viel Lob aus der Bevölkerung gegeben. Es habe zuvor gar Fälle gegeben, wo Personen in Privatwohnungen auf ein WC mussten.
Toilette am Gästetreff
Das WC in Tennenbronn ist behindertengerecht. Gesamtstädtisch, sagte Eisenlohr, fehle nun noch im Zentrum von Sulgen ein behindertengerechtes WC. Mit der Erweiterung der GWRS Sulgen um die Ganztagsbetreuung könnte es dort aber eine Lösung geben.