Deutlich weniger Zwetschgen und Pflaumen, aber auch Mirabellen werden bei der zentralen Erfassungsstelle des Erzeugergroßmarkts Südbaden im Eggenertal angeliefert.
Die Zwetschgen- und Pflaumenernte ist im Eggenertal bald abgeschlossen – und somit auch die Anlieferung an der zentralen Erfassungsstelle des Erzeugergroßmarkts Südbaden (Egro) im Eggenertal. Dorthin wird auch aus umliegenden Ortschaften angeliefert beziehungsweise die Ware dort auf Ferntransporter umgeladen. Anschließend werden die Früchte dann zu teils fernen Absatzmärkten verfrachtet.
Bei der vorangegangenen Kirschenernte mussten die Erzeuger selbst ihre Ware nach Efringen-Kirchen transportieren, die dann dort in den Kühlräumen des Großmarkts aus Haltbarkeitsgründen zwischengelagert wurde.
„Top“ und „Presenta“ werden noch geerntet
Nachdem die früher reifenden Zwetschgen- und Pflaumensortimente inzwischen bereits eingebracht sind, geht es noch um die Sorten „Top“ und „Presenta“, wie von Max Kaiser, langjähriger Eggener Marktleiter, im Gespräch mit unserer Zeitung zu erfahren ist. Der Kernobstanbau hingegen sei in der besagten Erzeugerzone für den Markt unbedeutend.
Laut Marktleiter Kaiser hat sich die Erzeugermenge bei Zwetschgen- und Pflaumensortimenten im Gegensatz zum Vorjahr etwa halbiert. Bei Mirabellen liege der Anteil gar bei 30 Prozent. Die Tagesanlieferung an der Eggener Erfassungsstelle umfasse derzeit rund 25 Tonnen, während hier in früheren Jahren oft mehr als 60 Tonnen zusammen kamen, berichtet Kaiser.
Lagebedingte Schwankungen
Über seine Markt- und Erzeugererfahrungen samt gegenwärtigem Ernteablauf weiß auch Manfred Kaiser vom gleichnamigen spezialisierten Niedereggener Obsthof zu berichten. Die Erträge der Sorte „Top“ seien etwa 40 Prozent geringer als im vergangenen Jahr ausgefallen, „Presenta“ bringe etwa 50 Prozent weniger. Diese Schwankungen seien einfach lagebedingt und von Anbaugebiet zu Anbaugebiet möglich.
Manfred Kaiser berichtet auch von der seit Jahren großen Abhängigkeit von ausländischen Erntehelfern. Bei rund 14 Erntehelfern seien schon mal zehn Tonnen blaue Früchte zusammengekommen, sagt der erfahrene Obstbauer. Doch der heuer anfallende Ernteertrag sehe wesentlich bescheidener aus.
Mittlerweile sei der Helferkreis auf fünf solcher Einsatzkräfte reduziert. Die teils langjährige Treue der freiwilligen Helfer aus Rumänien wisse man in seinem Familienbetrieb sehr zu schätzen, erzählt Kaiser.
Erntehelfer halten seit Jahrzehnten die Treue
Während die Familie die Erntehelfer in früheren Jahren noch täglich selbst bekochte, bewältigt die hier längst vertraute Männerriege, vom Arbeitgeber dafür bestens eingerichtet, ihren Verpflegungshaushalt inzwischen in eigener Regie.
Bereits seit 19 Jahren hilft der Rumäne Daniel Soreanu in der Erntesaison auf dem Obsthof Manfred Kaiser mit. Als erfahrener Erntehelfer ist er gleichzeitig als Vorarbeiter verantwortlich und bedient auch alle Maschinen und Fahrzeuge.
Bald werden die Helfer in ihre rumänische Heimat zurückkehren – vielleicht mit etwas Vorfreude auf eine Rückkehr in der Saison 2026.