Zuhause hat Andrea Kammerer ein Hochbeet, hier bei ihrem Vater in Zindelstein einen Bauerngarten. Foto: Silvia Bächle

„Einfach ausprobieren“, so Andrea Kammerer, die seit 2013 Vorsitzende des Obst- und Gartenvereins in Nußbach ist. Sie erklärt, welche Möglichkeiten es bei wenig Platz sowie Zeit gibt und welche positiven Auswirkungen Gärten haben.

Die Liebe zur Natur hat sie schon als Kind und Jugendliche mitbekommen, da sie in Zindelstein bei Wolterdingen aufwuchs. Die Liebe zum Garten kam allerdings erst, als sie nach Nußbach zog, um dort einen eigenen Garten anzulegen.

 

„Der Garten in Nußbach ist eher ein Ziergarten – der Garten beim Vater in Zindelstein ein großer Bauerngarten mit einigen Obstbäumen“, erklärt die Gartenfreundin. Der große Bauerngarten wurde von ihrer Mutter, später vom Vater gepflegt. Als dieser aus gesundheitlichen Gründen überlegte, den Garten einzusäen, war es Andrea Kammerer, die sich dagegen wehrte und nun die Gärten in gleich zwei Orten – die Distanz liegt über 20 Kilometer – pflegt. „Als Kind und Jugendliche habe ich nur gerne geerntet, aber an die Gartenarbeit selbst habe ich keinen Gedanken verloren“, doch heute sei dies völlig anders.

Im Garten könne man sich erholen, die Natur hautnah erleben und sicherlich auch wichtige Bausteine für die Zukunft setzen. Massenproduktionen, verbunden oft mit langen Anfahrtswegen und auch dem Einsetzen von Chemie, müsse man schon hinterfragen. Dagegen sei es wert, etwa Obstbäume oder die Streuobstwiesen und deren Pflanzen und Tierarten zu erhalten.

Egal ob Hochbeet oder Bauerngarten

Das spannende Gartenleben von Andrea Kammerer splittet sich in zwei ganz unterschiedliche Gartenarten auf. Damit zeigt sie auch, dass jeder eigenes Gemüse, Blumen, Sträucher oder Bäume anpflanzen kann. „Ich bin zeitlich sehr begrenzt, so dass ich zuhause ein Hochbeet habe.“ Solche Hochbeete bieten sehr gute Möglichkeiten, bei wenig Platz und Zeit, eigenes Gemüse oder Salat anzupflanzen.

Egal ob ein Hochbeet, einen großen Bauerngarten, wie in Zindelstein, hier könne man die Natur und das Wachstum noch hautnah erleben, Stress abbauen und sich trotz der Arbeit erholen. Während im Hochbeet nur einfache, relativ pflegearme Kräuter und Gemüse wachsen, sieht es im großen Garten des Vaters – den sie nun selbst bewirtschaftet – völlig anders aus.

Lange Tradition der Bauerngärten

Die Bauerngärten vor allem im Schwarzwald waren Selbstversorgungsgärten. Bis heute sind sie eine Tradition, die liebevoll gepflegt und gehegt wird. Natürlich erfordert dieser schon eine Menge Arbeit bis am Ende Kartoffeln, Karotten, Kohlrabi, Kohl, Rote Beete, Beeren und vieles mehr geerntet werden können. „Der Garten wird und wurde immer mit Naturdünger (Mist) gedüngt, so dass es meist auch eine gute Ernte gibt.“

Die ersten Frühlingsboten, die Krokusse, erfreuen das Herz der Gärtnerin. Foto: Silvia Bächle

Allerdings könne man davon nicht ausgehen, das Wetter sei mitentscheidend, und man müsse auch mal mit einem geringen Ertrag rechnen. Im großen Garten stehen zudem Apfelbäume, erklärt Andrea Kammerer, die auch auf den Erhalt von Obstbäumen großen Wert legt.

Lange Trockenzeiten eine Herausforderung

Auch die Wetterveränderungen, wie lange Trockenzeiten, stellen Gärtner vor Herausforderungen. Hier gilt es, das Verhalten in den Gärten zu überdenken sowie zu hinterfragen und Neues auszuprobieren, beziehungsweise von den südlichen Nachbarländern lernen.

Vom Obst- und Gartenverein bekommt in Nußbach jedes Neugeborene ein Obstbäumchen nach Wahl geschenkt. Zusätzlich gibt es im Verein mit derzeit 140 Mitgliedern auch Tipps für Schnitt, Pflege und Erhaltung der Obstbäume, dazu verschiedene Exkursionen und Vorträge rund um den Garten bis hin zur Kräuterwanderung.

Wichtiges Ziel für den Verein ist es, junge Mitglieder zu motivieren, um die biologische Erzeugung von Obst und Gemüse fortzuführen und alte Obst und Gemüsesorten zu erhalten.

Zur Person

Seit 2013 ist Andrea Kammerer Vorsitzende des Obst- und Gartenvereins Nußbach. Die gelernte Einzelhandelskauffrau kam per Zufall zum Verein. 2001 feierte dieser Jubiläum, unter anderem mit einer Obstschätzfrage. Hier hatte die geborene Zindelsteinerin die Nase ganz vorn und trat 2005 dem Verein bei. 2009 wurde sie zur Schatzmeisterin gewählt und seit 2013 leitet die 50-Jährige den Verein.