Die Oberbürgermeister von Horb und Freudenstadt, Michael Keßler und Adrian Sonder, nehmen zum Holocaust-Gedenktag an der Kampagne „#WeRemember“ teil.
Die Oberbürgermeister von Horb und Freudenstadt, Michael Keßler und Adrian Sonder, setzen gemeinsam ein Zeichen gegen Antisemitismus.
„In unseren beiden Städten ist kein Platz für Antisemitismus, egal ob politisch motiviert oder religiös begründet. Sollten sich solche Tendenzen bei uns zeigen, werden wir das nicht unwidersprochen lassen“, betonen die beiden Oberbürgermeister in einer gemeinsamen Erklärung.
Sonder und Keßler nahmen am Sonntag anlässlich des Holocaust-Gedenktags an einer Gedenkveranstaltung in der ehemaligen Synagoge Rexingen. Dort hatte der Träger- und Förderverein gemeinsam mit der Kreisvolkshochschule Freudenstadt eine Lesung und Begegnung mit Ruth Frenk organisiert. Frenk, Tochter von Überlebenden der Shoah während des Zweiten Weltkriegs, erzählte aus ihrem Leben und las aus dem Buch „Bei uns war alles ganz normal – Memoiren einer niederländisch-jüdischen Sängerin in Deutschland“.
Bewegende Erinnerungen
Ruth Frenk ist nicht nur Autorin, sondern auch Sängerin und engagiert sich seit vielen Jahren für jüdische Kultur, Dialog und Erinnerungsarbeit. In ihren bewegenden Erinnerungen erzählt sie von jüdischem Leben in Deutschland und den Niederlanden, von Verfolgung, Deportation und Überleben – und von den oft unsichtbaren Folgen der Shoah für die Kinder der Überlebenden. Ihre persönliche Geschichte verbindet sich mit der Frage, wie Erinnerung, Verantwortung und Weiterleben heute zusammengehören.
Die beiden Oberbürgermeister erklärten, die Begegnung und die Schilderungen von Ruth Frenk seien sehr bewegend gewesen. Mit einem gemeinsamen Bild beteiligen sie sich an der Kampagne „#WeRemember“, zu der der Jüdische Weltkongress (WJC) und die Unesco jährlich am 27. Januar aufrufen, dem Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau im Jahr 1945.
Eine Frage der Haltung
„Es ist ein starkes Signal, dass Horb und Freudenstadt gemeinsam die Erinnerung an die Opfer des Holocausts wachhalten“, so Michael Keßler. „Der Einsatz für jüdisches Leben ist eine Frage der Haltung und Verantwortung. Die Erinnerung an den Holocaust ist ein integraler Bestandteil davon“, sagte Adrian Sonder.