Jonas Toranzo ist die oberste Schiedsrichterinstanz im Zollernalbkreis. Foto: Kara

Seit etwas mehr als einem Jahr ist Jonas Toranzo nun Obmann der Schiedsrichtergruppe Zollern-Balingen. Mit unserer Redaktion hat er über mehrere Themen rund um die Schiedsrichterei gesprochen.

Nicht mehr lange, dann starten im Fußballbezirk Schwarzwald-Zollern wieder die Pflichtspiele: Neben den Teams freuen sich auch die Schiedsrichter der hiesigen Gruppe, wenn es wieder um Punkte geht. Obmann Jonas Toranzo erklärt gegenüber unserer Redaktion: „Man hat auf jeden Fall Bock auf den Rückrundenstart.“

 

Im Moment stehen Testspiele auf dem Programm. Diese nutzen auch die Referees um wieder in den Rhythmus zu kommen. „Wie bei den Mannschaften auch, funktioniert zu Beginn natürlich nicht alles. Nach zwei, drei Monaten in der Halle ist es auf dem Platz schon etwas Anderes“, so Toranzo. Dieser folgte Anfang 2024 auf Antonio De Rossi als Obmann der Gruppe Zollern-Balingen und blickt auf ein zufriedenstellendes Jahr zurück.

Im Jubiläumsjahr

Der neue und jünger besetzte Ausschuss habe sich gut gefunden, man habe wieder einmal alle Schiedsrichter mit neuen Trainingsanzügen ausgestattet und auch im kameradschaftlichen Bereich viel unternommen. So sei beispielsweise das jüngst ausgerichtet Schiedsrichterturnier in Geislingen ein voller Erfolg gewesen. „Das war ein toller Tag. Wir befinden uns ja in unserem Jubiläumsjahr, am 14. Juni wird offiziell gefeiert“, berichtet Toranzo.

Positiv ist auch die sportliche Situation der Gruppe. So sind alle Kaderschiedsrichter leistungstechnisch gut unterwegs – Justin Volz gelang sogar in der Winterpause der Aufstieg in die Verbandsliga. Der „Chef“ erläutert: „Das ist alles andere als alltäglich und zur Halbzeit eher ein Sonderfall. Wir sind voll im Soll und würden gerne noch einen Schiedsrichter mehr in die Landesliga kriegen.“ Mit Jean-Marcel Kirigenda, Oskar Diebold und Ken Fauser befinden sich drei Zollern-Referees im A-Kader der Bezirksliga und könnten dieses Ziel in der Rückrunde erreichen.

Neue Schiedsrichter gesucht

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Schiedsrichtergewinnung. Hier läuft im Moment ein Neulingskurs. Im November und Dezember hatte man einen solchen gemeinsam mit der Gruppe Rottweil durchgeführt. „Da wollten wir mal andere Wege gehen und das einfach mal versuchen. Wir werden das auswerten und schauen, wie wir es künftig machen“, so Toranzo. Man wolle künftig auch mehr in die Schulen gehen, ein entsprechendes Konzept sei gerade in der Ausarbeitung.

Zur Sprache kam auch die vor der Saison neueingeführte Kapitänsregel. Szenen wie beispielsweise beim Bundesliga-Topspiel zwischen Bayern und Leverkusen, in denen mehr als eine Hand voll Akteure den Schiedsrichter umringen, sind fast wöchentlich zu sehen. Das ärgert Toranzo, der klar und deutlich sagt: „Die Regel ist ja fast schon wieder ausgesetzt. Die Bundesliga-Schiedsrichter kommen da ihrer Vorbildfunktion nicht nach. Was oben vorgegeben wird, spiegelt sich auch in den unteren Klassen wieder. Das ist mehr wie traurig.“

Recht zufrieden

Auch ansonsten hätten es die Unparteiischen nicht einfach, die Hemmschwelle sei wie in allen Lebensbereichen nach unten gegangen. Toranzo sagt aber auch: „Negative Ausreißer gibt es immer mal, insgesamt können wir im Bezirk aber recht zufrieden sein.“ Es wäre mehr als wünschenswert, wenn dieses Fazit zu Beginn des kommenden Jahres mindestens Bestand behält und sich sogar verbessert.