Über solche Standrohre wird das Netz bei der Messung vor Ort belastet, um eine Druckabsenkung zu erreichen. Diese Druckabsenkung zeichnen die im Netz verbauten Sensoren dann auf. Foto: RBS

Gemeinderat beschließt die Beauftragung einer Rohrnetzanalyse durch Spezialfirma

Oberwolfach - Mit dem Thema Wasserversorgung hat sich der Ratstisch der Gemeinde Oberwolfach in dieser Woche auseinandergesetzt. Das Thema wird ihm über eine längere Zeit hinweg erhalten beleiben.

Zielsetzung beim Thema Wasser ist laut Bürgermeister Matthias Bauernfeind die Optimierung der vorhandenen Strukturen und die Erhöhung der Versorgungssicherheit.

Einstimmig beauftragte das Gremium die Firma RBS-Wave mit der Durchführung einer Rohrnetzanalyse und -berechnung des Wasserrohrnetzes. Dabei wird dessen hydraulischer Zustand geprüft und das Rechennetzmodell an die realen Verhältnisse angepasst. Die Kosten für die Maßnahme beziffern sich auf 19 200 Euro netto.

Zuvor hatte Patrick Gaus von RBS die Ergebnisse des von der Gemeinde in Auftrag gegebenen Strukturgutachtens präsentiert. Die Untersuchung umfasste unter anderem die Wassermenge und -qualität sowie den Ist-Zustand der Versorgung und der vorhanden Anlagen zur Trinkwasserversorgung. Untersucht wurden auch Ausfallszenarien: Dabei geht es darum, wie die Wasserversorgung bei Notfällen aufrecht erhalten werden kann.

Die Wasserbilanz zeigt laut Gaus ausreichende Bereitstellung für durchschnittlichen, jedoch nicht für maximalen Wasserbedarf. Die Versorgungssicherheit sei im Ortsteil Walke ausreichend, im Ortsteil Kirche geringfügig und im Rankach deutlich unterschritten. Empfohlen wurde der Gemeinde daher eine Sanierung mit der Festlegung des Erneuerungsbedarfs.

Handlungsbedarf in Walke und im Rankach

Insgesamt fand eine Begehung von acht Anlagen zur Trinkwasserversorgung statt, die fachtechnisch bewertet wurden. Die Maßnahmen zur Verbesserung des Ist-Zustands der Bauten ergab ein Investitionsvolumen von rund 520 000 Euro netto einschließlich der Nebenkosten.

Gaus führte aus, dass sich der Kapitalaufwand verteilt auf kurzfristig 255 000 Euro, mittelfristig 255 00 Euro (bis 2020) und langfristig weitere 12 000 Euro. Handlungsbedarf sah der Experte vor allem im Ortsteil Walke und Rankach. Bei ersterem sei der Bau eines Pumpwerks im Hochbehälter Kirchberg und die Nutzung der vorhandenen Transportleitung zur Erhöhung der Versorgungssicherheit ratsam.

Um dies im Rankach zuwege zu bringen, riet Gaus dort zum Bau einer Druckerhöhungsanlage im Hochbehälter Spinnerberg. Weiterhin empfahl er eine Überprüfung der Schüttung der Rankach- und Frohnbachquellen sowie der Quellen am Spinnerberg in unterschiedlichen hydrologischen und hydrogeologischen Verhältnissen.

"Was passiert bei Stark­regenfällen im Rankach, wie sieht dort die Schüttung aus und was sind Lösungsansätze bei längerfristigen Problemen", fasste Bürgermeister Bauernfeind vorrangige Fragen zusammen. Seiner Ansicht nach wird das Thema die Gemeinde noch über Jahrzehnte beanspruchen und es gelte deshalb, in nächster Zeit abzustecken, welche Maßnahmen für Oberwolfach sinnvoll sind.

Info: Netzanalyse

Aufgabe der Gemeinde ist der Werterhalt der Netze und die Gewährleistung der Versorgungssicherheit. Diese Aufgaben zu bewältigen und mit dem zunehmenden Kostendruck in Einklang zu bringen ist die Herausforderung, der sich die Unternehmen stellen müssen. Eine Rohrnetzberechnung und -analyse liefert die Grundlage für eine Zustandsbewertung und Optimierung eines Wasser-, Gas- oder (Fern-)Wärmenetzes im laufenden Betrieb.

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