Eine ganze Reihe von Corona-Infektionen gab es im Wolftal.Symbolfoto: Hauke-Christian Dittrich/dpa Quelle: Unbekannt

Das Landratsamt Ortenaukreis hat am Montag insgesamt 857 Neuinfektionen von Freitagnachmittag bis Sonntag vermeldet. Auch das Wolftal leidet unter zunehmend vielen Corona-Fällen – Grund dafür sind unter anderem mehrere Veranstaltungen.

Oberwolfach/Wolftal. Allein in Oberwolfach hatte das Landratsamt am vergangenen Montag, 8. November, insgesamt 19 Neuinfektionen gemeldet. In der gestrigen Darstellung des Landratsamts Ortenaukreis ist die Gemeinde Oberwolfach mit zwölf neuen Infizierten immer noch zahlreich vertreten.

Für Bürgermeister Matthias Bauernfeind sind diese hohen Infektionszahlen der rund 2600 Einwohner-Gemeinde dennoch nicht überraschend: "An den letzten Wochenenden waren mehrere Veranstaltungen, bei denen sich Besucher mit Corona angesteckt haben. Einmal war das ein Fußballspiel in Wolfach und danach noch eine 90er-Party in einer hiesigen Gaststätte, die als 2G-Veranstaltung stattgefunden hat." Vor dem Gespräch mit dem Schwabo habe er den Inzidenzwert für Oberwolfach ausgerechnet, also der Wert, der die Fälle pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen abbildet. Dieser liege bei mehr als 2000.

Seit Beginn der Pandemie haben sich in Oberwolfach laut der Darstellung des Landratsamts 136 Personen mit Corona infiziert – davon seien allein 53 Corona-Fälle aktuell noch aktiv. "Das ist brutal viel, aber aufgrund der Art der Veranstaltungen sind das meist jüngere Menschen unter 30 Jahren, die geimpft sind und einen milden Verlauf haben. Mir ist bisher nur ein Fall bekannt, der im Krankenhaus liegt", berichtet Bauernfeind.

Einige Infizierte hätten die Infektion dann auch innerhalb der Familie weitergetragen, weshalb die Zahlen nun immer noch recht hoch seien. Auch ältere Menschen, die auf keiner der Veranstaltungen waren, hätten sich laut dem Bürgermeister infiziert, ebenso wie mehrere Personen in einem Oberwolfacher Pflegeheim.

Das Wichtigste sei es laut Bauernfeind nun, die Zahl der Corona-Patienten auf der Intensivstation gering zu halten. "Wenn ich einen Autounfall hatte, möchte ich auch nicht, dass für mich kein Platz mehr auf der Intensivstation ist. Deshalb ist die Impfung wichtig, um den Verlauf abzuschwächen."

Auch in Bad Rippoldsau-Schapbach sind die Zahlen so hoch wie nie: Knapp 90 Corona-Fälle weist das Landratsamt Freudenstadt für Bad Rippoldsau-Schapbach seit Beginn der Pandemie aus, 40 davon – also fast die Hälfte – waren vergangene Woche aktiv. Stand Montagmorgen waren 38 Fälle im Rathaus bekannt. Nach sechs Durchbrüchen in der vergangenen Woche waren die Zahlen weiter gestiegen.

Höchste Zahl gleichzeitig Infizierter seit Beginn

Das sei eine besondere Situation für die Gemeinde Bad Rippoldsau-Schapbach, so Christian Pfundheller, im Rathaus für zentrale Dienste und Finanzen zuständig. Bislang sei die Gemeinde im oberen Wolftal von Corona nicht sehr betroffen gewesen. Es sei die höchste Zahl gleichzeitig Infizierter in der Gemeinde seit Ausbruch der Pandemie.

Aber eines wisse man nun sicher: Es sei nicht allein das Helpfest des Vereins "Schapbach hilft" gewesen, dass für die Ausbreitung gesorgt habe. Dort habe es wohl auch Infektionen gegeben, aber eine ganze Reihe von Infizierten habe damit gar nichts zu tun gehabt.

Es habe aber einige Veranstaltungen an diesem langen Wochenenden gegeben, darunter auch Fußballspiele in Schapbach. Er hoffe, dass nun, zwei Wochen nach den Feiern mit ihrer "Kontaktüberweite", die Fallzahlen stagnieren, so Pfundheller. Er habe seit Freitag keine weiteren Meldungen erhalten und rechne nun nur noch mit einzelnen Fällen. Erste Infizierte von dem langen Wochenende seien mittlerweile auch wieder genesen, was PCR-Tests belegten.

Wie viele der Infizierten in Bad Rippoldsau-Schapbach davor genesen oder geimpft waren, könne sie nicht sagen, so Pfundheller. Das werde erst eruiert, wenn das Landratsamt Freudenstadt oder der Gemeinderat dies verlange.

Das Gesundheitsamt des Ortenaukreises hat ebenso wie alle anderen Gesundheitsämter seit einiger Zeit nicht mehr die Aufgabe, alle Kontakte der Corona-Infizierten nachzuverfolgen. "Wir verfolgen erst bei einem Ausbruch die Kontakte, sprich, wenn zum Beispiel in einer Einrichtung oder nach einer Veranstaltung fünf oder mehr Personen positiv getestet wurden", erklärt Pressesprecher Kai Hockenjos.